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James Laurinaitis spielt derzeit in der NCAA für die Ohio State Buckeyes © getty

"Road Warrior Animal" ist ein legendärer Wrestling-Star. Sein Sohn ist auf dem besten Weg, ein Football-Idol zu werden.

Von Martin Hoffmann

München - Die Schulterpads von James Laurinaitis haben keine Stacheln.

Dieses Markenzeichen hat der Linebacker von der Ohio State University nicht von seinem berühmten Vater übernommen. Das ist die gute Nachricht für die Gegenspieler des 22-jährigen College-Football-Stars.

Die schlechte ist: Ansonsten ist Laurinaitis auf dem Feld genauso kompromisslos wie es sein Papa es in seinem Beruf war.

Laurinaitis ist der Sohn von Wrestling-Legende Joe Laurinaitis, den ganz Amerika als "Road Warrior Animal" kennt.

Heißer Draft-Anwärter

Und "Little Animal" ist auf dem besten Weg, in seinem Sport ein ähnlich großer Name zu werden.

Laurinaitis ist soeben zum dritten Mal in Folge ins All-America Team der besten College-Spieler gewählt worden.

Und der 1,91 m große 111-Kilo-Koloss gilt als heißester Anwärter darauf, für die kommende NFL-Saison (DATENCENTER: Spielplan der NFL) als erster Linebacker gedraftet zu werden.

"Animals" harte Schule

Diese blendenden Aussichten hat Laurinaitis auch seinem Vater zu verdanken, der ihm den Sport beigebracht hat.

James erinnert sich, dass "Animal" ihn in den Trainingsstunden ähnlich hart rangenommen hat wie früher seine Gegner im Ring.

"Er hat mich immer angeschrien. Und weil er sich für das Unterhaltungsgeschäft so eine laute Stimme antrainiert hatte, haben die Leute immer gedacht, er würde mich umbringen wollen", erinnert er sich.

Unverwechselbares Massenphänomen

Das nötige Fachwissen, seinen Sohn zu trainieren, hatte "Animal", denn auch er war auf dem College als Footballer aktiv.

Berühmt wurde er aber erst durch seinen Fachwechsel zum Showsport Wrestling, wo er mit seinem Partner Michael "Hawk" Hegstrand das wohl populärste Team aller Zeiten bildete: die "Road Warriors" oder auch "Legion Of Doom" (Legion des Unheils, Anm. d. Red.).

Ihr unverwechselbarer Look - Irokesenschnitt, Kriegsbemalung und die erwähnten Stachelpads - und die Dominanz mit der sie ihre Gegner aus dem Weg räumten, machte die "L.O.D." zum Massenphänomen.

Die dunklen Seiten der Glitzerwelt

James schlief als kleiner Junge jede Nacht mit der Ringbekleidung seines Vaters und bewahrt noch heute eine "Animal"-Actionfigur als Glücksbringer auf.

Lange Zeit wollte er selbst Wrestler werden, doch sein Vater redete ihm das aus. Er kennt aus eigener Erfahrung auch die Schattenseiten der Glitzerwelt.

"In meinem Geschäft sind rund 100 Leute in den letzten zehn Jahren gestorben, bevor sie 45 wurden", weiß er.

Auch sein Partner lebt nicht mehr: Hegstrand erlag 2003 mit nur 46 Jahren einem Herzinfarkt - die Folge von langjährigem Steroid-, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Ein Multi-Talent

"Animal" riet seinem Sohn daher, sich besser einen anderen Sport zu suchen - und da hatte James viel Auswahl.

An der High School spielte er neben Football auch Baseball und Eishockey - und das so gut, dass sogar die NHL-Klubs schon ein Auge auf ihn warfen.

James Laurinaitis war im Football aber eben noch besser. Seitdem er 2005 bei den Ohio State Buckeyes anheuerte, wird er mit Auszeichnungen überhäuft.

2006 bekam er die Bronko-Nagurski-Trophy als bester Defensivspieler des Landes, 2007 den Butkus Award als bester Linebacker.

"Legion of Laurinaitis" schart sich um das Idol

Um "Little Animal" hat sich auch schon ein ähnlicher Kult wie um seinen Vater geschart: Eine Gruppe von Fans - die "Legion of Laurinaitis" erscheint zu jedem Spiel mit Gesichtsbemalung und Stachelpads mit James' Trikot-Nummer 33.

Dass Laurinaitis in der NFL eine große Karriere hinlegen wird, gilt als ausgemacht, so lange ihn keine Verletzung daran hindert.

Sollte das passieren, hat Laurinaitis immer noch die Option, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.

Die richtigen Verbindungen zur weltgrößten Wrestling-Liga World Wrestling Entertainment hat er jedenfalls. Sein Onkel John, ebenfalls Ex-Wrestler, ist dort inzwischen Personalchef.

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