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Tony Romo (l.) wurde 2006, 2007 und 2009 jeweils in den Pro Bowl gewählt © getty

Der angeschlagene Quarterback soll Dallas gegen die Giants in die Playoffs führen. Ein Ex-Bronco will Tebow und Co. ausschalten.

Von Eric Böhm

München - Die Playoffs starten in diesem Jahr schon eine Woche früher.

Denn am 17. Spieltag machen die New York Giants und Dallas Cowboys (Mo., ab 2.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) den letzten verbliebenen Playoff-Platz in der NFC unter sich aus.

Beide Teams (acht Siege - sieben Niederlagen) haben nach einer Saison voller Aufs und Abs ihr Schicksal selbst in der Hand, wobei die Gäste aus Texas auf ihren angeschlagenen Superstar Tony Romo vertrauen.

"Tony ist ein Warrior. Er wird topfit auflaufen. Er hat ein großartiges Jahr gespielt. Die Bühne ist bereitet, um ein großes Spiel abzuliefern", sagte Besitzer Jerry Jones in einem Radiointerview.

Endlich ein großer Auftritt?

Der Quarterback hatte sich zuletzt bei der Niederlage in Philadelphia seine Wurfhand gestaucht, trainierte aber unter der Woche bereits wieder.

"Ich konnte schon mehr machen, als wir zu Wochenanfang gedacht hatten. Es geht ganz gut. Ich werde auflaufen", erklärt Romo (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Nach vielen verpatzten Gelegenheiten in großen Spielen der vergangenen Jahre brennt der herausragende Spielmacher (2011: 29 Touchdowns, neun Interceptions) auf das Endspiel gegen den Erzrivalen.

Kein Groll gegen Manning

Der 31-Jährige bewies bereits zu Saisonbeginn, dass er sich durchbeißen kann. Obwohl er sich eine Rippe brach, führte er "Big D" in San Francisco später zu einem fantastischen Comeback-Sieg nach Verlängerung.

Trotz des viertbesten Ratings der NFL wurde ihm New Yorks Spielmacher Eli Manning bei der Wahl in den Pro Bowl vorgezogen.

Revanchegelüste verspürt Romo dennoch nicht: "Für uns geht es nur um den Divisionstitel. Wir wollen unbedingt in die Playoffs. Es geht nicht um Eli und mich."

Tuck und Paul verbreiten Schrecken

Der ausgezeichnete Pass-Rush der "G-Men" dürfte ihm da schon mehr Kopfschmerzen bereiten.

Justin Tuck und Jason Pierre-Paul - mit 15,5 Sacks viertbester Quarterback-Jäger der Liga - gelten als bestes Defensive-End-Duo der NFL.

In der vergangenen Saison musste Romo gegen die Giants einmal so viele Hits einstecken, dass er mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden musste.

Allerdings bietet die schwache Passverteidigung der New Yorker auch viele Lücken für die starken Receiver Dez Bryant, Miles Austin und Tight End Jason Witten.

Manning als Comeback-König

Trotzdem gehen auch die Gastgeber zuversichtlich in die Partie. Vor allem weil Manning wohl die beste Saison seiner Karriere liefert.

Schon fünfmal hat er sein Team im vierten Viertel trotz Rückstandes noch zum Sieg geführt - auch im Hinspiel in Dallas 499309(DIASHOW: Die Bilder des 16. Spieltages).

"Wir haben einige Rückschläge weggesteckt und sind einen Heimsieg von unserem Ziel entfernt. Besser geht es doch gar nicht", meint Manning.

Seine gefährlichste Anspielstation Hakeem Nicks (Oberschenkel) wird auflaufen. Der Sieger empfängt am Wildcard-Wochenende Atlanta oder Detroit.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 17. Spieltages der NFL:

Denver Broncos - Kansas City Chiefs

Die Denver Broncos können ihren märchenhaften Aufstieg um Quarterback-Sensation Tim Tebow mit dem Titel in der AFC West krönen.

Ein Heimsieg würde die Truppe aus Colorado zum ersten Mal seit sechs Jahren in die Playoffs bringen, doch Tebows Vorgänger Kyle Orton will mit seinen Kansas City Chiefs in die Rolle des Spielverderbers schlüpfen (ab 22.10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) .

"Es spielen nicht Tebow gegen Orton. Es geht um Denver gegen Kansas City. Wir haben eine große Chance. Der Gegner ist da zweitrangig", wiegelt Tebow ab.

Oakland in Lauerstellung

Orton - er wurde am 22. November von Denver entlassen - lässt sich ebenfalls nicht auf einen verbalen Schlagabtausch ein: "Es ist für mich eine ganz normale Woche."

Dennoch wird der von den Broncos verschmähte Spielmacher alles daran setzen, Denver in die Suppe zu spucken.

Die Broncos (8-7) hätten selbst bei einer Niederlage noch eine Chance, müssten aber auf eine Niederlage der Oakland Raiders (8-7) gegen San Diego hoffen.

Den ersten Matchball vergaben Tebow und Co. beim 14:40 in Buffalo kläglich. Tebow warf vier Interceptions.

Gegen die schwächste Offensive der Liga muss eine Steigerung her. "Wenn du die letzten drei Spiele der Saison verlierst, hast du es auch nicht verdient. Also müssen wir das verhindern", sagt Denvers Coach John Fox.

Cincinnati Bengals - Baltimore Ravens

Die zweite Wildcard der AFC ist noch hart umkämpft. Lediglich die Cincinnati Bengals (9-6) haben es mit einem Sieg gegen die Baltimore Ravens selbst in der Hand.

Die Aufgabe hat es allerdings in sich, schließlich kämpfen die Ravens (11-4) noch um den Divisionstitel gegen Pittsburgh (11-4).

Außerdem wäre bei einer Niederlage New Englands (12-3) gegen Buffalo sogar noch der Heimvorteil in den gesamten Playoffs drin.

"Wir sind schon beim Tanz dabei, aber der Heimvorteil wäre extrem wichtig. Wir werden den Bengals nicht den Roten Teppich ausbreiten", betont Linebacker Ray Lewis.

Bengals haben es in der Hand

Die Bengals liegen knapp vor Oakland, Tennessee und den New York Jets (alle 8-7), die auf einen Ausrutscher der Bengals hoffen müssen.

Lägen mehrere dieser Teams am Ende gleichauf, müssten verschiedene Tiebreaker-Szenarien durchgerechnet werden. Aktuell hätte Oakland in diesem Fall die besten Karten.

"Wir müssen auf uns schauen, Alles andere ist egal. Wir haben es in der Hand", erklärt Cincinnatis Spielmacher Andy Dalton.

Die hauchdünne 24:31-Niederlage beim Hinspiel in Baltimore - Dalton wurde kurz vor Schluss an der Ravens-Endzone gesackt - dürfte zusätzliche Motivation bieten.

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