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Darren Sproles wurde 2005 an 130. Stelle von den Chargers gedraftet © getty

Backup Darren Sproles springt für San Diegos Superstar in die Bresche und führt die Chargers zum Sieg. Für die Falcons endet der Höhenflug.

Von Rainer Nachtwey

München/San Diego - Neun Siege in Serie - besser hätte die Regular Season für die Indianapolis Colts nicht enden können.

Doch den Schwung aus den letzten Spielen, darunter der deutliche 23:0-Erfolg über die Tennessee Titans, konnte der Super-Bowl-XLI-Champion nicht in die Playoffs mitnehmen.

Denn da ist für Indianapolis bereits in den Wild-Card-Playoffs Endstation.

Mit 17:23 nach Verlängerung mussten sich die Colts den San Diego Chargers geschlagen geben.

Große Enttäuschung bei Manning

Vor allem für den frisch gekürten MVP Peyton Manning war die Niederlage besonders bitter. Erst musste der Quarterback 31 Sekunden vor Schluss mitansehen, wie die "Bolts" durch ein Field Goal von Kicker Nate Kaeding zum 17:17 ausglichen, in der Verlängerung blieb ihm dann bei der einzigen Angriffsserie ebenfalls nur die Zuschauerrolle.

"Es ist sehr enttäuschend, ein Playoff-Spiel zu verlieren", sagte der 32 Jahre alte Spielmacher, "wir hatten unsere Chancen, aber die haben wir nicht konsequent genug genutzt."

Ersatzmann sorgt für die Entscheidung

Ersatz-Running-Back Darren Sproles sorgte mit seinem Lauf über 22 Yards in die Endzone der Colts für die entscheidenden Punkte der Verlängerung.

"Wenn dein Coach auf dich setzt, musst du zur Stelle sein", sagte der Matchwinner, der im dritten Viertel in der Endzone den Ball verlor und einen Touchdown verschenkte. "Nach dem Fumble war ich außer mir. Ich wollte anschließend unbedingt einen Touchdown erzielen, um den Fehler vergessen zu machen. "

Sproles war es auch, der mit seinem ersten Touchdown der Partie den 14:10-Halbzeitstand für die Chargers erzielt hatte. Zuvor hatten Running Back Joseph Addai und Kicker Adam Vinatieri die Colts mit 7:0 bzw. 10:7 bei zwischenzeitlichem Ausgleich durch LaDainian Tomlinson in Führung gebracht.

LT muss aufgeben

"Bolts"-Superstar Tomlinson musste Mitte des zweiten Viertels mit einer Rückenverletzung, die ihn bereits vor dem Spiel arg behindert hatte, das Spiel vorzeitig beenden.

"Mir war vom ersten Lauf an bereits klar, dass ich stark eingeschränkt war. Ich hatte lange nicht die Beschleunigung und habe mich schwer getan, durch die Löcher zu stechen", beschrieb LT die Auswirkungen seiner Blessur.

"Nach dem Lauf in die Endzone war ich dann an einem Punkt angelangt, wo ich mir dachte: Jetzt machst du es nur noch schlimmer. Deshalb habe ich dann aufgehört", führte Tomlinson aus.

Gegner steht noch nicht fest

Doch für die Chargers sollte dies kein Nachteil sein, denn sein Ersatzmann übernahm und führte San Diego in die Divisional Playoffs.

Der Gegner steht noch nicht fest, es wird sich aber entweder um die Pittsburgh Steelers oder die Tennessee Titans handeln.

? Arizona Cardinals - Atlanta Falcons

Für Tomlinsons letztjährigen Ersatzmann Michael Turner und seinen neuen Klub ist die Saison hingegen beendet. Der Running Back verlor mit seinen Atlanta Falcons bei den Arizona Cardinals mit 24:30.

Für die Falcons endete damit eine Traumsaison, die eigentlich unter dem Motto "Neuaufbau" stehen sollte.

Cards-Defense spielt groß auf

Vor allem das starke Laufspiel der Falcons, das die Mannschaft aus Georgia zum Überraschungsteam der Saison werden ließ, blieb gegen die Cardinals wirkungslos. Nur ganze 60 Yards gestattete die bärenstarke Abwehr der Cardinals, die in den letzten Saisonspielen große Schwächen offenbart hatte, dem Running-Back-Tandem um Turner und Jerious Norwood.

"Man muss ihrer Verteidigung großes Lob zollen", sagte Falcons guard Harvey Dahl, "Sie haben ihren Job sensationell erledigt. Sie waren auf dem ganzen Spielfeld präsent."

Ryan setzt neue Bestmarke

Den Falcons half auch ein neuer Rookie-Playoff-Rekord von Quarterback Matt Ryan nicht, der mit 26 Completions die alte Bestmarke von 20 übertraf. Denn der Liganeuling leistete sich in seinem ersten Playoffspiel auch drei Turnover.

Zwei seiner Pässe fing die Cardinals-Verteidigung ab und einmal verlor er den Ball bei der Übergabe auf Turner.

Warner mit tiefen TD-Pässen

Bei den Cardinals brillierte Quarterback Kurt Warner zu Beginn der Partie, als er mit zwei Pässen über 42 und 71 Yards Larry Fitzgerald und Anquan Boldin in die Endzone schickte.

"Vor der Begegnung haben uns viele Experten als schlechtestes Team, das jemals die Playoffs erreicht hat, betitelt", sagte Trainer Ken Whisenhunt, der seinen ersten K.o.-Runden-Sieg als Head Coach feierte, "aber ich denke mit diesem Spiel haben wir allen gezeigt, was wir drauf haben."

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