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Running Back Willis McGahee erzielte am 7. Spieltag einen Touchdown © getty

Die Partie am 7. Spieltag war sowohl für Miami als auch Baltimore der Wendepunkt der Saison. Nun geht es für beide Teams ums Weiterkommen.

Von Rainer Nachtwey

München/Miami - Die letzten beiden Aufeinandertreffen zwischen den Miami Dolphins und den Baltimore Ravens in Florida haben beide Teams noch in bester Erinnerung.

Mit dem Sieg nach Verlängerung beendeten die Dolphins vor rund 13 Monaten die "Imperfect Season", als sie am 15. Spieltag ihren ersten Saisonerfolg feierten.

Zwar verloren die "Fins" die letzten beiden Partien der Spielzeit, doch diese schlechte Saison bildete die Ausgangslage für die Kompletterneuerung des Kaders und der Führungsriege.

Wechsel bei den Trainern

Der neu eingesetzte Vizepräsident Bill Parcells warf Trainer Cam Cameron raus und holte Tony Sparano aus Dallas. Durch die überraschende Playoff-Teilnahme (19 Uhr LIVESCORES) mit dem im Vorjahr noch schlechtesten Teams der Liga gilt Sparano bei den Experten neben Mike Smith von den Atlanta Falcons als heißester Anwärter auf den Titel des "Coach of the Year".

Auch bei den Ravens entschied sich die Klubführung nach der schwachen Vorsaison (fünf Siege, elf Niederlagen) zu einem Wechsel auf der Trainerposition.

John Harbaugh ersetzte Meistercoach Brian Billick und entschied sich für einen neuen Offensiv Coordinator: Cam Cameron, gerade erst bei den Dolphins entlassen, erhielt den Zuschlag.

Partie in Miami der Wendepunkt

Und für Cameron gab es am 7. Spieltag eine triumphale Rückkehr im Dolphins Stadium. Die Ravens siegten bei den Dolphins mit 27:13 und legten damit den Grundstein für den 9:2-Lauf in den folgenden elf Spielen.

"Die Begegnung gegen Miami war der Wendepunkt", erinnert sich Tackle Willie Anderson. "Wir haben in dem Spiel gefightet und uns gegenseitig eingeschworen."

Unterschied wie Tag und Nacht

Vor allem für Rookie-Quarterback Joe Flacco war die Begegnung die Wende zum Besseren. Nach zuvor sieben Interceptions in den ersten fünf Spielen fing sich der Liganeuling und leistete sich am Ende nur noch fünf abgefangene Pässe über die letzten elf Partien.

"Joe hat sich sensationell entwickelt", lobte Backup Kyle Boller seinen Teamkollegen. "Im Vergleich zu Saisonbeginn ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. So wie er jetzt spielt, ist er definitiv reif für die Playoffs."

Nicht zu beschreiben

Nicht nur für die Ravens, auch für die Dolphins - obwohl sie die Begegnung verloren - stellte das Duell mit Baltimore eine wegweisende Partie dar. Nach der Niederlage starteten die Dolphins einen phänomenalen Lauf von zehn Siegen aus den elf folgenden Spielen und gewannen damit den Divisionstitel der AFC East.

"Ich denke Worte können das gar nicht beschreiben", schwärmt Running Back Ronnie Brown. "Zu Beginn der Saison konnten wir von den Playoffs nur träumen. Jetzt haben wir es tatsächlich geschafft."

McNabb legt zu

Auch bei den Philadelphia Eagles und den Minnesota Vikings war es eine Steigerung zum Ende der Spielzeit bzw. zur Saisonhalbzeit, die den Klubs zur K.o.-Runden-Teilnahme verhalf.

Bei der deutlichen Niederlage gegen Baltimore wurde Phillys Star-Quarterback Donovan McNabb zur Halbzeit sogar auf die Bank verbannt und erst durch die anschließend beeindruckende Serie von neun Touchdown-Pässen und einem Lauf in die Endzone bei vier Siegen aus den letzten fünf Spielen ließ McNabb und die Eagles jubeln.

"Viele haben uns ausgezählt und gesagt, dass die Saison für uns vorbei ist, aber wir sind weiterhin konzentriert geblieben und deshalb dürfen wir diesen Sonntag spielen."

Achterbahnfahrt für Peterson

Auch für die Vikings war die reguläre Saison ein stetes Auf und Ab.

"Es war wie eine Achterbahnfahrt", erinnert sich Star-Running-Back Adrian Peterson, "Aber wir haben es geschafft, die widrigen Situationen als Team zu meistern, und deshalb stehen wir jetzt in der K.o.-Runde."

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