Parkplatz für 600 Dollar, VIP-Box für 600.000 Dollar
Von Björn Seitner und Eric Böhm
München/Indianapolis - Für Schauspielerin Rooney Mara wird der Februar ein ereignisreicher Monat.
Neben der Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin ("Verblendung") darf sich die 26-Jährige auch auf den Super Bowl XLVI zwischen den New England Patriots und den New York Giants freuen (ab 0 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+, Zusammenfassung ab 16.30 Uhr im TV auf SPORT1).
Zum wem Mara hält ist dabei familiär festgeschrieben: Ihr Ur-Ur-Großvater gründete das Team der Giants.
Ihr Großvater war bis zu seinem Tod 2005 Eigentümer, ihrem Onkel, gehören heute noch 50 Prozent des Klubs.
Verbindung mit den Steelers
Wer dachte, das sei alles, der irrt: Ihr Großvater mütterlicherseits gründete die Pittsburgh Steelers - aber die sind ja nicht im Endspiel.
Maras Vater Chris jedenfalls glaubt, die Oscars seien ihr "persönlicher Super Bowl".
Zuvor wird sich die Schauspielerin mit ihrer 82 Jahre alten Großmutter, die trotz gebrochener Schulter anreisen wird, aber wohl das sportliche Highlight im Lucas Oli Stadium anschauen.
SPORT1 zeigt weitere kuriose Fakten des größten amerikanischen Sportereignisses:
• Simulation im Videospiel
Alljährlich nimmt sich die Videospielfirma "EA Sports" einer Vorhersage des NFL-Super-Bowls an. Im Spiel "Madden NFL 2012" wird die Partie auch diesmal simuliert.
Das Ergebnis: 27:24 für die Giants. Die Entscheidung fällt durch einen Kick von Lawrence Tynes - wie schon im NFC-Finale gegen die 49ers.
Sechs von acht dieser Vorhersagen trafen in den vergangenen Jahren übrigens ein.
• Underwood mit frischer Rasur
Etwas besonderes hat sich Patriots-Wide-Receiver Tiquan Underwood einfallen lassen.
Der 24-Jährige ließ sich das Wappen seines Klubs in die Haare am Hinterkopf rasieren - auch wenn man das Kunstwerk wegen des Helms wohl kaum sehen wird.
Beim Media Day sorgte die Frisur jedenfalls für Aufsehen (DIASHOW: Bilder des Media Days).
• Teuerstes Ticket 16.480 Dollar
Fans, die sich das Endspiel ansehen wollen müssen tief in die Tasche greifen.
Kurz vor dem großen Abend beträgt der Durchschnittspreis für ein Ticket 4337 Dollar. 1967, beim ersten Super Bowl mussten die Anhänger zwölf Dollar bezahlen - allerdings war das Los Angeles Memorial Coliseum damals auch nicht ausverkauft.
Das derzeit teuerste Ticket auf dem Markt bekommt man für 16.480 Dollar. Für die teuerste VIP-Box müsste man rund 587.000 Dollar hinblättern.
Auch ein Parkticket vor dem Lucas Oil Stadium ist nicht gerade billig: Es kostet 600 Dollar.
• TV-Zuschauer: 800 Millionen
800 Millionen Menschen weltweit werden jede Bewegung auf dem Rasen verfolgen. Die Partie wird in 180 Länder übertragen.
Da lässt sich auch die Werbeindustrie nicht lumpen: Schon ein 30 Sekunden langer TV-Spot kostet drei Millionen Dollar.
Bei etwa 45 Minuten, die zur Präsentation der Produkte geplant sind, kommen so satte 270 Millionen Dollar zusammen.
• 120 Millionen Liter Bier
In Sachen Naturalien schlagen die Amerikaner ordentlich zu:
Ein Drittel ihres Jahresumsatzes machen die Pizzaboten am Tag des Super Bowl. Insgesamt werden rund 50 Millionen Dollar in Essen investiert.
Für die Nahrungsmittelindustrie ist das Ereignis nach Thanksgiving der zweitwichtigste Tag im Jahr.
Runtergespült wird das ganze mit etwa 120 Millionen Litern Bier.
• Siegen ist gesünder
Gesünder ist offenbar ein Erfolg des favorisierten Teams - was nicht zuletzt eine Studie des US-Fachmagazins "Clinical Cardiology" unterstreicht.
So seien 1980 nach der Super-Bowl-Niederlage der Los Angeles Rams gegen die Steelers in Los Angeles 15 Prozent mehr Männer als gewöhnlich an Herzversagen gestorben. Bei den Frauen stieg die Quote sogar um 27 Prozent.
Vier Jahre später nach dem Triumph der Los Angeles Raiders gegen die Washington Redskins blieb die Sterberate bei den Männern stabil, nahm bei den Frauen ab.
• Nachwirkungen am Montag
Welche Rolle Erfolg oder Misserfolg des Lieblingsteams bei der Krankenquote spielt, ist nicht überliefert. Verbrieft ist, dass sich am Tag nach dem Super Bowl immerhin sechs Prozent der Amerikaner krank melden.
Eine weitere Folge des heißesten Sporttages im Jahr: Der Verkauf von säurebindenden Mitteln - so genannte Antazida - steigt um 20 Prozent.
Denn auch der Kampf gegen das Sodbrennen gehört zum alljährlichen Wahnsinn rund um den Super Bowl.
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