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Kurt Warner spielte 1998 bei den Amsterdam Admirals in der NFL Europe © getty

In den letzten Jahren fristete Kurt Warner in Arizona ein Schattendasein. Diese Saison sorgt er mit den Cardinals sorgt für Furore.

München - In den letzten Jahren fristete Kurt Warner in Arizona ein Schattendasein. Diese Saison kehrt der zweimalige MVP auf die große Bühne zurück.

Er wurde nur noch als Ersatzmann in einem durchschnittlichen Team gehandelt und schien seine besten Zeiten lange hinter sich zu haben.

Vor dem Saisonstart hätte wohl kaum jemand auch nur einen Cent auf einen Titelgewinn von Quarterback Kurt Warner und den Arizona Cardinals gesetzt. Vier Monate später hat sich das Bild gewandelt.

Am vergangenen Wochenende führte der 37-Jährige den einstigen Prügelknaben der NFL in die Divisional Playoffs und sieht seine Mission noch nicht beendet: "King Kurt" ist wieder da.

Super-Bowl-Sieger mit St. Louis

Vor rund neun Jahren war Warner schon einmal ganz oben. Mit den St. Louis Rams hatte er gerade den Super Bowl gewonnen und war erstmals zum wertvollsten Spieler der Liga gekürt worden.

Fans und Medien rissen sich um den Aufsteiger, der fast aus dem Nichts gekommen war. Über die Umwege Arena Football League und der NFL Europe, wo er 1998 für die Amsterdam Admirals auflief, hatte sich Warner in den Fokus der Rams gespielt und einen Vertrag erhalten.

Verletzungspech wird ihm zum Verhängnis

Er dankte es mit überragenden Leistungen und wurde ein zweites Mal als MVP ausgezeichnet, bevor es 2002 genauso schnell bergab ging wie es einst bergauf gegangen war.

Vor allem sein großes Verletzungspech wurde ihm zum Verhängnis. Chronische Rückenbeschwerden und Probleme an seiner Wurfhand gehörten für den Spielmacher zum Alltag. Nach zwei Brüchen des kleinen Fingers stecken noch heute vier orthopädische Nägel im Fingeransatz.

Team ist gewachsen

Umso mehr genießt der streng gläubige Christ seine Rückkehr auf die große Football-Bühne.

"In Arizona steht mir ein Team zur Seite, das zu Großem fähig ist. In den letzten Jahren sind wir gewachsen, Schwachstellen wurden korrigiert", meinte Warner, der nach seiner Entlassung bei den Rams und vor seinem Engagement bei den Cardinals ein kurzes erfolgloses Intermezzo bei den New York Giants gegeben hatte:

"Das Gefühl, wieder auf der Kommando-Brücke zu stehen und nicht mehr fürchten zu müssen, schnell ausgewechselt zu werden, ist unglaublich aufregend."

Manning schon aus dem Rennen

Selbst als "wertvollster Spieler" war Warner nach seinen starken Auftritten in der regulären Saison gehandelt worden. Bei der Abstimmung unter Fachjournalisten erhielt er zwar nur eine

Stimme, doch für den zum dritten Mal siegreichen Peyton Manning ist die Saison im Gegensatz zu Warner bereits beendet.

Der Quarterback der Indianapolis Colts verlor mit seinem Team zum Play-off-Auftakt 17:23 bei den San Diego Chargers. Warner führte die Cardinals zu einem 30:24 gegen die Atlanta Falcons.

"Können jeden schlagen"

In der Runde der letzten Acht geht es am kommenden Samstag zu den Carolina Panthers. "Der Sieg gegen die Falcons hat uns noch mehr Selbstvertrauen gegeben", meint Warner: "Ich glaube, wir können jetzt jedes Team der Liga überall schlagen."

Der Super Bowl findet am 1. Februar in Tampa statt. Der Rückkehrer scheint bereit.

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