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Kerry Collins begann seine Karriere 1995 bei den Carolina Panthers © getty

Der Quarterback der Tennessee Titans trifft in den Divisional Playoffs auf seinen Albtraum-Gegner zu Giants-Zeiten.

Von Rainer Nachtwey

München/Nashville - Kerry Collins Erinnerungen an die Baltimore Ravens dürften nicht allzu gut sein. Im Februar 2001 stand der Quarterback der Tennessee Titans mit seinem damaligen Team, den New York Giants, dem Klub aus Maryland im Super Bowl XXXV mit 7:34.

"Es ist schwer, das zu vergessen. Das war sicherlich keines meiner besten Spiele", erinnert sich Collins an jenes Desaster, als er mit vier Interceptions einen Super-Bowl-Rekord aufstellte.

Zusätzlich brachte er damals nur ganze 15 seiner 39 Pässe an den Mann und kam lediglich auf 112 Yards.

"Ich denke nicht mehr an das Spiel. Außerdem geht es hier nicht um mich, sondern um die Mannschaft", sagt Collins vor dem Divisional-Playoffs-Duell (ab 22.30 Uhr LIVESCORES) mit den Ravens.

Collins Bodyguard fällt aus

Im Kader Baltimores stand damals und steht heute auch noch Ray Lewis. Der Linebacker wurde als wertvollster Spieler des Endspiels ausgezeichnet und ließ Collins mit vier geblockten Pässen immer wieder verzweifeln.

Auch dieses Mal wird der Starverteidiger versuchen, dem Spielmacher das Leben schwer zu machen.

Und die Aussichten sind gut, denn Collins wird gegen Baltimore eine wichtige Stütze abgehen. Center Kevin Mawae, der ins All-Pro-Team gewählt wurde, fällt mit einer Ellbogenverletzung aus. Für ihn rückt Leroy Harris in die Mitte der Offensive Line.

Zwei der besten Verteidigungsreihen

Neben Mawae stellen die Titans drei weitere Spieler für das "Team der Besten": Offensive Tackle Michael Ross sowie die beiden Verteidiger Defensive Tackle Albert Haynesworth und Cornerback Cortland Finnegan.

Aber auch die Ravens haben mit Lewis und Ed Reed zwei All-Pro-Verteidiger in ihren Reihen. Bereits im Regular-Season-Duell am fünften Spieltag deuteten beide Defensivreihen, die zu den besten der Liga gehören, beim 17:10 der Titans an, wie schwer es die Angriffsformationen haben werden.

Erfahrung mit Frische gepaart

Dabei werden beide Teams auf ihr Laufspiel setzen. Und auch hier weisen die Titans und Ravens eine Gemeinsamkeit auf.

Beide setzen neben einem erfahrenen Running Back - Willis McGahee auf Seiten Baltimores und LenDale White für die Titans - auf einen Rookie und wurden nicht enttäuscht.

Tennessees Chris Johnson wurde nach 1228 Yards und neun Touchdowns für den Pro Bowl nominiert, Fullback Le'Ron McClain brachte es mit 902 Yards und zehn Läufen in die Endzone sogar auf All-Pro-Ehren.

Carolina Panthers vs. Arizona Cardinals (So., 2 Uhr)

Während sich Titans und Ravens von der Art her ähneln, unterscheiden sich die Carolina Panthers und Arizona Cardinals im Angriff enorm. Wie Baltimore und Tennessee setzt auch die Mannschaft aus Charlotte auf das Laufspiel.

Und auch hier hat sich die Kombination aus erfahrenem Spieler und Liganeuling bewährt. DeAngelo Williams lief mit 18 Touchdowns zu Höchstform auf und wurde dabei von Erstrundenpick Jonathan Stewart (836 Yards und zehn Touchdowns) unterstützt. Mit insgesamt 28 Rushing-Touchdowns führt das Duo die Statistiken an.

Warner wie zu besten Rams-Zeiten

Die Cardinals hingegen vertrauen auf die Passfähigkeiten des zweimaligen MVPs Kurt Warner.

Der 37 Jahre alte Quarterback setzte seine Wide Receiver Larry Fitzgerald, Anquan Boldin und Steve Breaston in der Regular Season hervorragend in Szene. Erst zum fünften Mal gelangen drei Passempfängern eines Teams Raumgewinn über 1000 Yards.

Zuletzt waren dies die St. Louis Rams 2000 mit den Receivern Torry Holt, Isaac Bruce and Az-Zahir Hakim. Der Quarterback damals hieß Kurt Warner.

Neben dem Angriff der Cardinals rückt wie schon gegen die Atlanta Falcons in der Vorwoche vor allem die Rushing-Defense in den Fokus. Beim 30:24 (Spielbericht) nahmen Darnell Dockett, Karlos Dansby und Co. das Laufspiel der Falcons um Running Back Michael Turner komplett aus dem Spiel.

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