vergrößernverkleinern
Ralph Brown (l.) fing einen Pass von Jake Delhomme auf Steve Smith ab © getty

Ausgerechnet an seinem 34. Geburtstag zeigt Carolinas Quarterback Delhomme das schlechteste Spiel der Saison. Baltimore überrascht in Tennessee.

Von Rainer Nachtwey

München/Charlotte ? Die Vorzeichen waren eindeutig. Die Carolina Panthers galten im Divisional-Playoffs-Duell gegen die Arizona Cardinals als favorisiert.

Die reguläre Saison hatten die Panthers als einziges Team im heimischen Stadion ungeschlagen beendet. Und die Cardinals verloren alle ihre Auswärtsspiele, sobald sie in der Ostzeitzone spielen mussten.

Doch ausgerechnet in der K.o.-Runde stellte Arizona das Ganze auf den Kopf. Mit 33:13 überflügelten die Gäste die Heimmannschaft und stehen damit im NFC Championship Game.

"Nicht allzu viele Leute haben nett über uns geredet und uns Chancen auf den Sieg eingeräumt", sagte Coach Ken Whisenhunt, "aber wir haben gezeigt, dass wir auch an der Ostküste gewinnen können."

Geburtstagsgeschenke von Delhomme

Allerdings erhielt die Mannschaft aus dem Wüstenstaat dabei freundliche Unterstützung von Carolinas Quarterback Jake Delhomme. Der Spielmacher leistete sich ausgerechnet an seinem 34. Geburtstag fünf Interceptions und verlor zudem nach einem Sack von Antonio Smith den Ball an die Cardinals.

"Ich bin immer noch sprachlos", sagte Delhomme über seine Leistung, "aus welchem Grund auch immer habe ich es nicht geschafft, meiner Mannschaft die Chance auf den Sieg zu geben."

Drei Ballverluste pro Halbzeit

Dabei begann die Partie für die Panthers planmäßig. Bereits die erste Angriffsserie brachte die Heimmannschaft mit 7:0 in Führung. Jonathan Stewart lief über neun Yards in die Endzone. Doch anschließend folgte der "große" Auftritt von Delhomme, den die Cardinals gnadenlos ausnutzten.

Erst verlor er den Ball und die Cardinals nutzten die Angriffsserie zur 14:7-Führung, anschließend fing Dominique Rodgers-Cromartie einen Pass ab und die Cardinals bauten ihren Vorsprung durch ein Field Goal von Kicker Neil Rackers auf 17:7 aus.

Doch damit nicht genug: Noch vor der Halbzeitpause erhöhte Larry Fitzgerald nach einem 29-Yard-Pass von Quarterback Kurt Warner auf 27:7. Vorausgegangen war eine Interception von Gerald Hayes. Die Partie war so gut wie entscheiden.

Unterschiedliche Laufverteidigung

"Wir haben als Mannschaft hervorragend gespielt", sagte Warner. "Wir sind eine Mannschaft, die gemeinsam großartig Football spielt. Jeder hat seine Leistung gebracht."

Die zeigte vor allem die Abwehrreihe. Die Verteidigung um Darnell Dockett ließ bloß 75 Rushing Yards der Panthers um das Running-Back-Duo DeAngelo Williams/Stewart zu.

Dagegen enttäuschte die Laufverteidigung der Panthers. 133 Rushing Yards gestattete die Defense Edgerin James und Tim Hightower.

Panthers wären besser daheim geblieben

"Wir haben uns einfach einen schlechten Tag ausgesucht, einen schlechten Tag zu erwischen", brachte es Carolinas Trainer John Fox auf den Punkt.

Defensive End Julius Peppers hatte kritischere Worte übrig: "Wir haben nicht gut gespielt und hätten lieber heimgehen sollen, statt aufs Footballfeld. Wir haben jetzt eine lange Zeit darüber nachzudenken, was wir Alles falsch gemacht haben."

Fitzgerald hofft auf Eagles

Während die Panthers ihren Urlaub antreten treten die Cardinals im NFC Championship Game an. Der Gegner wir zwischen den New York Giants und den Phialdelphia Eagles (19 Uhr LIVESCORES) ermittelt.

"Ich setzte jetzt meinen Philly-Hut auf", sagte Fitzgerald, der auf phänomenale 166 Receiving-Yards kam. "Ich werde Philly die Daumen drücken, denn wir hätten dann ein Heimspiel."

Tennessee Titans vs. Baltimore Ravens

Der erste Teilnehmer des AFC-Finals steht ebenfalls fest. Die Baltimore Ravens sorgten mit dem 13:10-Sieg über die Tennessee Titans für eine Überraschung. Rookie-Quarterback Joe Flacco führte dabei seine Mannschaft in der Schlussminuten zum entscheidenden Field Goal, das Kicker Matt Stover 53 Sekunden vor Schluss zum 13:10-Endstand verwandelte.

"Das war wohl der Nummer Eins Kick meiner Karriere", sagte Stover, "aber noch liegen ein paar Kicks vor uns."

Flacco überzeugte mit einer soliden Leistung. Der Neuling brachte die Hälfte seiner 22 Pässe an den Mann und leistete sich keinen Turnover. Zudem bediente er Derrick Mason mit einem 48-Yards-Pass in der Endzone für seinen ersten Playoff-Touchdown-Pass.

Zu viele Ballverluste

Die Titans hingegen leisteten sich drei Ballverluste in der Hälfte der Ravens. "Das ist schon schockierend. Wenn man zwei, drei Mal den Ball an der gegnerischen 20 hergibt, dann hat man es auch nicht verdient, zu gewinnen."

Baltimores Gegner wird in der Partie zwischen den Pittsburgh Steelers und San Diego Chargers im Heinz Field ermittelt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel