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Donovan McNabb machte gegen New York insgesamt 217 Yards gut © getty

Die New York Giants schaffen beim Aus gegen Philly nicht einmal einen Touchdown, Pittsburgh gelingt der einzige Favoritensieg.

Von Martin Hoffmann

München - Es war ein sang- und klangloser Abschied für den Titelverteidiger.

Mit 11:23 scheiterten die New York Giants im NFC-Halbfinale an den Philadelphia Eagles 53647 (DIASHOW: Bilder des Spiels) - und der Held der vergangenen Saison sah ganz blass aus gegen den Quarterback der Stunde.

Eli Manning, der New Yorker Spielmacher, führte seine Mannschaft zu nicht einem Touchdown, während sein Gegenüber Donovan McNabb wieder einmal überragte.

Er leitete die entscheiden Spielzüge ein und vollendete beide Touchdowns seines Teams - einen mit einem Lauf, einen mit einem Pass. Der Spielmacher wurde so trotz zweier Interceptions mal wieder zum Matchwinner (DATENCENTER: Die Playoffs im Überblick).

"Der beste Quarterback der NFL"

"Er ist der beste Quarterback der NFL, ich glaube nicht, dass ich mehr sagen muss", erklärte Philadelphias Trainer Andy Reid.

Derselbe Reid, der McNabb während der Saison gegen Baltimore noch auf die Bank setzte.

Eine Denkpause, seit der der Spielmacher wie entfesselt agiert - auch wenn er bis heute nicht zugibt, dass sie seine Leistung irgendwie beeinflusst hätte.

Gegen New York war er am Ende so aufgedreht, dass er sich sogar einen Flachs erlaubte: Nachdem er von der Giants-Abwehr vom Spielfeld gedrängt wurde, griff er sich einen Telefonhörer für ein imaginäres Ferngespräch.

Manning fehlt die Effizienz

Was Manning im Vergleich zu McNabb fehlte war die Effizienz bei den Spielzügen, wo es drauf ankam. Fünfmal kam er mit seinem Team zwar bis an die gegnerische 20-Yard-Linie, aber nicht einmal bis in die Endzone.

Dafür war New York aber noch verhältnismäßig lange im Spiel - seiner guten Abwehr und Kicker John Carney sei Dank.

Der brachte New York zunächst mit 3:0 in Führung, ehe Philly mit einem Touchdown antwortete, den McNabb mit einem Ein-Yard-Lauf selbst abschloss.

Nach einer Zwei-Punkte-Strafe für Philly und einem weiteren Field Goal Carney antworteten die Eagles mit einem eigenen Field Goal von David Akers, das ihnen eine 10:8-Führung zur Halbzeit sicherte.

Entscheidender Ein-Yard-Pass

Nach der Pause drehte Carney die Verhältnisse noch einmal, wieder aber antwortete Akers vor dem Ende des Viertel, ehe dann im Schlussdurchgang die Entscheidung fiel.

Ein Ein-Yard-Pass von McNabb auf Brent Celek sorgte 14:56 Minuten vor Schluss für eine Neun-Punkte-Führung der Gäste.

Der Schlussakkord gehörte Akers mit seinem dritten Field Goal des Tages.

"Wir haben unseren Job nicht gemacht"

So war nicht zu vermeiden, dass New York nach drei Niederlagen in den letzten vier Spielen der Regular Season auch den ersten Playoff-Auftritt in den Sand setzte.

"Die Defensive hat herausragend gespielt und uns die Gelegenheiten gegeben", erklärte der untröstliche Manning: "Aber wir in der Offensive haben unseren Job nicht gemacht."

"Ich bin sehr, sehr enttäuscht", erklärte Giants-Trainer Tom Coughlin: "Schade, dass die Saison so zu Ende geht."

Die Eagles treffen nun im NFC-Finale am Sonntag in einem Duell der Außenseiter auf die Arizona Cardinals, die sich am Vortag unerwartet mit 33:13 bei den Carolina Panthers durchgesetzt hatten (Spielbericht) .

Pittsburgh tanzt aus der Reihe

Der vierte Conference-Finalist, der im Anschluss ermittelt wurde, tanzt im Vergleich zu Philadelphia, Arizona und Baltimore aus der Reihe.

Den Pittsburgh Steelers gelang gegen die San Diego Chargers der einzige Favoritensieg des Playoff-Wochenendes - und der einzige Heimerfolg.

Mit 35:24 setzten sich die Steelers gegen ihren Erzrivalen durch und treffen nun im AFC-Endspiel auf die Ravens.

Unbeeindruckt vom "Heimfluch"

Das beste Heimteam der regulären Saison und überhaupt auf eigenem Platz in dieser Spielzeit das erfolgreichste Team seit 1970, ließ den "Heimfluch", dem vorher Tennessee, Carolina und eben New York zum Opfer fielen, nicht über sich kommen.

"Wir haben darüber gesprochen", erklärte Wide Receiver Santonio Holmes zwar: "Aber wir wusste, dass der Weg zum Super Bowl über uns führen könnte, als wir Baltimore gewinnen sahen. Also haben wir losgelegt."

Matchwinner Parker

Quarterback Ben Roethlisberger gab bei Pittsburgh ein erfolgreiches Comeback nach einer überstandenen Gehirnerschütterung.

Der Star-Spielmacher fiel mit 181 Yards und einem Touchdown-Pass nicht übermäßig auf, lenkte seine Offensive aber immer effektiv.

Matchwinner für Pittsburgh war Running Back Willie Parker mit 146 Yards und zwei Touchdowns.

Nach dem Favoritensterben an dem Wochenende kann sich Pittsburgh damit jetzt als erster Anwärter auf den Super Bowl fühlen.

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