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Anquan Boldin will mit seinen Cardinals zum Super Bowl in Tampa, Florida © getty

Am Sonntag treffen die Arizona Cardinals auf die Eagles. Die graueste Maus der NFL kann dabei Geschichte schreiben.

Von Dustin Werk

München - Wenn am Sonntag (ab21.00 Uhr LIVESCORES ) die Arizona Cardinals auf die Philadelphia Eagles im NFC Championship Game um den Einzug in den Super Bowl XLIII spielen, wird Anquan Boldin ganz besonders in den Fokus rücken.

Der Wide Receiver der Cardinals zählt nicht nur zu den besten Passempfängern der Liga, sondern auch zu den ganz besonders harten.

Am vierten Spieltag gegen die New York Jets wurde Boldin bei dem Versuch einen Pass in der Endzone zu fangen von hinten leicht gestoßen und prallte gegen den Helm von Jets-Safety Eric Smith.

Mehrere Drähte und Platten

Sowohl Smith als auch Boldin wurden ausgeknockt und blieben bewusstlos liegen. Boldin musste mit der Trage vom Feld gebracht werden.

In Sorge um ihn versammelten sich sowohl Mit- als auch Gegenspieler um den Mann aus Florida. Die Diagnose nach den Röntgenaufnahmen lautete: Bruch der Stirn direkt über der Nase.

Nach einer Operation, bei der ihm auch gleich noch sein Überbiss repariert wurde, wurden ihm Platten, Schrauben und Drähte implantiert.

"Werde nichts ändern"

Nach diesem Hit galt er endgültig als eisenhart. In seinem ersten Interview nach der OP sagte er: "Nichts wird sich daran ändern, wie ich an das Spiel herangehe und wie es meine Art ist zu spielen."

Der Mann, der ihm diese Verletzung beibrachte, rief ihn noch im Krankenhaus an, um sich zu entschuldigen. Doch Boldin meinte nur, er habe nichts falsch gemacht und solle genauso weiter spielen wie bisher.

Die NFL sah das ein wenig anders und sperrte Smith für ein Spiel. Gerade einmal zwei Partien verpasste Boldin bevor er wieder auf dem Feld stand. Die Regular Season beendete er mit elf Touchdowns.

Der Führende in dieser Wertung, Larry Fitzgerald, hatte gerade einen mehr auf seinem Konto.

Erfolgreichste Saison

Beim 33:13-Erfolg über die favorisierten Carolina Panthers letzte Woche mussten die Cardinals allerdings wegen einer Muskelverletzung auf Boldin verzichten.

Dieser Sieg war aber ein Erfolg, der die Saison der Truppe um Trainer Ken Whisenhunt zur erfolgreichsten ihrer jüngeren Geschichte machte. Das Team, bekannt als ewiger Verlierer, qualifizierte sich als eine der ersten Mannschaften für die Playoffs.

Die Cardinals-Franchise ist die älteste in der heutigen NFL. Ab 1920 in Chicago beheimatet, zog sie 1960 weiter nach St. Louis. In 28 Jahren dort erreichten sie nur drei Mal die Playoffs, verloren jeweils auswärts in der ersten Runde.

Umzug nach Arizona

Erst 1988 folgte der Umzug nach Arizona. Aber auch im warmen Süden spielten die Cardinals in den Kellerregionen und schafften erst 1998 den Einzug in die Playoffs.

Es wartete das "Team der Neunziger", die Dallas Cowboys. Es folgte ein 20:7-Erfolg und damit der erste Sieg in den Playoffs seit 1947.

Aber erst mit dem Sieg gegen die Atlanta Falcons vor zwei Wochen schafften die Cardinals ihren ersten Heimerfolg in den Playoffs seit 52 Jahren!

Alles schien wie immer

Dabei schien vor der Saison noch alles beim Alten zu sein. Was als Übergangsjahr deklariert worden war, wurde zum Jahr der Überraschungen.

Spielmacher Kurt Warner glänzte wie in alten Tagen in St. Louis. Dabei stand Warner schon auf dem Abstellgleis.

Nachdem er in St. Louis von Marc Bulger abgelöst wurde, heuerte er bei den Giants an, war aber gegen Eli Manning chancenlos.

Bei den Cardinals sollte er eher den Mentor für Matt Leinart spielen, den College-Star und Heisman-Trophy Gewinner.

Das beste Trio

Doch wiedererwartend trumpfte Warner groß auf und bekam den Job des Starting Quarterback.

Mit seinen Wide Receivern Larry Fitzgerald, Anquan Boldin und Steve Breaston hat er wohl das gefährlichste Wide Reicever Trio der Liga vor sich auf dem Feld. Dank einer ebenso starken Defense stehen die Cardinals vor ihrem ersten Einzug in den Super Bowl.

Eagles wissen wie es geht

Der Gegner, die Eagles werden gewiss etwas dagegen haben. Und sie wissen auch wie die Cardinals zu schlagen sind. Am 13. Spieltag fertigten McNabb und Co. Arizona mit 48:20 ab.

Für McNabb wird die Partie die große Chance zur Wiedergutmachung. Nach der Pleite im Super Bowl 2004 folgten mehr Tiefen als Höhen.

McNabb sollte vor der aktuellen Saison noch aus der Stadt gejagt werden und wurde zwischenzeitlich von seinem Coach gar auf die Bank versetzt. Diese Entscheidung sollte im Nachhinein die Weichen für die Playoffs stellen.

McNabb drehte auf und ließ seine Eagles wieder wie einen ernsthaften Super Bowl Anwärter aussehen. Das sind auch Kurt Warner und seine Cardinals.

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