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Santonio Holmes (r.) und Samari Rolle werden bei ihrem Duell die Knochen hinhalten müssen © getty

Der Super Bowl winkt: Im AFC-Finale wird zwischen den Steelers und den Ravens die härteste Rivalität der NFL durchlebt.

Von Dustin Werk

München - Wenn es in der Nacht auf Montag (0.30 Uhr LIVESCORES) um den Titel in der AFC geht, dann treffen nicht die großen Quarterbacks aufeinander, die Defensive ist der Star.

Denn in Pittsburgh kommt es zum Duell der besten Verteidigungen der Liga. Auf der einen Seite Star-Linebacker James Harrison mit seinen Pittburgh Steelers, auf der anderen sein Gegenüber Ray Lewis und die Baltimore Ravens.

Es ist erst das zweite Mal seit 1970, dass die beiden besten Abwehrreihen in einem Championship Game gegeneinander spielen.

Doch die Rivalität der Clubs ist eine der intensivsten der Liga - es geht nicht nur um Football.

Eine wahre Schlacht

"Jeder Block, jedes Tackle, nichts wird locker genommen. Sie werden alle mit vollster Intensität und Bösartigkeit ausgeführt", erklärt Tunch Ilkin, Radio-Kommentator und ehemaliger Spieler der Steelers.

"Wenn du die Chance hast, das Gesicht deines Gegners in den Dreck zu stecken, machst du es, wenn du ein Knie in den Rücken des Gegners drückst, um auch nur aufzustehen, machst du es."

Erst beim letzten Aufeinandertreffen im Dezember gab es eine nicht sehr schmackhafte Szene, als anscheinend Ravens-Cornerback Frank Walker seinem Gegenüber Punter Mitch Berger in den Mund spuckte.

Rauferei als Auslöser

13 Jahre sind die Ravens nunmehr in Baltimore beheimatet, doch die Rivalität nahm schon in den 70ern ihren Ursprung, als das Team noch aus Cleveland kam.

Auslöser war wohl eine Rauferei 1975, bei der Steelers Defensive Tackle Joe Greene den Lineman der Browns Bob McKay immer wieder mit Tritten bedachte.

Knappe Spiele zuvor

Das Spiel am Sonntagabend lässt sich also ein wahre Schlacht vermuten, bei den besten Defensiv-Reihen der Liga noch eine sehr punktearme dazu. Die zwei bisherigen Saisonspiele der Division-Rivalen konnten die Steelers mit einem Gesamtunterschied von nur sieben Punkten gewinnen.

Die Quarterbacks "Big" Ben Roethlisberger und Joe Flacco hatten so ihre Schwierigkeiten mit der gegnerischen Verteidigung. Ging das erste Duell noch 23:20 für die Steelers aus, endete die zweite Partie nur mit 13:9. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Vor allem Ravens Rookie Quarterback Joe Flacco kam mit dem "Steel Curtain" der Steelers nicht zurecht und fand in nur 11 von 28 Passversuchen seinen Mann, mit zwei Interceptions inklusive.

Druck auf "Big" Ben

Die Verteidigung der Ravens sollte vor allem Druck auf die Offensive Line der Steelers ausüben. Quarterback Roethlisberger hat sich erst vor kurzem von einer leichten Gehirnerschütterung erholt und ist bekannt dafür, unter Druck den einen oder anderen Fehler zu produzieren.

Aber gerade da liegt auch seine Stärke. "Big" Ben macht aus den unmöglichsten Situationen noch die ganz wichtigen Raumgewinne. Besonders wenn er beginnt, mit dem Ball zu laufen, ist höchste Vorsicht angemahnt.

Laufangriffe stoppen

Die Steelers hingegen sollten vor allem versuchen, den Laufangriff der Ravens unter Kontrolle zu kriegen.

Mit 148,5 Yards pro Spiel stellt Baltimore das viertbeste Laufspiel der Liga. Wenn Pittsburgh aber die Running Backs stoppen kann, liegt der ganze Druck auf Rookie Joe Flacco.

Und ob der Quarterback den Blitzangriffen der von Mike Tomlin trainierten Steelers entkommen kann, bleibt abzuwarten.

Steelers mit bester Defense

So sollte die Offensive Line alles dransetzen, ihrem unerfahrenen Spielmacher den Rücken freizuhalten, um nicht unnötig unter Druck zu geraten. Keine leichte Aufgabe, denn die Steelers-Defense ließ in dieser Saison im Schnitt nur 237 Yards pro Partie zu.

Zum Vergleich. Das schlechteste Team der Liga, die Detroit Lions, ließ den Gegner 404 Yards pro Spiel gewähren.

Star-Linebacker im Mittelpunkt

Auch das Duell der beiden Star-Linebacker Lewis und Harrison steht im Mittelpunkt. Harrison ist der amtierende Defensiv Spieler des Jahres, während Lewis den Titel 2000 und 2003 errang.

Unterstützt werden die beiden von ihren Safetys. Ed Reed für die Ravens und Troy Polamalu für die Steelers. Konnte Reed neun Interceptions verbuchen und damit die Liga anführen, fing Polamalu sieben Pässe des Gegners ab.

Wohl nur die härtere, dreckigere und nervenstärkere Mannschaft wird dieses Hass-Duell und die Schlacht um den Einzug in den Super Bowl gewinnen.

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