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Kurt Warner wurde 1999 und 2001 zum MVP der Saison gewählt © getty

Durch den Sieg im dramatischen Duell gegen Philadelphia steht Arizona erstmals im Super Bowl - einem kongenialen Duo sei Dank.

Von Martin Hoffmann

München - Selbst für Kurt Warner hört es sich immer noch etwas komisch an.

"Ich möchte 'Arizona Cardinals' und 'Super Bowl' in einem Satz sagen", erklärte Arizonas Quarterback nach dem NFC-Finale: "Die Arizona Cardinals im Super Bowl, wie ist das?"

Jahrzehntelang fielen die beiden Wortkombinationen wirklich nie in einem Satz. Außer es handelte sich um einen Witz - oder die Feststellung, dass die Cardinals noch nie im Super Bowl waren.

Die Zeiten sind vorbei: Die Wüstenvögel haben die Trockenzeit beendet und mit einem 32:25 in einer dramatischen Partie gegen die Philadelphia Eagles das Ticket nach Tampa gelöst.

Dort trifft das Team von Coach Ken Whisenhunt auf die Pittsburgh Steelers, die sich mit 23:14 gegen die Baltimore Ravens durchsetzten (Zum Spielbericht).

Warner und Fitzgerald überragen

Zu verdanken hatten die Cardinals, die seit dem Umzug nach Arizona 1988 überhaupt erst das zweite Mal in den Playoffs stehen, den Triumph vor allem der Leistung zweier Leute.

Zum einen der Routine ihres 37-jährigen Spielmachers Warner, zum anderen einer sensationellen Performance von Larry Fitzgerald 56818(DIASHOW: Die Bilder der Conference Finals).

Philly dagegen guckte trotz einer großen Aufholjagd in der zweiten Hälfte und einer erneut starken Leistung von Quarterback Donovan McNabb in die Röhre.

Fitzgerald übertrumpft Jerry Rice

Den Eagles wurde zum Verhängnis, dass sie Fitzgerald in der ersten Hälfte nicht in den Griff bekamen.

Der Wide Receiver fing vor der Halbzeit drei Touchdown-Pässe und kam insgesamt auf 152 Yards Raumgewinn.

Damit hat er nun 419 Receiving Yards in den Playoffs gesammelt - und schon jetzt den 20 Jahre alten Rekord von Jerry Rice geknackt, der 1988 auf 409 Yards in der Postseason kam.

"Er war 'on fire'", schwärmte Teamkollege Anguan Boldin: "Er hat wie ein Mann unter Jungs gespielt."

McNabb bläst zur Aufholjagd

Philly hatte in Halbzeit eins nur zwei Field Goals durch David Akers entgegenzusetzen, weil Arizonas Kicker Neil Rackers aber zum Schluss der ersten Hälfte ebenfalls traf, hieß es zur Pause 24:6 für die "Cards".

Aber die Eagles gaben sich noch nicht geschlagen. In der zweiten Hälfte blies McNabb zur großen Aufholjagd.

Im dritten Viertel brachten zwei Touchdown-Pässe des Spielmachers auf Brent Celek Philadelphia auf 19:24 heran.

Und im Schlussdurchgang gingen die Gäste durch ein 62-Yard-Pass in die Endzone auf Rookie DeSean Jackson sogar mit 25:24 in Führung.

Arizona behält die Nerven

Jetzt war bei Arizonas Fans das große Zittern angesagt: Wie würde das in Big Matches so unerfahrene Team einen solchen Rückschlag verkraften?

Die Antwort: bestens. Geduldig spielte Warner mit der Erfahrung eines zweimaligen Liga-MVP den nächsten Angriff der Cardinals herunter.

Fast acht Minuten dauerte der Drive, dann war er mit einem Acht-Yard-Pass von Warner auf Tim Hightower erfolgreich beendet. Mit einer Two-Point-Conversion auf Ben Patrick war das Endergebnis perfekt.

"Keiner wollte derjenige sein, der sein Team hängen lässt, jeder hat seinen Job gemacht, als es nötig war", lobte Fitzgerald die Nervenstärke seiner Mannschaftskollegen.

McNabb untröstlich

McNabb, dessen 375 Passing Yards für Philly nicht reichten, war hinterher untröstlich.

"Man will nie, dass etwas endet und man sieht es auch nicht voraus", erklärte er: "Dass es so endet - kurz vor dem Super Bowl - ist hart."

Dank an die Fans

Umso glücklicher war Warner, der nach seinem Titelgewinn 1999 und der Finalniederlage 2001 mit den St. Louis Rams, unverhofft in seinem dritten Super Bowl gelandet ist.

Im Konfettiregen nach dem Triumph sprach er zuallererst dem Publikum seinen Dank aus: "Als keiner an uns geglaubt hat, als niemand an mich geglaubt hat, habt ihr es getan - und jetzt fahren wir zum Super Bowl."

Und nein, das ist wirklich kein Witz.

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