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Pittsburghs Troy Polamalu (l.) wird Joe Flacco nicht nur in dieser Szene zum Verhängnis © getty

Die Pittsburgh Steelers beenden den Super-Bowl-Traum von Baltimores Rookie-Quarterback Joe Flacco, der dem Druck nicht standhält.

Von Martin Hoffmann

München - Es wäre eine so schöne Geschichte gewesen.

Joe Flacco hätte der Märchenprinz der Baltimore Ravens werden und sie als erster Rookie-Quarterback der NFL-Geschichte in den Super Bowl führen können.

Doch dieser Traum ist zerschellt am "stählernen Vorhang": Die Pittsburgh Steelers mit ihrer gefürchteten Defensive wurden ihrem Ruf einmal mehr gerecht und zwangen den Erzrivalen aus Baltimore im AFC-Finale mit 23:14 in die Knie.

Die Steelers stehen damit am 1. Februar in Tampa in ihrem siebten Super Bowl - und könnten gegen Arizona (Spielbericht) mit ihrem sechsten Sieg zum alleinigen Rekordchampion aufsteigen.

Der Nachwuchsmann sieht ganz alt aus

Baltimores Nachwuchs-Spielmacher Flacco sah gegen die Steelers ganz alt aus 56818(DIASHOW: Die Bilder der Conference Finals).

Nur 13 von 30 Passversuchen des 24-Jährigen kamen an, nur 141 Yards Raum gewann er damit, kein Touchdown-Pass gelang ihm - und drei seiner Würfe Interceptions, eine davon besiegelte Baltimores Aus.

Bei Flaccos Gegenüber Ben Roethlisberger machte sich dagegen das Mehr an Erfahrung deutlich bemerkbar.

Roethlisberger schaffte 255 Yards, leistete sich keine einzige Interception und markierte im zweiten Viertel das "Big Play" der Begegnung: ein Touchdown-Pass aus 65 Yards zu Santonio Holmes.

McGahee hält Ravens im Spiel

Der traumhafte Spielzug brachte die Steelers mit 13:0 in Führung, nachdem Kicker Jeff Reed im ersten Viertel bereits zwei Field Goals ins Ziel gebracht hatte.

Kurz vor der Pause hielt Running Back Willis McGahee Baltimore allerdings mit einem Drei-Yard-Lauf in die Endzone im Spiel.

Nach einem weiteren Field Goal von Reed im dritten Viertel war es wieder der später verletzt ausgewechselte McGahee, der im Schlussdurchgang einen Touchdown schaffte und Baltimore so wieder auf 14:16 heranbrachte.

Flacco wird zum tragischen Helden

Doch dann wurde Flacco endgültig zum tragischen Helden: Rund vier Minuten vor Schluss fiel ein Pass des Spielmachers in die Hände von Pittsburghs Troy Polamalu.

Der lief damit aus 40 Yards in die gegnerische Endzone und sorgte damit für die Entscheidung.

"Es heißt, dass die Defensive die Meisterschaften gewinnt", erklärte Roethlisberger nach dem Spiel: "Nun, wir haben die Nummer-1-Abwehr. Und das ist der Grund, warum wir zum Super Bowl fahren."

Brisantes Duell mit einem Ex-Coach

Das Duell zwischen Pittsburgh und Arizona ist für die Steelers von einiger Brisanz.

Sie treffen dort auf Ken Whisenhunt, ihren ehemaligen Offensivkoordinator, der 2007 als Head Coach nach Arizona ging, als er den Posten in Pittsburgh nicht bekam.

Den Job bekam stattdessen Mike Tomlin, der mit seinen 36 Jahren nun zum jüngsten Meistercoach der NFL aufsteigen könnte.

Das wäre dann doch auch eine schöne Geschichte.

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