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"Trio Infernale": Kurt Warner (l.), Anquan Boldin und Larry Fitzgerald (r.) © getty

Starker Angriff gegen die beste Verteidigung charakterisisieren Super Bowl XLIII. Sport1.de stellt die Stärken der Finalisten gegenüber.

Von Rainer Nachtwey

München/Tampa - Bittet man die Experten mit einem Wort die beiden Super-Bowl-Teilnehmer zu beschreiben, kommt bei Pittsburgh wie aus der Pistole geschossen "Defense".

Im Gegensatz dazu stehen die Arizona Cardinals, bei denen mit "Offense" oder "Kurt Warner" geantwortet wird.

"Nichts charakterisiert die Cardinals mehr als Kurt Warner und die Offensive mit seinen beiden sensationellen Wide Receivern Larry Fitzgerald und Anquan Boldin", sagt der ehemalige Cardinals-Profi Jamie Dukes. "Kurt ist schon jetzt ein Hall-of-Famer."

Die Steelers sind schon gemäß ihrer Tradition eine Macht in der Verteidigung. Nicht umsonst wurde in den Meisterschaftsjahren 1974, 1975, 1978 und 1979 der Begriff des "Steel Curtain" geboren.

Sport1.de stellt die Stärken und Schwächen durch Duelle der einzelnen Mannschaftsteile gegenüber.

Stärken Arizona:

Quarterback: Der grandiose Angriff wird von Kurt Warner geleitet. Der 37 Jahre alte zweimalige MVP gehört trotz seines Alters immer noch zu den besten Quarterbacks der Liga. Allerdings ging er nur als Nummer zwei in die Saisonvorbereitung. Doch nach schwachen Leistungen von Matt Leinart und Warners starken Auftritten entschied sich Head Coach Ken Whisenhunt für Warner.

Der dankte ihm dies mit seiner besten Saison seit 2001. Damals gewann er die zweite Auszeichnung zum wertvollsten Spieler und führte die St. Louis Rams in den Super Bowl. Bei den Statistiken Touchdowns, Yards, Quarterback Rating und Prozent angekommener Pässe findet sich Warner in den Top Drei wieder.

Wide Receiver: Mit drei Wide Receivern mit über 1000 Yards Raumgewinn ließen die Cardinals aufhorchen. Zuletzt gelang dies den St. Louis Rams 2001 - der Quarterback damals hieß übrigens Kurt Warner.

Larry Fitzgerald ist derzeit in bestechender Form. Egal wie Warner ihm den Ball präsentiert, er scheint ihn immer zu erwischen. Mit drei Playoffspielen mit über 100 Receiving-Yards in Serie hat Fitzgerald einen Rekord für die K.o.-Runde aufgestellt. Bereits jetzt führt er die ewige Bestenliste mit Receiving-Yards in den Playoffs an: 419 Yards stehen für ihn zu Buche.

Anquan Boldin ist der kongeniale Partner von Fitzgerald. Boldin zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er schwer zu Boden zu reißen ist.

Der Dritte im Bunde, Steve Breaston, hat sich bei "drittem Versuch und lang" als Alternative herauskristallisiert.

Offensive Line: Die O-Line ist eine der Hauptgründe, warum Kurt Warner einen dritten Frühling erlebt. Das Quintett ist zusammengeblieben und "aus fünf Fingern zu einer Faust" geworden, wie Center Lyle Sendlein feststellt.

Auch der verletzungsbedingte Ausfall des eigentlichen Starting Center Al Johnson zum Ende der letzten Saison störte die Abstimmung unter den fünf nicht. "Die Kontinuität hat uns sehr geholfen", sagt Left Tackle Mike Gandy, der in 19 Spielen 19 Mal mit Left Guard Reggie Wells, Center Sendlein, Right Guard Deuce Lutui und Right Tackle Levi Brown auflief.

Stärken Steelers:

Defensive: Der starken Offensive - die Cardinals erzielten 95 Punkte in drei Playoffspielen - steht die beste Verteidigung gegenüber. Keine Abwehr ließ im Schnitt weniger Punkte, Gesamt-Yards und Passing-Yards zu. Mit James Harrison stellen die Steelers zudem den Verteidiger des Jahres. Gemeinsam mit Right Outside Linebacker LaMarr Woodley hat der Left Outside Linebacker 27,5 Sacks eingefahren.

Und nicht zu vergessen der "fliegende Wischmopp" Troy Polamalu. Der Safety mit samoanischer Abstammung, der nicht nur durch seine Haarpracht auffällt, zählt zu den besten Verteidigern der NFL.

"Troy hat mich schon Verzweiflung getrieben, als ich mit meiner Offense tagtäglich gegen ihn im Training antreten musste", sagt der ehemalige Offensive Coordinator der Steelers Whisenhunt. "Es gibt keinen Moment im Spiel, wo er nicht in der Nähe des Balls ist."

Hinter dem Erfolg des "Steel Curtains" steht nicht nur das Talent der einzelnen Spieler, sondern auch Verteidigungsgenie Dick LeBeau. Der Defensive Coordinator ist auch mit 71 Jahren immer noch lernwillig.

"Er ist einfach unglaublich. Auch in dem Alter will er sich immer noch weiter bilden", sagt Head Coach Mike Tomlin. "Für jemanden, der seit 50 Jahren mit der NFL verbunden ist, ist das sehr beeindruckend und eine außergewöhnliche Eigenschaft. Er weiß eigentlich alles, lässt das aber nie heraushängen." Hier geht es zu den Schwächen >>

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