Bears-Defense holt Cowboys aus dem Sattel
Von Florian Pertsch
München/Dallas - Die Dallas Cowboys haben am 4. Spieltag der NFL eine empfindliche 18:34-Heimniederlage gegen die Chicago Bears hinnehmen müssen ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
Einen besonders schwarzen Tag erwischte dabei der Quarterback der Texaner, Tony Romo, der zwar insgesamt 307 Yards und einen Touchdown erwarf, gleichzeitig aber fünf Interceptions fabrizierte und ein Mal gesacked wurde.
Gegen Ende der Partie wurde Romo dann auch noch von Ersatzmann Kyle Orton ersetzt, der mit einem Touchdown das Ergebnis etwas ansehnlicher gestaltete.
Cutler ohne Fehl und Tadel
Auf der anderen Seite verlief die Partie für Chicagos Spielmacher Jay Cutler deutlich besser. Der Quarterback der Bears kam bei 275 erzielten Yards auf zwei Touchdowns und blieb ohne Interception.
In Hälfte zwei lieferte Cutler nahezu fehlerloses Spiel ab, brachte elf von zwölf Pässen an den Mann und erwarf 219 Yards (DIASHOW: Bilder des 4. Spieltags).
Die Lorbeeren erntete aber dennoch die Defense, die zwar mit fünf Spielern über 30 Jahren nicht mehr blutjung ist, ihre Kritiker aber an diesem Abend Lügen strafte.
"Viele von uns älteren Jungs spielen momentan wirklich stark, weil wir das Spiel einfach besser verstehen", erklärte Lance Briggs, der einen Fumble über 74 Yards in die Endzone der Cowboys trug.
Klare Botschaft an die Zweifler
Dieses Kunststück war dem 31-Jährigen seit 2005 nicht mehr gelungen. "Ich bin schon sehr lange keine so weite Strecke mehr gelaufen", erklärte der Linebacker und schickte eine Botschaft an alle Zweifler: "Wir sind vielleicht etwas langsamer geworden, aber wir kompensieren es mit Spielintelligenz."
Der nächste Abwehr-Routinier, der die Nachlässigkeiten von Romo bestrafte, war Cornerback Charles Tillman, der einen Pass abfing und die Interception zum Touchdown zurücktrug.
"Sensationell gute Arbeit"
Bears-Coach Lovie Smith jedenfalls war hin und weg nach der Leistung seiner Abwehr.
"Einfach nur sensationell gute Arbeit. Heute wollte jeder zeigen, was er kann. Und Lance Briggs? Ihr habt wohl nicht damit gerechnet, dass er so schnell laufen kann", scherzte er mit den Medien.
Den Rest erledigte Cutler mit Pässen auf Devin Hester und Brandon Marshall zu Beginn der zweiten Hälfte, Kicker Robbie Gould verwandelte zwei Field Goals.
Bei Dallas herrschte nach der heftigen Abreibung mal wieder großer Frust, denn seit 1997 kommen die Cowboys nicht mehr so recht auf die Beine.
Tight End Witten platzt der Kragen
In der Regular Season weisen sie lediglich eine Bilanz von 122-122 auf, in den Playoffs reichte es sogar nur zu einem einzigen Sieg.
Eine Tatsache, die Dallas' James Witten mächtig wütend macht.
"Das muss der ultimative Weckruf für uns sein. Ich will hier nichts beschönigen, mit so einer Leistung können wir im Dezember nicht bestehen. Wir haben das alles schon mal durchgemacht, es wird nicht klappen. Wir müssen einfach besser werden", machte der Tight End seinem Ärger Luft.
Witten, der in den ersten Spielen einige leichte Bälle nicht festhalten konnte, lieferte eine gute Partie ab und verwandelte Kyle Ortons Pass über fünf Yards zum Touchdown.
Chicago verbessert sich auf drei Siege bei einer Niederlage und steht damit in der NFC North zusammen mit den Minnesota Vikings an der Tabellenspitze.
Die Cowboys kommen in der starken NFC East auf eine 2:2-Bilanz und liegen mit den Washington Redskins und Meister New York Giants gleich auf hinter den Philadelphia Eagles.