

Giftige Rams beflecken Arizonas weiße Weste
Von Eric Böhm
München/St. Louis - Jetzt hat es auch die Überflieger erwischt: Die Arizona Cardinals haben ihre erste Saisonniederlage einstecken müssen.
Das bisherige Überraschungsteam verlor zum Auftakt des 5. Spieltages der NFL bei den St. Louis Rams mit 3:17 (3:7, 0:3, 0:0, 0:7).
Dabei erlebte der Angriff der Cardinals einen rabenschwarzen Abend. Quarterback Kevin Kolb wurde insgesamt neunmal gesackt (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)
"Wir glauben an uns. Wir können eine der besten Abwehrreihen sein. Immer wenn eine Möglichkeit da war, haben wir zugeschlagen", jubelte Defensive End Robert Quinn, der Kolb dreimal zu Boden brachte.
Kolb freut sich aufs Wochenende
Arizonas Spielmacher vervollständigte zwar 28 seiner 50 Pässe für 289 Yards, ohne ein gutes Laufspiel blieb sein Team aber zu eindimensional und ausrechenbar.
"Sie wollten viel werfen, also konnten wir uns darauf konzentrieren, den Quarterback unter Druck zu setzen. Wir haben unseren Job gemacht", sagte Rams-Abwehrspieler Chris Long.
Kolb verlor bei den vielen Hits zweimal seinen Helm und war am Ende froh, unverletzt geblieben zu sein: "Zum Glück haben wir ein langes Wochenende, um uns mental und körperlich zu erholen."
Amendola verletzt sich
Die Rams gingen schnell in Führung und verwalteten den Vorsprung mit ihrer starken Verteidigung, denn der eigene Angriff bekleckerte sich ebenfalls nicht mit Ruhm.
Immerhin versenkte Rookie-Kicker Greg Zuerlein einen Versuch aus 53 Yards Entfernung und blieb weiterhin ohne NFL-Fehlversuch (DIASHOW: Bilder des 5. Spieltags).
Nach dem Ausfall des besten Receivers Danny Amendola (Schulterverletzung) leistete sich Quarterback Sam Bradford (7 von 21 für 141 Yards) jedoch zwölf unvollständige Pässe in Folge.
Bradford gelingt ein Big Play
Erst ein 52-Yard-Touchdown auf Rookie Chris Givens brach seine Durststrecke und führte zu Beginn des Schlussviertels zum Endstand.
"Mir hat überhaupt nichts gefallen. Ich respektiere aber, dass sich das Team nicht aufgegeben hat. Am Ende hatten wir noch Chancen", bilanzierte Arizonas Cheftrainer Ken Whisenhunt.
Innerhalb der letzten sechs Minuten scheiterte seine Mannschaft aber zweimal vor der Endzone der Gastgeber bei einem vierten Versuch und verlor den Ball. Damit bleiben Atlanta und Houston die einzig ungeschlagenen Teams der Liga ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
Serien enden
Deshalb konnte sich Receiver Larry Fitzgerald auch nicht über seinen Meilenstein freuen. Im 122. Spiel in Folge fing er einen Ball und jagte somit Mel Gray den Teamrekord ab.
Die Cards verloren erstmals nach sieben Erfolgen in Serie in St. Louis - ihrer Heimat bis 1988. Auch der Startrekord von 1974 (sieben Siege) bleibt unangetastet.
"Es war nicht unser Tag. Wir müssen uns auf die nächsten Aufgaben konzentrieren", forderte der lädierte Kolb.
Rams mit Aufwärtstrend
Nach nur zwei Siegen in der kompletten vergangenen Saison gelang den Gastgebern dagegen unter dem neuen Coach Jeff Fisher bereits der dritte Saisonsieg.
Unter den Augen von Ex-Quaterback Kurt Warner - er führte beide Teams einst in den Super Bowl - gewannen die Rams erstmals seit 2003 auch ihr drittes Heimspiel und weisen nach sechs Jahren wieder eine positive Bilanz auf.
"Ich habe das noch nie erlebt, aber es fühlt sich sehr gut an. Wir sind auf dem richtigen Weg", freute sich Long.
Bradford würdigt Abwehr
Running Back Steven Jackson steuerte 76 Yards bei, doch das verdiente Lob gehörte der ungeheuer aggressiven Defensive.
"Sie haben exzellent gespielt. Diese Leistung zeigen sie schon über die gesamte Saison. Das hält uns in fast jedem Spiel", lobte Bradford.