Bradys Patriots fällen Manning erneut
Von Eric Böhm
München/Foxboro - Tom Brady hat das mit Spannung erwartete Duell der Quarterback-Oldies für sich entschieden (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)
Am 5. Spieltag führte der dreimalige Super-Bowl-Gewinner seine New England Patriots zum 31:21 (7:0, 10:7, 14:7, 0:7) über Peyton Mannings Denver Broncos.
Im 13. Aufeinandertreffen der beiden besten NFL-Spielmacher der vergangenen zehn Jahre feierte Brady (23 von 31 für 223 Yards) seinen neunten Erfolg.
"Es war nicht Brady gegen Manning, es war Patriots gegen Broncos. Unsere Abwehr hat Ballverluste forciert, die wir genutzt haben. Deshalb ist es ein guter Sieg des ganzen Teams", bilanzierte Brady.
Lob von Belichick
Die Patriots - mit dem deutschen Offensive Tackle Sebastian Vollmer - dominierten von Beginn an das Geschehen und gingen im dritten Viertel 31:7 in Führung.
Brady führte den Angriff mit seiner gewohnten Präzision übers Feld. Vier erfolgreiche Angriffsserien über mindestens 80 Yards sprechen Bände (DIASHOW: Bilder des 5. Spieltags).
"Es gibt niemanden, den ich lieber als Quarterback hätte, aber Manning ist auch ein großartiger Spieler", lobte New Englands Coach Bill Belichick seinen 35-jährigen Superstar.
McGahee patzt
Der ein Jahr ältere viermalige MVP gab sich aber noch nicht geschlagen. So geriet der dritte Saisonerfolg der Pats im Schlussviertel kurzzeitig in Gefahr.
Nach zwei Touchdown-Pässen Mannings - er brachte 31 Pässe für 345 Yards an den Mann - zum 21:31 verlor New Englands ansonsten überragender Running Back Stevan Ridley (151 Yards) den Ball.
Danach marschierten die Broncos übers Feld, doch Willis McGahee leistete sich knapp vier Minuten vor Schluss vor New Englands Endzone einen Fumble, der die Partie entschied.
"Auf die Leistung können wir aufbauen. Es wird uns helfen, solche Spiele in Zukunft zu gewinnen. Turnovers sind in dieser Liga entscheidend", hob Manning die insgesamt drei Fumbles hervor.
Welker trumpft auf
Trotz der dritten Niederlage im fünften Auftritt für die Broncos wies der Routinier seine Klasse eindrucksvoll nach ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
"Sie sind nicht umsonst das dominierende Team der AFC East. Du darfst gegen sie nicht so weit in Rückstand geraten. Das zeigen sie seit Jahren", analysierte Manning.
Die Gastgeber finden derweil im Angriff nach einem holprigen Start langsam ihren Rhythmus aus der vergangenen Saison wieder.
"Wir hatten die richtigen Spielzüge parat und ich hatte viel Platz. Wir kommen immer besser in Schwung", sagte Receiver Wes Welker, der 13 Bälle für 104 Yards und einen Touchdown fing.
SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 5. Spieltages der NFL:
• New Orleans Saints - San Diego Chargers 31:21
Den New Orleans Saints gelang beim 31:24 (7:7, 7:10, 7:7, 10:0) über die San Diego Chargers endlich der erste Saisonsieg.
Quarterback Drew Brees war dank Pässen für 370 Yards sowie vier Touchdowns gemeinsam mit Receiver Marques Colston (131 Yards, drei Touchdowns) der Matchwinner.
Brees übertraf dabei mit einem Touchdown-Pass im 48. Spiel in Folge den 52 Jahre alten NFL-Rekord von Johnny Unitas.
"Drew ist ein fantastischer Spieler, aber ein noch besserer Anführer und Mensch. Er hat uns heute zum Sieg getrieben", lobte Colston, der mit nun 52 Touchdown einen Saints-Rekord aufstellte.
Rivers mit schweren Fehlern
Im dritten Viertel hatten die Gastgeber bereits 14:24 hinten gelegen, aber Brees brachte die Truppe gegen sein Ex-Team zurück.
In der Schlussphase unterliefen San Diegos Spielmacher Philip Rivers (354 Yards) nach dem 24:28-Rückstand eine Interception und ein Fumble. Das nutzte New Orleans zum Sieg. Trotzdem bleiben die Chargers Tabellenführer der AFC West.
"Wir waren heute einfach nicht gut genug und müssen die Leistung der Saints anerkennen", meinte Coach Norv Turner.
• San Francisco 49ers - Buffalo Bills 45:3
Die San Francisco 49ers überrollten die Buffalo Bills mit 45:3 (3:0, 14:3, 7:0, 21:0) und holten sich den vierten Sieg in der fünften Partie.
Dabei gelang den Kaliforniern etwas, das die großen Quarterbacks Joe Montana und Steve Young nie schafften: Der Angriff stellte mit 621 Yards eine neue Teamrekord auf.
Der Mitfavorit auf den Super Bowl schaffte zudem zum ersten Mal in der NFL-Historie in einer Partie jeweils mindestens 300 Yards durch Pässe und Läufe.
"Das ist ziemlich cool. Wenn man an die 49ers denkt, kommen einem sofort die großen Offensivreihen in den Sinn", freute sich Spielmacher Alex Smith (303 Yards, drei Touchdowns).
Gailey ratlos
Die alte Bestmarke (598 Yards) hatte Youngs Mannschaft 1992 ebenfalls gegen die Bills aufgestellt. Damals und heute war es für die Gäste der Negativrekord.
In Verbindung mit dem Debakel gegen New England nimmt Buffalos Verfall historische Dimensionen. Zuletzt gaben 1950 die New York Yanks in zwei Spiel nacheinander mindestens 550 Yards ab.
"Ich habe keine Entschuldigungen oder Antworten. Es ist mein Job, sehr schnell Antworten zu finden", sagte der ratlose Head Coach Chan Gailey.