

49ers obenauf: Gore entscheidet Abwehrschlacht
Von Eric Böhm
München/San Francisco - Die San Francisco 49ers haben ihre Vormachtstellung in der NFC West verteidigt (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).
Der letztjährige Conference-Finalist schlug zum Auftakt des 7. Spieltages der NFL die Seattle Seahawks 13:6 (3:3, 0:3, 7:0, 3:0) und feierte den fünften Saisonsieg.
In einem von den Abwehrreihen dominierten Spiel ragte aufseiten San Franciscos Running Back Frank Gore mit 131 Yards heraus. Außerdem fing er noch fünf Pässe für 51 Yards (DIASHOW: Bilder des 7. Spieltags).
"Mit so viel Körpereinsatz wie in den 30 Minuten nach der Pause habe ich unser Team noch nie spielen sehen. Das ist ein süßer Sieg nach einem echten Football-Kampf", lobte Head Coach Jim Harbaugh.
Harbaugh bleibt ohne Negativserie
Seine Mannschaft zeigte nach der peinlichen 3:26-Klatsche gegen die New York Giants ( Bericht) und nur wenigen Tagen Erholungsphase die erhoffte Reaktion.
Unter dem amtierenden Trainer des Jahres gewannen die Niners auch zum fünften Mal in Folge im Anschluss an eine Niederlage ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
"Wir haben uns hier in einer Abwehrschlacht wiedergefunden. Das war bei diesen beiden Teams aber auch nicht überraschend. Wir hätten genauso gut gewinnen können", bilanzierte Seattles Cheftrainer Pete Carroll, der auch das dritte Duell der beiden ehemaligen College-Coaches verlor.
Gore ist nicht zu bremsen
Trotz ihrer keineswegs schwachen Leistung bekamen die Gäste Gore einfach nicht in den Griff. Mit seinen Läufen kontrollierte er den Ball und die Uhr.
"Ich bekam einen Lauf. Wenn ich erst einmal im Rhythmus bin, habe ich das Gefühl, dass ich nicht gestoppt werden kann", sagte der dreimalige Pro Bowler.
In seinem dritten 100-Yards-Spiel der Saison war Gore für fast 60 Prozent von San Franciscos Offense im Alleingang verantwortlich.
Smith lobt Abwehr
Dank einer seiner wenigen gelungenen Aktionen brachte Quarterback Alex Smith das Team im dritten Viertel durch einen Touchdown-Pass auf Delaine Walker mit 10:6 in Front.
Insgesamt gelangen ihm aber nur 14 von 23 Pässen für 140 Yards. Nach dieser Leistung werden die Kritiker nicht verstummen. Aus vier Trips in die Redzone - innerhalb der 20-Yard-Linie des Gegners - sind 13 Punkte einfach zu wenig.
"Natürlich müssen wir vor der Endzone wieder effizienter werden, aber glücklicherweise hält uns die Defensive immer im Spiel", bedankte sich Smith.
Wilson enttäuscht
Die Seahawks konnten gegen die Abwehr der Kalifornier tatsächlich nur wenig ausrichten. Einzig Marshawn Lynch sorgte an alter Wirkungsstätte - er spielte am College für die California Golden Bears im nahegelegenen Berkley - mit 103 erlaufenen Yards aufhorchen lassen.
Rookie-Spielmacher Russell Wilson (9 von 23 für 122 Yards) fand dagegen nie einen Rhythmus und leistete sich - wie Smith - eine Interception.
"Das ist eine frustrierende Niederlage. Wir, besonders ich, hätten viele Dinge besser machen können und müssen", haderte der bisher so überzeugende Wilson.
Seattle verliert an Boden
Nach dem Field Goal von David Akers zum 13:6 versuchte Seattle in den finalen fünf Minuten vergeblich, die Hälfte der Niners zu erreichen.
Durch die dritte Niederlage fiel Carrolls Truppe hinter die Arizona Cardinals auf den dritten Rang der NFC West zurück.
Trotz Achtungserfolgen gegen Green Bay und New England warten die Seahawks somit weiter auf einen Sieg gegen einen Staffel-Konkurrenten.
Rückkehr zur alten Strategie
Die Gastgeber besannen sich nach dem Rückschlag gegen die Giants wieder auf ihre bewährten Stärken aus der vergangenen Saison.
"Durch unsere lange Angriffsserie im dritten Viertel wurden sie etwas zermürbt. Wir sind zu unseren Wurzeln zurückgekehrt und haben unser Laufspiel durchgezogen. Frank ist ein großartiger Läufer", bestätigte Offensive Lineman Alex Boone.