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Die Entscheidung: Santonio Holmes fängt den Pass von Ben Roethlisberger © getty

Pittsburgh dreht 35 Sekunden vor Schluss den Super Bowl XLIII gegen die Arizona Cardinals und krönt sich zum Rekordmeister.

Von Rainer Nachtwey

München/Tampa - Die Pittsburgh Steelers sind alleiniger Rekordmeister der NFL.

Die Mannschaft aus dem Bundesstaat Pennsylvania besiegte im Super Bowl XLIII nach einer dramatischen Schlussphase Außenseiter Arizona Cardinals mit 27:23 und feierte dadurch den sechsten Titel nach den Erfolgen 1974, 1975, 1978, 1979 und 2005.

Santonio Holmes erzielte 35 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Touchdown zu Gunsten der Steelers, nachdem sie zuvor eine 20:3-Führung aus der Hand gegeben hatten.

Holmes beendet Sensations-Comeback

Nur 2:12 Minuten vorher war Arizona durch Larry Fitzgerald erstmals in Führung gegangen und hatte von der Sensation träumen dürfen.

Doch Quarterback Ben Roethlisberger führte sein Team zum Touchdown. Er bediente Holmes im äußersten Eck der Endzone und beendete damit das größte Comeback in der Geschichte des Super Bowls.

"Das ist das größte überhaupt", schwärmte "Big Ben": "In den letzten zwei Minuten den Super Bowl noch zu seinen Gunsten zu entscheiden, da gibt es nichts Schöneres." Mit neun Catches über insgesamt 131 Yards wurde Holmes als Super-Bowl-MVP geehrt.

Steelers beherrschen erste Hälfte

Zu Beginn sah alles nach einem lockeren Erfolg der Steelers aus. Nach einer 10:7-Führung der Steelers durch ein Field Goal von Kicker Jeff Reed, einem Ein-Yard-Touchdown-Lauf von Gary Russell und dem Anschluss-Touchdown von Tight End Ben Patrick sorgte der Verteidiger des Jahres James Harrison für das große Highlight der ersten Hälfte.

Der Linebacker erzielte mit Ablaufen der ersten Spielhälfte durch einen Interception-Return-Touchdown über 100 Yards das 17:7. Mit dem Lauf in die Endzone der Cardinals stellte er einen neuen Endspielrekord auf. Nie zuvor war ein Touchdown über diese Distanz erzielt worden.

Harrison fing einen Pass von Arizonas Quarterback Kurt Warner auf dessen Wide Receiver Anquan Boldin an der Endzone ab und lief mit dem Ball über das gesamte Spielfeld in die Endzone der Cardinals.

Fitzgerald aus dem Spiel genommen

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte kam die Cardinals-Offensive nicht ins Rollen. Pittsburghs Verteidigung ließ Warner kaum Zeit für seine Pässe, und Fitzgerald, der in den vorangegangenen drei Playoffspielen mit insgesamt 419 Receiving Yards noch einen neuen Rekord für die K.o.-Runde aufgestellt hatte, fand sich immer wieder in einer Doppeldeckung wieder.

Lediglich ein Catch gelang ihm in den ersten 45 Minuten.

Comeback im Schlussabschnitt

Doch im Schlussabschnitt läutete Fitzgerald das Comeback ein.

Er führte die Offense mit drei Catches über insgesamt 30 Yards an die Vier-Yard-Linie und brachte die Cardinals mit seinem Ein-Yard-Catch in der Endzone auf 14:20 heran.

Auch Arizonas Verteidigung zeigte sich von dem Anschluss beflügelt, und durch ein Foulspiels wegen Haltens in der Endzone erzielte die Verteidigung durch eine Safety zwei Punkte zum 16:20.

Fitzgerald schreibt Geschichte

Zudem erhielten die Cardinals das Angriffsrecht, Fitzgerald nutzte dies 2:47 vor Ende der Partie mit seinem zweiten Touchdown zum 23:20 und zur erstmaligen Führung.

Warner bediente Fitzgerald mit einem Pass an der Mittellinie. Der Star-Receiver ließ die Steelers-Verteidiger stehen und lief für insgesamt 64 Yards in die Endzone.

Die Sensation schien perfekt.

Für Fitzgerald war es der siebte Touchdown-Catch der Playoffs. Damit stellte er den Rekord von San-Francisco-49ers-Legende Jerry Rice ein.

Roethlisberger in elitärem Kreis

Doch die Steelers gaben nicht auf, und Roethlisberger, der seine Offensive 78 Yards über das Spielfeld trieb (davon 73 Yards durch Pässe auf Holmes), bewies, dass er zu den größten Quarterbacks der NFL-Geschichte zählt.

Mit seinem zweiten Titel gehört der 26-Jährige nun zum elitären Kreis von nur elf Spielmachern, die mindestens zweimal den Super Bowl gewannen.

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