Manning nicht zu stoppen - Brady-Show in London
Von Jakob Gajdzik
München - Im zweiten Viertel stockte den Fans der Denver Broncos der Atem.
Als Peyton Manning im zweiten Viertel seinen Daumen am Helm eines Gegenspielers der New Orleans Saints blutig schlug, schien das Spiel für den Star-Quarterback beendet zu sein.
Doch der 36-Jährige kam gegen das Team aus seiner Heimatstadt zurück und führte am 8. Spieltag der NFL die Broncos zum 34:14 (7:0, 10;7, 7:0, 10:7) gegen die Saints.
Damit setzte sich das Team aus Colorado an die Spitze der AFC West. ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
"Als Quarterback ist es deine größte Angst, deine Hand am Helm eines Gegners zu verletzen", gab Manning zu.
"Könnte morgen etwas wehtun"
Im gleichen Atemzug folgte die Entwarnung: "Es ist hauptsächlich der Fingernagel, es könnte morgen etwas wehtun."
Selbst diese Blessur hinderte Manning nicht daran, Pässe für 305 Yards zu werfen und für drei Touchdowns durch Eric Decker (zwei ) und Demaryius Thomas zu sorgen.
Das Knacken der 300-Yards-Marke im fünften Spiel in Folge bedeutete für den Super-Bowl-Gewinner von 2007 die Einstellung einer persönlichen Bestmarke und zudem einen Franchise-Rekord bei den Broncos.
Saints-Defense historisch schlecht
Insgesamt kamen Denver auf 530 Yards – und stellte einmal mehr die Saints-Defense bloss.
Selbst die Rückkehr von Abwehrchef Jonathan Vilma konnte nicht verhindern, dass New Orleans im siebten Spiel in Serie dem Gegner mindestens 400 Yards Raumgewinn ermöglichte.
Seit Beginn der NFL-Statistik 1950 gab es noch kein Team mit einem schlechteren Wert.
Interimstrainer Joe Vitt - nach seiner abgesessenen Sechs-Spiele-Sperre wegen des Bounty-Skandals wieder da - zeigte sich selbstkritisch. "Ich muss die Mannschaft besser vorbereiten - physisch, mental, emotional", sagte der Coach.
Brees baut Rekord aus
Zumindest einer hatte bei den Saints was zu feiern. Quarterback Drew Brees erzielte im 50. Spiel in Serie mindestens einen Touchdown und baute seinen Rekord aus
Mit nun insgesamt 301 zieht er zudem in der ewigen Touchdown-Liste an John Elway vorbei.
Die New York Giants mit dem deutschen Verteidiger Markus Kuhn sind dagegen gegen die Dallas Cowboys noch mit einem blauen Auge davon gekommen
Giants verspielen 23:0-Vorsprung
Beim 29:24-Sieg (13:0, 10:10, 0:14, 6:0) gegen die Texaner verspielte der Titelverteidiger einen 23:0-Vorsprung und kam erst durch zwei Field Goals im letzten Viertel von Lawrence Tynes noch zum Sieg.
Dabei erzielte Cowboys-Wide-Receiver Dez Bryant zehn Sekunden vor dem Ende den vermeintlichen Sieges-Touchdown für Dallas, der allerdings nicht anerkannt wurde.
Patriots erfolgreich in London
Für Sebastian Vollmer und die New England Patriots bleibt London ein gutes Pflaster.
Der dreimalige Superbowl-Champion besiegte im Europa-Gastspiel der NFL dank eines blendend aufgelegten Tom Brady die St. Louis Rams klar mit 45:7.
In der NFL-Saison 2009 hatten die Patriots schon gegen die Tampa Bay Buccaneers (35:7) in der britischen Metropole einen deutlichen Erfolg gefeiert
Durch den fünften Sieg im achten Spiel festigte New England die Tabellenführung in der AFC East. Die Rams (3:5) stehen dagegen am Ende der NFC West.
Mit vier Touchdownpässen war Brady vor 84.004 Zuschauern der überragende Akteur im Wembley-Stadion.
Der 35-Jährige verbuchte damit im 40. Spiel in Serie mindestens einen Touchdown.
Falcons überflügeln Eagles
Lediglich Brees mit nun 50 Partien und der 2002 verstorbene Johnny Unitas (47) stehen in dieser Statistik noch vor Brady (DIASHOW: Bilder des 8. Spieltags).
Matt Ryan führte die Atlanta Falcons mit drei Touchdownpässen beim 30:17 über die Philadelphia Eagles zum siebten Sieg im siebten Spiel.
Niederlagenserie der Panthers geht weiter
Dagegen blieb den Carolina Panthers durch die 22:23-Niederlage bei den Chicago Bears zum fünften Mal in Serie die Verliererrolle.
Die Cleveland Browns besiegten die San Diego Chargers mit 7:6 und fuhren den zweiten Saisonsieg ein.
Die Green Bay Packers setzten sich gegen die Jacksonville Jaguars mit 24:15 durch.
Die Detroit Lions behielten gegen die Seattle Seahawks mit 28:24 die Oberhand.
Steelers bezwingen Redskins
Der sechsmalige Superbowlgewinner Pittsburgh Steelers triumphierte mit 27:12 über die Washington Redskins. Die Indianapolis Colts rangen die Tennessee Titans mit 19:13 nach Verlängerung nieder.
Die Miami Dolphins schlugen die New York Jets mit 30:9 und bleiben den Patriots in der AFC East nach dem vierten Sieg im siebten Spiel auf den Fersen.
Titelverteidiger New York Giants mit dem deutschen Verteidiger Markus Kuhn trat erst am späten Abend beim Ex-Champion Dallas Cowboys an.