

Fast perfekt: Glänzender Smith führt 49ers zum Sieg
Von Eric Böhm
München/Glendale - Die San Francisco 49ers haben am 8. Spieltag dank ihres überragenden Quarterbacks die Führung in der NFC West ausgebaut (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).
Alex Smith brachte beim 24:3 (7:0, 10:0, 7:3, 0:0) im Monday Night Game über die Arizona Cardinals nur einen seiner 19 Pässe nicht an den Mann.
Den einzigen Schönheitsfehler verursachte Delanie Walker, der in der ersten Hälfte völlig freistehend ein perfektes Anspiel nicht festhalten konnte.
"18 von 19, das habe ich noch nie gesehen. Alex hat einen fantastischen Job gemacht, besser geht es nicht", sagte Cheftrainer und Ex-Spielmacher Jim Harbaugh.
NFL-Bestmarke übertroffen
Durch die Erfolgsquote von fast 95 Prozent übertraf er den 31 Jahre alten NFL-Rekord von Craig Morton. Den Niners-Rekord hielt seit 1994 Steve Young (15 von 16).
Insgesamt gelangen Smith Pässe für 232 Yards Raumgewinn sowie drei Touchdowns - eine persönliche Bestleistung (DIASHOW: Bilder des 8. Spieltags).
"Ich hatte während des Spiels keine Ahnung. Das ist auch gut so, denn du konzentrierst dich nur auf den Rhythmus des Angriffs", erklärte der 28-Jährige.
Smith wird gelassener
Seit Jahren wird der erste Pick des NFL-Drafts von 2005 besonders kritisch beäugt und an den Teamlegenden Joe Montana und Young gemessen. Das verlorene NFC-Finale im Januar wurde auch an ihm festgemacht.
Smith wird vorgehalten, er könne kein Spiel entscheiden und sei nur ein Manager der Offense. Seine Gala gegen die Cardinals verschaffe ihm aber keine besondere Genugtuung.
"Das interessiert mich nicht. Vor ein paar Jahren war das vielleicht noch anders. Heute geht es mir nur um Siege und meine Mitspieler", betonte der Quarterback.
Moss klettert nach oben
Zweimal profitierte Receiver Michael Crabtree von seinen Pässen und erreichte die Endzone, damit sprang schon vor der Pause ein beruhigender 17:0-Vorsprung heraus.
Im dritten Viertel schloss Randy Moss dank seines 156. NFL-Touchdowns zu Terrell Owens auf, dem Viertplatzierten der ewigen Rangliste.
Nur der langjährige 49er Jerry Rice (208), Emmitt Smith (175) und LaDainian Tomlinson (162) liegen noch vor dem 35-Jährigen.
"Das ist eine unglaubliche Leistung. Ich wusste, dass Randy für uns noch enorm wichtig werden würde", lobte Smith.
Cards stürzen ab
Durch den sechsten Sieg im achten Spiel setzten sich die 49ers im direkten Duell von ihrem größten Divisionskonkurrenten ab ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
Nach ihrem historischen Blitzstart mit vier Siegen in Folge erlitt Arizona nun die vierte Pleite hintereinander.
"Das war ein Härtetest für uns. Jeder hat gesehen, wie es gelaufen ist. Das ist gelinde gesagt sehr enttäuschend", bilanzierte Cardinals-Coach Ken Whisenhunt, dessen Team schon zur Halbzeit vom eigenen Anhang gnadenlos ausgebuht wurde.
Feely verhindert Shutout
Quarterback John Skelton - er vertrat erneut den verletzten Kevin Kolb - stand ohne funktionierendes Laufspiel ständig unter Druck und leistete sich eine Interception.
Trotz Pässen für 290 Yards brachte er seinen Angriff nie ins Rollen und fasste den Auftritt in einem Wort zusammen: "Peinlich!"
Knapp eine Minute vor dem Ende verhinderte Kicker Jay Feely wenigstens eine Zu-Null-Blamage.
Viele Fehler
Die bisher so überzeugende Abwehr offenbarte im Tackling einige Schwächen. Immer wieder machten San Franciscos Receiver aus kurzen Anspielen Big Plays.
"Selbst mein fünfjähriger Sohn war von Smith überrascht, aber wir haben es ihm auch einfach gemacht. Wir haben sie nicht zu Boden gebracht", haderte Defensive Tackle Darnell Dockett.
Während die Niners mit einem guten Gefühl in ihre spielfreie Woche gehen, müssen die Gastgeber den schweren Gang nach Green Bay antreten.