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Calvin Johnson (l.) spielte am College für die Georgia Tech Yellow Jackets © getty

Detroits Calvin Johnson knackt die Bestmarke von Jerry Rice, verhindert die Pleite aber nicht. Atlanta holt sich den Heimvorteil.

Von Eric Böhm

München/Detroit - Die Atlanta Falcons haben sich den Heimvorteil für die gesamten NFC-Playoffs gesichert.

Zum Auftakt des 16. Spieltages schlugen sie die Detroit Lions 31:18 (7:3, 14:3, 0:7, 10:5) und feierten in der 15. Partie ihren 13. Sieg (LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Einmal mehr war Quarterback Matt Ryan der Erfolgsgarant. Er brachte 25 seiner 32 Pässe für 279 Yards und vier Touchdowns an den Mann.

"Der Heimvorteil ist großartig. Im Dome spielen wir immer sehr stark. Entscheidend ist, diese Konzentration jetzt aufrechtzuerhalten", forderte "Matty Ice".

Johnson stellt Rekord auf

Bereits zur Pause führte Atlanta deutlich mit 21:6. Ryans Wurf in die Endzone zu Michael Palmer brachte sieben Minuten vor Schluss das vorentscheidende 28:16.

Receiver Roddy White kam auf acht Catches für 153 Yards sowie zwei Touchdowns, allerdings stand ein Passfänger des Gegners im Blickpunkt ( 655244 DIASHOW: Die Bilder der 16. Woche ).

Calvin Johnson übertraf mit 225 Yards den 17 Jahre alten Rekord von Jerry Rice. Die NFL-Legende hatte 1995 für San Francisco in einer Saison Pässe für 1848 gefangen. Johnson steht nun bei 1892.

"Das ist ein ganz besonderer Moment für mich. Ich habe es mir durch harte Arbeit verdient. Ich hätte es natürlich lieber bei einem Sieg geschafft", sagte Johnson bei "ESPN".

"Nie einen besseren Spieler gesehen"

Den Ball überreichte der 27-Jährige kurz nach dem Fang seinem Vater Calvin Sr., der die Partie an der Seitenlinie der Lions verfolgen durfte.

"Ich habe Johnny Unitas spielen sehen und bin mein ganzes Leben NFL-Fan. Seit 19 Jahren arbeite ich als Trainer, aber ich habe nie einen besseren Spieler als Calvin gesehen", lobte Detroits Trainer Jim Schwartz.

Zum achten Mal in Folge gelangen "Megatron" 100 Yards in einem Spiel - eine weitere Bestmarke.

Stafford mit Schwerstarbeit

Die Playoffs waren für Detroit (4:11) längst abgehakt gewesen. Daher spielte Quarterback Matt Stafford hauptsächlich für Johnsons Rekord.

Insgesamt warf er 56 Pässe und schaffte 443 Yards Raumgewinn - nie zuvor kam ein Spielmacher auf mehr Yards, ohne einen Touchdown-Pass zu werfen.

Selbst seine Interception auf Cornerback Asante Samuel entstand, als er seine Lieblingsanlaufstelle suchte.

"Das schließt sich ja nicht aus. Wir wollten das Spiel für die Fans gewinnen. Calvin gibt uns die beste Chance, aber vor der Endzone hat es nicht geklappt", ärgerte sich Stafford.

Lehren aus 2010?

Die Falcons können dagegen zuversichtlich in Richtung Playoffs blicken und am letzten Spieltag gegen Tampa Bay einige Stammspieler schonen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Dass der Heimvorteil kein Ruhekissen ist, haben sie 2010 am eigenen Leib erfahren. Damals schieden sie als Nummer eins der Setzliste zu Hause gegen Green Bay aus - die Packers holten dann den Super Bowl.

"Das haben wir noch in Erinnerung. Hoffentlich haben wir daraus gelernt. Ich denke, dieses Team ist reifer und cleverer geworden", meinte Ryan.

Smith noch nicht zufrieden

Der Quarterback - er brachte seine ersten zwölf Würfe an - und die beiden Fänger White sowie Julio Jones (73 Yards, ein Touchdown) sind die größten Trümpfe der Falcons.

Denn das Laufspiel mit Michael Turner kommt einfach nicht in Gang. Die Abwehr wirkt trotz der guten Ergebnisse auch nicht immer sattelfest.

"Wir haben noch einige Baustellen, wenn wir in den Playoffs weit kommen wollen", bestätigte Head Coach Mike Smith.