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Adrian Peterson (M.) gelang 2007 mit 296 Yards in einem Spiel ein NFL-Rekord © getty

Adrian Peterson spielt eine tolle Comeback-Saison. Zum Playoff-Start will er Green Bay ärgern. Houston ist heiß auf die Bengals.

Von Eric Böhm

München - Die Green Bay Packers haben alles versucht, um ihm aus dem Weg zu gehen, aber Adrian Peterson hatte noch eine letzte Antwort parat.

Mit einem furiosen 26-Yard-Lauf brachte der Running Back seine Minnesota Vikings Sekunden vor Schluss in Field-Goal-Reichweite und ermöglichte damit das Rematch.

Statt einer spielfreien Woche müssen die Packers nun im Wildcard-Playoff (ab 2.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) wieder gegen Petersons Vikings ran, die am letzten Spieltag mit dem knappen Erfolg ihr Ticket lösten.

"Uns erwartet eine heiße Atmosphäre, aber wir sind selbstbewusst und finden zum richtigen Zeitpunkt unsere Topform", sagt Peterson.

"Ein bittersüßes Gefühl"

Auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Kreuzband-Operation krönte der 27-Jährige eine nicht für möglich gehaltene Comeback-Saison.

Eric Dickersons NFL-Rekord (2105 Yards) verpasste Peterson zwar um neun Yards, aber er wurde erst zum neunten Spieler überhaupt, der die 2000er Marke knackte ( 657022 DIASHOW: Die Bilder des 17. Spieltages ).

"Als ich gehört habe, dass nur neun Yards gefehlt haben, war es ein bittersüßes Gefühl. Es tut zwar wehr, aber es war dennoch ein tolles Jahr für mich", erklärt das Kraftpaket.

Lobeshymnen der Coaches

Nicht wenige hatten Peterson nach der schweren Verletzung im Dezember 2012 abgeschrieben, schließlich haben Running Backs in der NFL ohnehin nur eine kurze Halbwertszeit.

"A.D." - sein Vater taufte ihn wegen seines Trainingseifers einst "All Day" - widerlegte aber alle Kritiker und stand schon am 1. Spieltag wieder topfit auf dem Feld.

"Er ist der größte Kämpfer, den ich je trainiert habe. Adrian reißt mit seiner Einstellung das komplette Team mit. Wenn ich es ihm nicht verboten hätte, würde er auch in Special Teams auflaufen", schwärmt Coach Leslie Frazier.

Peterson gefordert

Seinen Top-Spieler will er natürlich keinem zusätzlichen Verletzungsrisiko aussetzen, denn in Green Bay ist er sein Faustpfand.

In der vergangenen Woche schenkte Peterson den Packers 199 Yards ein, beim Hinspiel im Lambeau Field waren es vier Wochen zuvor sogar 210.

Da Quarterback Christian Ponders größte Leistung der vergangenen Saison die Heirat mit "ESPN"-Reporterin Samantha Steele war, müssen es Peterson und die Abwehr richten.

"Wir hätten gern eine Woche Pause gehabt, aber in den Playoffs kannst du dir das nicht aussuchen. Es wird ein beinharter Kampf", vermutet Packers-Spielmacher Aaron Rodgers.

Vikings gern Underdogs

Der MVP hat mit 39 Touchdowns und nur acht Interceptions erneut ein tolles Jahr hinter sich gebracht. Das ist umso beeindruckender, da Green Bay kein funktionierendes Laufspiel hat.

Rodgers und seine hochkarätigen Anspielstationen Randall Cobb, James Jones, Greg Jennings oder Jordy Nelson lassen die Gegner mit ihrem Passfeuerwerk verzweifeln.

"Das wird eine große Herausforderung für uns. Wir müssen Rodgers unter Druck setzen. Wir sind der Außenseiter, aber das liegt uns", sagt Minnesotas Defensive End Jared Allen.

Heimschwäche abgehakt?

Im Kampf gegen "Super-Wikinger" Peterson könnte die Verteidigung durch die Rückkehr von Charles Woodson einen Schub bekommen (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Der Safety verpasste zuletzt neun Spiele wegen eines Schlüsselbeinbruches. "Er ist ein sicherer Tackler. Das ist gegen Minnesota besonders wichtig", betont Coach Mike McCarthy.

Allerdings verlor Green Bay zuletzt vier von sechs Playoff-Heimspielen. In der vergangenen Saison scheiterte man als Titelverteidiger am späteren Champion New York Giants.

SPORT1 blickt auf das zweite Wildcard-Playoff der NFL:

Houston Texans - Cincinnati Bengals

Ein Rematch gibt es auch zwischen den Houston Texans und den Cincinnati Bengals (ab 22.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Vor einem Jahr gab es dieses Duell schon einmal in den Wildcard-Playoffs. Mit 153 Yards und zwei Touchdowns führte Running Back Arian Foster die Texans damals zum mühelosen Sieg.

"Ich bin heiß auf das Spiel. Wir haben drei von vier Spielen vergeigt, aber das ist jetzt abgehakt. In den Playoffs geht es neu los", sagt Quarterback Matt Schaub, der 2012 verletzt zuschauen musste.

Dalton fürchtet Watt

Die Bengals kommen als Underdog nach Texas. Trotzdem haben Spielmacher Andy Dalton und Co. viel Selbstvertrauen, immerhin erreichten die Gäste erstmals seit über 20 Jahren zum zweiten Mal in Folge die K.o.-Runde.

Dalton und Star-Receiver A.J. Green bilden ein ungeheuer gefährliches Gespann. Allerdings muss Dalton auf Defensive End J.J. Watt achten, der die NFL mit 20,5 Sacks anführte.

"Deshalb ist unsere Offensive Line besonders wichtig. Wenn sie ihren Job machen, haben wir eine gute Chance auf die Überraschung", meint Dalton.

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