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Nie erreichte ein NFL-Quarterback schneller 40.000 Passyards als Drew Brees (l.) © getty

In der NFC South deutet sich ein Duell der Passfeuerwerke zwischen Falcons und Saints an. Die NFC West strotzt vor Klasse.

Von Eric Böhm

München - Es könnte ein Schwergewichtskampf über 16 Runden werden.

In der "Liga der Quarterbacks" duellieren sich zwei der stärksten in der NFC South. Während Matt Ryan die Atlanta Falcons in den Super Bowl führen will, schickt sich Drew Brees an, die Vormachtstellung seiner New Orleans Saints zurückzufordern.

Die NFL-Kopfgeldaffäre "Bounty-Gate" ist für die Saints mit der Rückkehr ihres Coach Sean Payton endgültig abgehakt. Das Team fühlt sich um den Super Bowl in der heimischen Arena betrogen und ist besonders motiviert. (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

"Diese Erfahrung treibt uns an. Wir haben diese Geschichte nicht vergessen und werden jetzt einiges geraderücken", verspricht Brees.

Macht Ryan der Abwehr Beine?

Der Spielmacher, Receiver Marques Colston, die gute Offensive Line und das Running-Back-Trio um Mark Ingram bürgen für viele Punkte.

Für die oft löchrige Defensive holte Payton Coordinator Rob Ryan aus Dallas, der Personal und System austauschte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

"Ich halte die Saints für sehr gefährlich. Sie werden sich stark zurückmelden wollen", betont Tampa Bays Fullback Erik Lorig bei SPORT1.

Gonzalez macht weiter

Die Falcons sind nach ihrer fünften Saison mit positiver Bilanz in Folge aber nicht gewillt, ihren Platz zu räumen. Schließlich fehlten ihnen im NFC-Finale nur zehn Yards zum Sieg und der ersten Super-Bowl-Teilnahme.

Der coole Spielmacher Matt Ryan ist die Konstante. Angesichts der guten Aussichten ließ sich der routinierte Tight End Tony Gonzalez zu einer weiteren Saison überreden.

Lorigs Buccaneers und die Carolina Panthers besitzen Außenseiterchancen in den prognostizierten Zweikampf einzugreifen.

Vor dem Saisonstart der NFL blickt SPORT1 auf die Divisionen NFC South und NFC West.

(VORSCHAU: AFC South und AFC West)

(VORSCHAU: NFC North und NFC East)

NFC South:

Atlantas Cheftrainer Mike Smith stellte sein Team zum Start der Vorbereitung auf einen harten Weg ein: "Wir sind nicht mehr 10 Yards, sondern 193 Tage vom Super Bowl entfernt. Das muss in die Köpfe."

Zwei Routiniers sollen dem homogenen Gefüge einen zusätzlichen Schub geben. Running Back Steven Jackson kam aus St. Louis, Defensive End Osi Umenyiora soll von den Giants gewohnten Pass-Rush mitbringen.

Graham als Waffe

Die sehr ruhige Vorbereitung war für die Saints eine willkommene Abwechslung zum Chaos der Vorsaison, nicht nur für Brees war 2012 mit nur sieben Siegen eine "Ausnahme".

Ein riesiger Matchup-Vorteil ist Tight End Jimmy Graham. Der ehemalige Basketball-Spieler ist kaum zu verteidigen und wird von Paytons Präsenz noch mehr profitieren.

Freeman hat Druck

Die Tampa Bay Buccaneers gehören zu den interessantesten Teams der NFL. 18 der 22 Starter wurden selbst gedraftet und aufgebaut. (EXKLUSIV: Erik Lorig im Interview)

In Coach Greg Schianos zweitem Jahr ist dehalb ein weiterer Entwicklungssprung zu erwarten. Für Fullback Lorig ist unter den vielen Talenten vor allem Defensive End Da'Quan Bowers "auf dem Sprung zum Star."

Im Fokus steht auch Quarterback Josh Freeman, der in seinem letzten Vertragsjahr konstantere Leistungen zeigen muss. Rookie Mike Glennon sitzt ihm im Nacken.

"Yes We Cam" in Carolina

"Yes We Cam!" gilt weiterhin in Carolina. Allerdings fehlt dem hochtalentierten Spielmacher Cam Newton nach wie vor ein vernünftiges Ensemble an Nebendarstellern.

Der neue Offensive Coordinator Mike Shula muss einen Weg finden, um bei seinem Star die richtige Balance zwischen Lauf und Pass zu finden. Ein zweiter guter Receiver neben Routinier Steve Smith fehlt nach wie vor.

Head Coach Ron Rivera steht unter Druck. Verpasst er die Playoffs, ist er wohl weg. Die Passverteidigung dürfte gegen Brees und Co. aber erneut zur Achillesferse werden.

NFC West:

Die San Francisco 49ers kämpfen gegen den Trend: Der Vizemeister will als erstes Team seit 20 Jahren nach einer Super-Bowl-Pleite im Folgejahr ins Endspiel zurückkehren. (BERICHT: 49ers - eigentlich Topfavorit)

Die Angriffslast werden in der Mannschaft von Coach Jim Harbaugh erneut Running Back Frank Gore und Quarterback Colin Kaepernick tragen, der in seine erste volle Saison als Starter geht.

Die ohnehin schon starke Verteidigung wurde mit Cornerback Nnamdi Asomugha und Defensive Tackle Glenn Dorsey hervorragend verstärkt. Die "Niners" sind ein Topfavorit.

Harvin neu in Seattle

Die Seattle Seahawks und Spielmacher Russell Wilson gehörten 2012 zu den Überraschungen der Saison und schafften es sogar in die Divisional Playoffs.

Die extrem große und starke Passverteidigung bleibt der größte Trumpf. Zudem erhielt Wilson im superschnellen Receiver Percy Harvin eine neue Anspielstation.

Außerdem gibt es ja auch noch Running Back Marshawn "Beast" Lynch. In der starken Division wird Seattle aber nichts geschenkt.

Rams werden dynamischer

Denn vor allem in St. Louis wurden die Zeichen der Zeit erkannt. Der verdiente Runner Steven Jackson wurde dem neuen Mantra geopfert: Im Angriff ist bei den Rams jetzt Speed Trumpf.

Tight End Jared Cook und Rookie-Receiver Tavon Austin formen mit Chris Givens ein dynamisches Trio für Quarterback Sam Bradford.

Die Abwehr von Head Coach Jeff Fisher ist ohnehin besser als ihr Ruf und wurde mit Linebacker Alec Ogletree weiter verstärkt.

Palmer ist zur Stelle

Bei den Arizona Cardinals hat sich ein Duo gesucht und gefunden. Pass-Guru Bruce Arians kann als Cheftrainer endlich einen guten NFL-Quarterback begrüßen.

Carson Palmer will es mit 33 Jahren noch einmal wissen und findet in der Wüste eine gute Situation vor. Eine Anspielstation vom Kaliber Larry Fitzgeralds hatte er seit Jahren nicht mehr.

Allerdings verlor die dritt-effizienteste Abwehr der Vorsaison Coordinator Ray Horton. Denn Arians installierte Todd Bowles.

Ob das ein kluger Schachzug war, wird sich zeigen.

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