vergrößernverkleinern
Robert Griffin III wurde 2012 zum Rookie des Jahres gewählt. © getty

Quälende Monate liegen hinter ihm: Robert Griffin ist nach langer Verletzung zurück. Coach Shanahan predigt vergeblich Geduld.

Von Florian Pertsch

München - Acht Monate Pause sind eine lange Zeit.

Eine quälend lange sogar, wenn man wie Robert Griffin III als "Heilsbringer", Super-Bowl-Faktor und Redskins-Held gilt.

Es war Griffins zweite Verletzung am rechten Knie und so wollte Head-Coach Mike Shanahan das Comeback seines Star-Quarterbacks nicht unnötig auf's Spiel setzen.

Doch Washingtons Trainer machte die Rechnung ohne seinen Spielmacher, der sich fest in den Kopf gesetzt hatte, beim NFL-Saisonauftakt der Redskins im Monday Night Game gegen die Philadelphia Eagles (ab 1.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) auf dem Feld zu stehen.

20 Touchdowns

Im Trainingscamp wurden die Argumente zwischen Star und Trainer etwas deutlicher ausgetauscht.

Shanahan lenkte ein, behielt sich aber die Entscheidungshoheit in der "Causa RGIII" vor: "Es geht immer um das Beste für das Team. Wenn wir nicht der Meinung wären, dass Robert zu hundert Prozent fit, dann würde er nicht spielen."

Nach Aussagen der Kollegen ist der Offenisve Rookie des Jahres 2012 (DIASHOW: Die Stars der NFL) wieder ganz der Alte, was vor allem im Hinblick auf sein spektakuläres Laufspiel wichtig ist.

Denn neben 3.200-Passing-Yards (20 Touchdowns), trug er das Lederei auch sieben Mal (815-Rushing-Yards) eigenhändig in die Endzone.

"Ganz der Alte"

"Er ist definitiv zurück und wieder ganz der Alte", freute sich Redskins-Linebaker Brian Orakpo.Griffin selbst bleibt vor dem Comeback gelassen.

"Wie heißt es so schön: 'Druck verspürt man nur, wenn man nicht weiß, was man tut, oder kein Selbstvertrauen hat.' Ich vertraue meinem Körper vollkommen, also verspüre ich keinen Druck", sagte Griffin gegenüber der "Washington Post".

Beim Thema Druck gibt es auch auf Seiten der Eagles einen Kandidaten, der im Fokus der Öffentlichkeit steht: Head Coach Chip Kelly.

Ex-Seal im Betreuerstab

Nach der unterirdischen Saison 2012 mit elf Niederlagen aus den letzten zwölf Spielen (Bilanz 4-12) musste Andy Reid in Philly die Segel streichen, der frühere College-Trainer aus Oregon übernahm. Kelly ist als NFL-Coach ein Rookie - und er ist anders.

Interviews? Fehlanzeige! Erklärung der neu eingeführten Offenisve? Schaut euch die Videobänder der Oregon-Spiele an!

Ein ehemaliger Navy-Seal als Chef der sportwissenschaftlichen Abteilung? Kein Kommentar!

Der Mann pflegt seinen Ruf als Mysterium und sogar eingefleischte Eagles, die Jahre unter Head Coach Reid gespielt haben, sind neugierig auf den Mann an der Seitenline.

Vom Angriffssystem begeistert

"Es ist nicht so, dass wir auf das Feld gehen und eine Zaubershow hinlegen", erklärt Philadelphias Center Jason Kelce: "Wir haben aber ein paar Spielzüge, die anders sind. Das gefällt mir."

Ob die Eagles die Offense umsetzen können, hängt auch von Quarterback Michael Vick ab, der den Vorzug gegenüber Nick Foles erhalten hat.

Vick, dem es wie so oft nicht an Selbstvertrauen mangelt, ist von Kellys Angriffssystem begeistert.

"Ich habe die absolute Kontrolle in der Offensive und kann auch selbst mit dem Ball laufen", schwärmte der 33 Jahre alte Quarterback.

San Diego gegen Houston

Kellys College-Team in Oregon gewann zwischen 2009 und 2012 46 seiner 53 Partien und erzielte im Schnitt 44,7 Punkte.

Der frühere NFL-Profi und NBC-Analyst Cris Collinsworth sieht in Kelly jedenfalls den interessantesten Rookie der neuen Saison (DATENCENTER: Der NFL-Spieplan): "Wenn eine Person die Liga massiv verändern kann, dann ist es Chip Kelly in Philadelphia."

Im zweiten Monday Night Game empfangen die San Diego Chargers die Houston Texans (ab 4.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel