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Tom Brady (l.) wurde im NFL-Draft 2000 an der 199. Stelle ausgewählt © getty

New England sucht vor dem Auftakt zum 2. Spieltag nach Abnehmern für seinen Star. Die Jets wollen ihr Thanksgiving-Drama rächen.

Von Eric Böhm

München - Der Auftaktsieg hat sich schnell als bittersüß erwiesen.

Die New England Patriots um Quarterback-Star Tom Brady und seinen deutschen Beschützer Sebastian Vollmer mussten beim knappen Erfolg über Buffalo weitere Nackenschläge verkraften.

Der als neue Lieblingsanspielstation Bradys eingeplante Receiver Danny Amendola zog sich eine Leistenverletzung zu und wird am 2. Spieltag der NFL gegen die New York Jets (ab 2.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) ausfallen.

"Es ist Boston gegen New York"

Der bei den Bills sehr starke Running Back Shane Vereen (101 Yards) wird nach einem Bruch im Handgelenk sogar mindestens acht Wochen fehlen. Keine guten Vorrausetzungen für das Duell mit dem Erzrivalen.

"Es ist Boston gegen New York, das wird in jedem Fall ein hitziges Spiel. Wir müssen unseren Job machen, mehr können wir nicht beeinflussen", bleibt Brady gewohnt cool. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)

Allerdings geht sein einstmals gefürchtete Punktefabrik schon jetzt auf dem Zahnfleisch, immerhin stehen ihm auch seine drei ehemaligen Topstars Rob Gronkowski (noch verletzt), Aaron Hernandez (Mordanklage) und Wes Welker (nach Denver gewechselt) nicht zur Verfügung.

Receivern fehlt Coolness

Auch deshalb brachte Brady am 1. Spieltag nur knapp 56 Prozent seiner Pässe an, das siegbringende Field Goal gelang erst fünf Sekunden vor Schluss. (772985DIASHOW: Die Bilder des 1. Spieltages)

Die unerfahrenen Receiver machen dem dreimaligen Super-Bowl-Champion die erwarteten Probleme. Kenbrell Thompkins wurde beispielsweise 14 Mal angespielt, fing aber nur viermal den Ball.

"Sie haben jetzt ein anderes Team. Angefangen mit Brady, ist es aber immer noch New England", zollt selbst der sonst so scharfzüngige Jets-Coach Rex Ryan Respekt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Smiths Ära hat begonnen

Die peinliche 19:49-Pleite zu Thanksgiving 2012 steckt ihm offenbar immer noch in den Knochen. In nur 52 Sekunden machten die Pats damals aus einem 7:0 ein 28:0.

Das war der Anfang vom Ende für New Yorks Spielmacher Mark Sanchez, der seinen Kredit mit dieser Vorstellung endgültig aufgebraucht hatte. In der vergangenen Woche wurde ihm bereits Rookie Geno Smith vorgezogen.

Da nun festgestellt wurde, dass Sanchez sich in der Preseason einen Muskel in der rechten Schulter gerissen hat, dürfte die wohl unumgängliche Operation seine Saison beenden und seine Tage bei den Jets gezählt sein.

Nach seinem ordentlichen Debüt beim Erfolg über Tampa Bay ist der lauf- und wurfstarke Smith gesetzt und die größte Hoffnung auf das Ende einer Horror-Serie.

Grausame Zahlen

Fünfmal in Folge verlor New York zuletzt gegen die Patriots, die im Schnitt 38 Punkte und fast 420 Yards anhäuften. Dabei brachte es Brady auf 13 Touchdowns bei nur einer Interception. (DIASHOW: Die Stars der NFL)

Smith verspricht, sein Team werde "sich optimal vorbereiten und bereit sein".

Die Verteidigung scheint für den Topfavoriten der AFC East, der seit zwei Jahren kein Divisionsspiel mehr verloren hat, gerüstet.

Edelmann als Welker-Ersatz

Dem starken Buccaneers-Runner Doug Martin erlaubten die Jets bei ihrem knappen Heimsieg nur 65 Yards bei 24 Läufen. "Wenn du die Division gewinnen willst, musst du die Patriots schlagen. Es wird eine große Herausforderung", weiß Ryan.

Denn Offensive Coordinator Josh McDaniels hat noch zwei Asse im Ärmel. Receiver Julian Edelmann erinnert nicht nur äußerlich an Welker, sondern fing in Buffalo auch beide Touchdown-Pässe Bradys.

Zudem hat Running Back Stevan Ridley etwas gutzumachen. Nach seinem Ballverlust in Buffalo schmorte er in der zweiten Hälfte meist am Spielfeldrand.

Es sind also einige Rechnungen offen.

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