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Dont'a Hightower (l.) wechselte 2012 aus Alabama nach New England © getty

Vollmers Team liefert sich am ein Punt-Festival mit den Jets. Deren Spielmacher patzt. Bradys Angriff passt sich dem Wetter an.

Von Eric Böhm

München/Foxboro - Was ist nur aus dem einst so explosiven Angriff der New England Patriots geworden?

Die Mannschaft des deutschen Offensive Tackles Sebastian Vollmer dominierte über Jahre fast jede statistische Kategorie, kommt aber in der neuen NFL-Saison einfach nicht in Schwung. (776285DIASHOW: Die Bilder des 2. Spieltages)

Wie schon in Buffalo reichte es trotzdem auch am 2. Spieltag (So., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) zu einem denkbar knappen Arbeitssieg. Gegen die New York Jets wurde ein 13:10 (10:3, 3:0, 0:7, 0:0) erkämpft.

"Es war sicher ein dreckiger Sieg. Wir haben noch ganz viel Arbeit vor uns. Niemand wird kommen und uns retten. Wir müssen weiter kämpfen", zog Quarterback Tom Brady ein treffendes Fazit.

Brady leidet

Dabei schien zu Beginn alles wie immer. Der Superstar warf gleich in der ersten Angriffsserie einen seiner patentierten Traumpässe auf Rookie Aaron Dobson.

Nach dem Touchdown bei seinem ersten Spielzug überhaupt bauten der Receiver und der Rest von Bradys neuen Anspielstationen aber gewaltig ab. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)

Dobson und Co. produzierten in der Folge unzählige Drops und sorgten so dafür, dass Brady nur 19 von 39 Pässen für 185 Yards an den Mann bringen konnte.

Viel Qualität weg

Ohne den nach wie vor verletzten Rob Gronkowski (Reha nach Unterarmbruch), Neuzugang Danny Amendola (Leistenprobleme) und die abgegebenen Aaron Hernandez (Mordanklage) sowie Wes Welker (jetzt in Denver) mangelt es an Qualität.

Dobson und Kenbrel Thompkins fehlt die Erfahrung. Der gute Special Teamer Julian Edelman bewies mit 13 Fängen erneut seine Verlässlichkeit, doch ihm fehlen Explosivität und Näschen für Big Plays - der längste Spielzug über ihn brachte zehn Yards.

"Wir haben den Auftakt mit zwei Siegen hinbekommen. Zufrieden sind wir natürlich nicht. Heute hat uns die Defense den Hintern gerettet", sagte Edelman.

Punt-Rekord für Patriots

Denn nach der schnellen 10:0-Führung lief überhaupt nichts mehr zusammen. Das Laufspiel ist ohnehin eine chronische Schwäche. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Nur neun First Downs standen am Ende elf Punts gegenüber - so oft hatten die Pats den Ball seit 2003 nicht mehr wegkicken müssen. Punter Ryan Allen stellte mit 514 Yards einen Teamrekord auf.

Dass es dennoch zum zwölften Sieg innerhalb der Division in Folge langte, lag an den Jets, die ähnlich wenig zustande brachten und darüber hinaus noch vier Ballverluste produzierten.

Coach Rex Ryan attestierte seinem neuen Spielmacher Geno Smith "gute Momente" und muss mit den Anfängerfehlern des ehemaligen College-Stars aus West Virginia leben.

Smith geht unter

Immerhin konnte man seiner Truppe, die auch noch neun Punts zu dem Festival beisteuerte, den Kampfgeist nicht absprechen.

Das Niveau passte sich nach der Pause zwar dem miserablen Wetter an, aber im Dauerregen verkürzte New York im dritten Viertel auf 10:13.

Allerdings warf Smith (15 von 35 für 214 Yards) im Schlussabschnitt gleich drei Interceptions - mit seiner zweiten führte Aquib Talib innerhalb der letzten Minute die Entscheidung herbei.

Schon zum Auftakt bei den Bills hatte sich New England - Starter Vollmer agierte gewohnt souverän - nur hauchdünn durchgesetzt.

Brady jagt Brees

So recht freuen mochte sich der dreimalige Super-Bowl-Champion aber nicht, obwohl Brady sich einem weiteren NFL-Rekord nähert.

Im 50. Spiel in Folge gelang ihm ein Touchdown-Pass, die Bestmarke hält seit 2012 Drew Brees (54), der die 52 Jahre bestehende Zahl von Johnny Unitas (47) übertroffen hatte.

"Man kann nicht erwarten, dass die Jungs spielen, als wären sie schon zehn Jahre dabei. Sie arbeiten hart. Das Talent ist da", verteidigte Brady seine Receiver.

Zwei Platzverweise

Linebacker Brandon Spikes erinnerte daran, dass "die Offense uns immer wieder mitgerissen hat, jetzt sind wir einmal dran."

Bei den Jets sorgte die fünfte Pleite gegen New England hintereinander am Ende nur noch für Frustration.

Die Offensive Linemen D'Brickashaw Ferguson und Willie Colon wurden nach Faustschlägen während einer Rangelei vom Platz gestellt.

"Ich habe meine Beherrschung verloren. Ich sollte es besser wissen. Das war unverzeihlich", übte Colon Selbstkritik. Auch auf die Gäste wartet noch ein langer Weg.

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