vergrößernverkleinern
Luck (l.) gewann mit Stanford und Coach Harbaugh 2010 den Orange Bowl © getty

Der Colts-Quarterback trifft mit dem Deutschen Björn Werner in San Francisco auf seinen ehemaligen College-Coach aus Stanford.

Von Florian Pertsch

München/San Francisco - Die Verbindung zwischen Head Coach und Quarterback ist eine besondere.

Der Spielmacher ist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Feld. Ihm vertrauen die Spieler im Huddle, er macht die Ansagen.

Im College gilt das vielleicht noch etwas mehr als in der NFL, schließlich erleben hier viele Quarterbacks erstmals Stadien mit zigtausend frenetischen Fans, kritische Presse und großes mediales Interesse (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe).

Es überrascht also nicht, wenn Andrew Luck, Quarterback der Indianapolis Colts, vor dem Duell am 3. Spieltag mit San Francisco (ab 22.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) in den höchsten Tönen von 49ers-Coach Jim Harbaugh schwärmt.

College-Titel für Harbaugh und Luck

"Er hat mir definitiv geholfen, dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin. Er hat Stanford auf den richtigen Weg gebracht. Ich hatte das Glück, einen sehr guten Coach in einem sehr guten Programm haben", erklärt Luck, der 2010 mit Stanford den Orange Bowl gewinnen konnte.

Die Anerkennung beruht auf Gegenseitigkeit. "Er ist ein außerordentlicher Spieler. Er hat wenig Schwächen und ist einer der besten NFL-Quarterbacks", lobt Harbaugh, der zwischen 1994 und 97 selbst als Colts-Spielmacher auflief, seinen einstigen Schüler.

Aus dem College-Novizen wurde im Sommer 2011 der Nummer 1 Pick des NFL-Draft, der als Rookie unzählige Rekorde brach.

Exklusiver Tipp des einstigen Schülers

Doch damit nicht genug, denn Luck revanchierte sich bei 49ers-Coach Harbaugh für die gute Ausbildung.

Colin Kaepernick, San Franciscos Shootingstar der vergangenen Saison, landete durch einen Tipp von Luck im Team der 49ers.

Luck empfahl Harbaugh den Quarterback nach seiner Vorstellung bei einer Passing Clinic von Broncos-Star Peyton Manning und die 49ers griffen in der zweiten Runde des Draft 2011 prompt zu.

Vor dem Duell am dritten Spieltag der NFL-Saison kommt einiges auf die beiden Quarterbacks zu (780204DIASHOW: Die Bilder des 3. Spieltages).

"Werden Finger in die Wunde legen"

Indiana und San Francisco verloren jeweils nach ihren Auftaktsiegen und sind wild entschlossen die Mini-Krise umgehend zu beenden.

"Wir werden den Finger in die Wunde legen. Wir sprechen die Fehler an und wollen uns signifikant verbessern", sagt Harbaugh und nimmt Kapernick in Schutz: "Ich bin nicht enttäuscht von Colin. Er hat gut gespielt, mehr war nicht drin."

Nach seiner Gala gegen Green Bay (412 Yards) kam gegen Seattle mit 127 Yards der Einbruch.

Daraus resultierend kamen die 49ers auf mehr Turnover (4) als Punkte bei der 3:29-Pleite gegen die Seahawks. Ein Wert, den es zuletzt im Oktober 2005 gegen die Indianapolis Colts gab (5 Turnover, 3:28) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Colts mit löchriger Offensive-Line

Einziger Lichtblick aus Sicht der 49ers: Auch Indianapolis bekleckerte sich am 2. Spieltag gegen die Miami Dolphins (20:24) nicht mit Ruhm.

Gerade die Offensive Line machte Luck das Leben extrem schwer. Der 24-Jährige wurde satte siebenmal gesackt und kam trotz 321 Passing Yards nur auf einen Touchdown.

So oft ging zuletzt 1997 ein Colts-Quarterback zu Boden. Wenn Luck das Bedürfnis verspürt, sich über das Erlebnis auszutauschen, sollte das gegen die 49ers kein Problem sein.

Richardson vor Colts-Debüt

Der letzte Colts-Pechvogel war San Franciscos Coach Harbaugh.

Immerhin die Verletzungsprobleme im Angriff bekam Indianapolis vor dem Spiel in den Griff. In einem sensationellen Trade angelten sich die Colts nach dem Kreuzbandriss von Vick Ballard den Browns-Running-Back Trent Richardson.

Selbst die Verpflichtung des vielversprechenden Richardson kann Colts-Coach Chuck Pagano nicht milde stimmen.

Bruderduell im Candlestick Park

"Jeder hat miese Laune, bis es am nächsten Sonntag wieder von vorne los geht. San Francisco hat die letzte Partie verloren, wie auch. Beide Teams kommen also aus der gleichen Richtung", erklärt Pagano.

Neben dem Treffen von Luck und Harbaugh gibt es zusätzlich noch ein Familienduell im Candlestick Park.

San Franciscos Tight End Vernon Davis trifft erstmals in der NFL auf seinen jüngeren Bruder Vontae Davis, der als Defensive Back bei den Colts auflaufen wird.

Champion gegen Titelanwärter

Zuvor kommt es in der Heimat des Super-Bowl-Champions zum Härtetest für die neuformierten Baltimore Ravens.

Gegen die bislang ungeschlagenen Houston Texans (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) wartet auf Star-Quarterback Joe Flacco und Co. ein hartes Stück Arbeit.

Besonders vor den Comeback-Qualitäten der Texans sollte der NFL-Meister gewarnt sein.

Beim Saisonauftakt holte Houston gegen San Diego einen 21-Punkte-Rückstand aus, vergangene Woche genügte den Tenessee Titans ein Vorsprung mit acht Zählern im letzten Viertel nicht.

Pittsburgh steht mit dem Rücken zur Wand

In Pittsburgh stehen die Steelers bereits mit dem Rücken zur Wand.

Nach zwei Pleiten zum Saisonstart wäre eine dritte Niederlage in Folge fast schon der vorzeitige Kollaps.

Den zu verhindern dürfte gegen die Chicago Bears zur Herkules-Aufgabe mutieren (ab 2.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Das Team aus der "Windy City" startete mit zwei Siegen über die Cincinnati Bengals und die Minnesota Vikings, Quarterback Jay Cutler lieferte insgesamt 534 Passing Yards und fünf Touchdowns ab.

Pittsburgh sucht seine Offensive noch verzweifelt. Im Schnitt gelangen den Steelers magere 9,5 Punkte und auch der legendäre "Steel Curtain" ist mit 18,5 Punkten des Gegners allzu luftig geworden.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel