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Colin Kaepernick spielte am College für die Nevada Wolfpack in Reno © getty

Dem Deutschen gelingt mit Indy ein Big Point bei den 49ers. Deren Quarterback enttäuscht. Die Bears sind zu stark für "Big Ben".

Von Eric Böhm

München/San Francisco - Björn Werner und seine Indianapolis Colts haben am 3. Spieltag einen beeindruckenden Auswärtssieg eingefahren.

Bei den San Francisco 49ers gewann die Mannschaft um den Berliner Outside Linebacker mit 27:7 (7:7, 3:0, 3:0, 14:0) und sicherte sich damit den zweiten Saisonerfolg. (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

Werner steuerte einen Tackle bei. "Es ist eines dieser Spiele, auf die man später vielleicht zurückschaut und sagt, hier hat etwas Großes begonnen", sagte Colts-Cheftrainer Chuck Pagano.

Richardson mit Top-Einstand

Neuzugang Trent Richardson erzielte gleich bei seinem Lauf nach dem Wechsel aus Cleveland einen Touchdown, wurde aber ansonsten von Running-Back-Kollege Ahmad Bradshaw (95 Yards, ein Touchdown) in den Schatten gestellt.

Quarterback Andrew Luck lieferte im Spannung erwarteten Duell gegen seinen früheren College-Coach Jim Harbaugh mit insgesamt 188 Yards aus Pässen und Läufen eine fehlerfreie Leistung ab. Vier Minuten vor Schluss erreichte er zum vorentscheidenden 20:7 die Endzone. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)

"Ich habe vorher nicht viel über Coach Harbaugh nachgedacht. In diesem Sport triffts du früher oder später immer auf alte Weggefährten", meinte Luck.

Kaepernick schwach

Der klar gewonnene Vergleich mit Harbaughs aktuellem Spielmacher entlockte ihm laut Pagano aber dennoch "das größte Lächeln, das ich je von ihm gesehen habe."

Nach der schwachen Vorstellung in Seattle vor einer Woche leisteten sich die 49ers die nächste Schlappe. (780204DIASHOW: Die Bilder des 3. Spieltages)

Vor allem Kaepernick (13 von 27 für 150 Yards) enttäuschte erneut. Eine Interception und drei Sacks trugen zu seiner ersten Heimniederlage als Starter bei.

"Es lag nicht an einer einzelnen Sache. Wir haben einfach unser System nicht gut umgesetzt", erklärte der Quarterback. Der verletzte Tight End Vernon Davis (Oberschenkelprobleme) fehlte ihm als Anspielstation.

Smith pausiert

Harbaugh verlor zudem erstmals in seiner Trainerkarriere zwei NFL-Partien in Folge und musste sich Kritik für die Aufstellung von Aldon Smith gefallen lassen.

Der Linebacker war zwei Tage zuvor wegen Verdachts auf Alkohol- und Marihuanamissbrauch am Steuer festgenommen worden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

49ers-Boss Jed York sprach nach der Partie ein Machtwort: Smith werde sich in Behandlung begeben und mindestens die kommende Partie in St. Louis verpassen.

SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 3. Spieltages der NFL:

Pittsburgh Steelers - Chicago Bears 23:40

Die Chicago Bears setzen ihren Siegeszug mit dem 40:23 (17:0, 7:10, 3:10, 13:3) bei den Pittsburgh Steelers fort.

Dabei ging es denkbar schlecht für die Steelers los. Quarterback Ben Roethlisberger (406 Passyards) verlor den Ball. Chicago wusste diesen Turnover mit einem Touchdown zum 10:0 auszunutzen.

Die Bears beherrschten die Steelers offensiv wie defensiv und setzten sich noch vor Ende des ersten Viertels auf 17:0 ab.

Brown macht es spannend

Pittsburgh wirkte im Angriff planlos und so kam es, dass Major Wright einen Pass von Roethlisberger abfing und zum 24:3 in die Endzone trug.

Erst danach fanden Steelers besser ins Spiel. Vor allem das Duo Roethlisberger und Receiver Antonio Brown (zwei Touchdowns) fand die Lücken in der Bears-Verteidigung.

Ein 33-Yardpass von "Big Ben" auf Brown brachte Pittsburgh vor der Pause noch auf 10:24 heran.

Nach dem 23:24-Anschluss konterte Chicagos Quarterback Jay Cutler knapp sechs Minuten vor Schluss mit einem Pass auf Receiver Earl Bennett zum 34:23.

Peppers macht den Deckel drauf

Endgültig entschieden wurde die Partie durch Roethlisbergers dritten Turnover. Diesmal nahm Julius Peppers den Fumble auf und trug ihn in die Endzone. "Wir, vor allem ich, müssen besser auf den Ball aufpassen. So einfach ist das", sagte Roethlisberger.

Pittsburgh ist damit weiterhin sieglos. Chicago steht ungeschlagen mit drei Siegen an der Spitze der NFC North.

Miami Dolphins - Atlanta Falcons 27:23

Die Miami Dolphins bleiben nach dem überraschenden 27:23 (0:7, 10:6, 10:7, 7:3) über die Atlanta Falcons das ungeschlagene Überraschungsteam der Liga.

38 Sekunden vor dem Ende des ausgeglichenen Spiels warf Quarterback Ryan Tannehill (24 von 35 für 236 Yards) den siegbringenden Touchdown auf Dion Sims.

"Wir haben ein besonderes Team mit viel Talent. Wir werden immer besser. Es gibt keine Grenzen für uns", schwärmte Receiver Brian Hartline.

Ryan patzt

Der letzte Comeback-Versuch der Falcons endete mit einer Interception durch den nicht so cool wie gewohnt agierenden Spielmacher Matt Ryan.

Die als Super-Bowl-Anwärter gestarteten Gäste führten lange, mussten aber schon ihre zweite Pleite einstecken. "Wir haben viele Chancen ausgelassen und zu viele Field Goals statt Touchdowns erzielt", bilanzierte Trainer Mike Smith.

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