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Tom Bradys Angriff produziert im Schnitt nur noch 9,7 Punkte © getty

Der Pats-Quarterback gibt sich vor dem Duell mit Atlanta die Schuld an der Stotter-Offense. Gronk steht vor dem Comeback.

Von Florian Pertsch

München/Atlanta - Drei Siege aus drei Spielen - eigentlich eine Bilanz ohne Grund zum Mäkeln.

Doch bei den New England Patriots wird nach Höherem gestrebt. Vor allem Superstar-Quarterback Tom Brady.

Vor dem Duell am 4. Spieltag gegen die Atlanta Falcons (ab 2.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) produziert sein Angriff nur 19,7 Punkte im Schnitt. Zu wenig für den Spielmacher von Trainer-Fuchs Bill Belichick.

Viel hängt bei New England mit den Ausfällen der etatmäßigen Passempfänger Rob Gronkowski und Danny Amendola zusammen (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe).

Brady übernimmt Verantwortung

Die Rookies Kenbrell Thompkins und Aaron Dobson geben zusammen mit Julian Edelman ihr Bestes, um das Duo zu ersetzen ? mit wechselhaftem Erfolg.

Brady sucht die Fehler aber nicht bei seinem Receiver-Kindergarten, sondern bei sich selbst.

"Ich bin der Hauptschuldige. Ich muss die offenen Spieler finden und nicht den gedeckten Mann mit einem lauernden Strong Saftey. Das hilft unserem Angriff in der Red-Zone mehr als alles andere", gab Brady den Büßer.

Leise Hoffnung

Nur 57,7 Prozent der Brady-Pässe fanden in den ersten drei Spielen einen Teamkollegen. Seit 2006 erlebte der Mann von Model Gisele Bündchen keinen schlechteren Saisonstart mehr.

Auch im Topspiel gegen Atlanta zerschlug Bradys Hoffnung, dass "Gronk" und Amendola ihr Comeback geben könnten (783070DIASHOW: Die Bilder des 4. Spieltages). Beide traten die Reise in die Olympiastadt von 1992 nicht an.

Zum Auftakt der Saison rettete die Defense den Patriots die Spiele, 11,3 Punkte durch den Gegner sind der zweitbeste Wert der Liga. Nur die Seattle Seahawks (9,0) lassen noch weniger zu.

Folglich hat Defensive Tackle Vince Wilfork auch keinen Grund zur Klage.

"Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Drei Siege, keine Niederlage ? da bleibt kein Wunsch offen", erklärt Wilfork und glaubt fest an das Comeback der Offense: "Ich kenne unseren Angriff. Früher oder später macht es Klick und dann läuft es wieder."

Jammern auf hohem Niveau

Aus Sicht der Falcons ist das Gemurre Bradys Jammern auf hohem Niveau.

In Atlanta ist die Offense sogar um ein paar Yards produktiver (23,7), doch aus den ersten drei Partien gab es nur einen Sieg.

Folglich spricht Falcons-Coach Mike Smith die Versäumnisse seines Teams schonungslos an.

"Wir haben situativ sehr schlecht gehandelt. Ich meine damit Aktionen in der Red Zone, Phasen in den letzten zwei Minuten und beim dritten Down", schimpfte Smith, dessen Mannschaft in allen drei Situationen innerhalb der 20-Yard-Linie einen Touchdown zuließ.

Offensiv fremdelt es noch zu sehr in Atlanta. Zwar harmonieren Matt Ryan und Julio Jones sehr gut, doch mit Roddy White kommt "Matty Ice" noch gar nicht klar.

"Wir müssen im Angriff noch mehr leisten. Field Goals sind einfach nicht genug", forderte White.

Kracher in Houston

Ein paar Stunden zuvor kommt es in Houston zum Kracher zwischen den Texans und den Seattle Seahawks (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Seattles Defense ist das Beste, was die NFL aktuell zu bieten hat und wird Quarterback Matt Schaub einiges abverlangen.

Gerade zu Beginn des Spiels dürfte Schaub besonders gewarnt sein. In den letzten beiden Spielen unterlief dem Texans-Spielmacher jeweils beim ersten Drive eine Interception.

Seahawks-Coach Pete Carroll denkt aber nicht daran die Defens-Zügel locker zu lassen und will den vierten Sieg in Folge.

"Mir gefällt sehr, was das Team spielt. Wir können uns aber weiter verbessern", nimmt Carroll seine Mannschaft in die Pflicht.

Vier Siege in Folge wären der beste Saisonstart der Klubgeschichte in Seattle (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Eagles wollen Krise beenden

In der Höhenluft von Colorado wollen die Philadelphia Eagles ihre Minikrise gegen die Denver Broncos beenden (ab 22.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Nach dem vielgefeierten Debüt des neuen Trainers Chip Kelly gab es für Philly aber zwei Pleiten in Folge.

Gegen Denver und Superstar-Quarterback Peyton Manning scheint die Lage aber fast aussichtslos, denn der Broncos-Spielmacher eilt von Rekord zu Rekord.

Der 37-Jährige spielt die beste Saison seiner langen Karriere und könnte Denver den 15. Sieg der Regular Season in Folge bescheren.

Manning treibt Denvers Offense zu Bestwerten: 486,7 Yards Raumgewinn und 42,3 Punkte im Schnitt sind die Eckdaten des Erfolgs.

Für den Hochgeschwindigkeits-Angriff der Eagles wird Denver zu einer Gratwanderung.

Schon bei normalen Luftdruckverhältnissen gehen Phillys-Spieler an ihre Grenzen, im Mile High Stadium könnte die Höhenluft schnell ihren Tribut fordern.

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