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Tom Brady wurde bereits zweimal zum MVP des Super Bowls gewählt © getty

Tom Brady verhilft New England bei den Falcons zur Führung, ehe "Matty Ice" für Schweißperlen sorgt. Manning brilliert weiter.

Von Eric Böhm

München - Das sind die alten Patriots: New England hat auch am 4. Spieltag seine makellose Bilanz verteidigt.

Bei den Atlanta Falcons musste Sebastian Vollmers Mannschaft aber am Ende mächtig zittern, ehe der 30:23 (0:3, 10:7, 3:0, 17:13)-Erfolg unter Dach und Fach war. (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

"Wir haben uns durchgebissen. Atlanta ist ein schweres Pflaster, ich bin froh, dass wir den Sieg und die 4:0-Bilanz mit nach Hause nehmen", zeigte sich Superstar Tom Brady erleichtert. Zum ersten Mal seit der fast perfekten Saison 2007 gelangen wieder vier Siege.

Belichick knurrt

Angeführt von dem herausragenden Quarterback, der 20 von 31 Pässen für 316 Yards an den Mann brachte, führten die Patriots sechs Minuten vor Schluss schon 30:13.

Atlantas erfahrener Tight End Tony Gonzalez (12 Fänge, 149 Yards) läutete mit seinem zweiten Touchdown eine Aufholjagd ein, die erst 36 Sekunden vor dem Ende scheiterte. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe).

Gäste-Trainer Bill Belichick war entsprechend ungehalten: "Wir müssen so ein Spiel besser zu Ende bringen."

White packt nicht zu

Nach einem erfolgreichen Onside-Kick und einem Fumble Bradys bei einem verpatzten Snap mit dem Center bekam Falcons-Spielmacher Matt Ryan eine letzte Chance.

"Matty Ice" führte sein Team in einer guten Minute über das Feld, aber seinen Pass konnte Roddy White in der Endzone nicht festhalten - es hätte die Verlängerung rausspringen können.

Ryan sorgte zwar für 421 Yards Raumgewinn, konnte die dritte Niederlage der als Mitfavoriten auf den Super Bowl gestarteten Gastgeber aber nicht verhindern. (783070DIASHOW: Die Bilder des 4. Spieltages)

Passverteidigung schwächelt

Seine Interception im letzten Viertel und das ohne den verletzten Neuzugang Steven Jackson nach wie vor ungefährliche Laufspiel erwiesen sich als zu große Hypothek für die Abwehr.

Zum ersten Mal seit 2009 setzte es zwei Pleiten in Folge, Coach Mike Smith ist das schlicht das, "was wir uns bisher verdient haben." Vor allem im Defensive Backfield drückt der Schuh.

Nach gutem Beginn und einem 10:10 zur Pause ließen sie Brady immer besser ins Spiel kommen, nur fünf Teams haben eine noch schwächere Passverteidigung.

"Welpenschutz" lohnt sich

Diese Achillesferse kam New England - Vollmer lieferte eine gewohnte fehlerfreie Leistung - gerade recht.

Denn aufgrund der großen Verletzungssorgen unter seinen Anspielstationen hatte sich Brady zuletzt selbst in die Pflicht genommen und seine jungen Receiver in Schutz genommen.

Vor allem Kenbrell Thompkins zahlte den "Welpenschutz" in Atlanta mit 127 Yards und dem Touchdown zum 27:13 zurück.

"Er ist ein beeindruckender junger Spieler. So viel Selbstvertrauen in dem Alter findest du selten", lobte Brady.

SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 4. Spieltages der NFL:

Denver Broncos - Philadelphia Eagles 52:20

Peyton Manning setzte seinen rekordverdächtigen Start fort. Beim 52:20 (14:3, 7:10, 21:0, 20:7) über die Philadelphia Eagles warf er seine Touchdowns 13 bis 16 und bleibt weiter ohne Interception.

Beides sind Bestmarken für den ersten Saisonmonat. Diesmal kamen nur sechs seiner Pässe nicht an. Das letzte Viertel verbrachte der 37-Jährige an der Seitenlinie und überließ es Backup Brock Osweiler die höchste Punktausbeute der Broncos-Geschichte zu vollenden.

"Er ist unglaublich. Wir haben hohe Erwartungen an uns als Team, aber Peyton setzt jede Woche neue Maßstäbe", sagte Wes Welker, der zwei Touchdowns fing.

Kelly ohne Rezept

Denver bleibt also ungeschlagen, während Philadelphia nach seinem Auftakterfolg die dritte Pleite hintereinander kassierte.

Der hochgelobten Offensive von Coach Chip Kelly fehlte die Effizienz, aber das Hauptproblem war erneut die anfällige Verteidigung.

"Es ist natürlich enttäuschend, aber dieses Team wurde an vier Spieltagen noch nicht gestoppt. Ich habe keine Antworten", bilanzierte Kelly.

Oakland Raiders - Washington Redskins 14:24

Außerdem schafften die Washington Redskins durch das 24:14 (0:14, 10:0, 7:0, 7:0) bei den Oakland Raiders ihren ersten Saisonsieg.

Erneut lag der Titelverteidiger der NFC East dabei früh hinten, kam diesmal aber auch dank des zuletzt arg gescholtenen Rookie-Cornerbacks David Amerson zurück, der eine Interception zu einem Touchdown zurücktrug. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

"Das haben wir so dringend gebraucht. Sieben war heute unsere magische Zahl. Sieben Sacks und sieben Punkte durch David selbst gemacht. Das ist toll", meinte Ryan Kerrigan.

RGIII und Helu mit Entscheidung

Der Linebacker brachte Raiders-Quarterback Matt Flynn - er ersetzte den verletzten Terrelle Pryor - selbst zweimal zu Boden.

Den Rest erledigten Spielmacher Robert Griffin III, der allmählich seine Form findet, und Running Back Roy Helu Jr. mit ihren Touchdowns. Pierre Garcon fing "RGIIIs" Pass in der Endzone.

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