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Andrew Luck traf SPORT1-Mitarbeiter Eric Böhm in München © SPORT1

Quarterback Andrew Luck spricht bei SPORT1 über Sprachkenntnisse, seine Indianapolis Colts und den deutschen Kumpel Björn Werner.

Von Eric Böhm

München - Keinem jungen Quarterback wird eine ähnlich goldene Zukunft vorausgesagt.

Andrew Luck hat in seinen zwei Saisons für die Indianapolis Colts sein riesiges Potenzial bereits mehrfach angedeutet und das schwere Erbe Peyton Mannings bisher mit Bravour gemeistert. (Die 1. Runde des NFL-Drafts am Fr., ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

Zwei Playoff-Teilnahmen, ein in kürzester Zeit erworbener Ruf als Comeback-Spezialist und seine Charakterstärke jenseits jeglicher Starallüren machen den 24-Jährigen zu einem Hoffnungsträger der auf Imagepflege bedachten NFL - auch international. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)

Zu Deutschland hat Luck nicht nur wegen seines Teamkollegen Björn Werner und der deutschen Vorfahren ein besonders Verhältnis.

Sein Vater Oliver Luck war einst Präsident der NFL Europe, der kleine Andrew wuchs sieben Jahre lang hier auf und ging in Frankfurt zur Schule.

Entsprechend gut gelaunt kehrte Luck nun als NFL-Botschafter zurück und sprach mit SPORT1 über noch verbliebene Sprachkenntnisse, Björn Werner, den Weg der Colts und Michael Sams Coming-Out. SHOP: Jetzt Football-Artikel kaufen

SPORT1: Mr. Luck, Sie sind für ein Promo-Event der NFL in Deutschland. Welchen Stellenwert haben die internationalen Fans für die Liga?

Andrew Luck: Sie sind sehr wichtig. Wir profitieren alle davon, wenn Football weltweit noch größer wird. Für mich ist Deutschland natürlich besonders wichtig, durch meine Zeit in Frankfurt. Ich bin mit Frankfurt Galaxy und Rhein Fire aufgewachsen. Die Fans waren immer sehr lautstark. Ich habe großen Respekt vor ihrer Leidenschaft, mit der sie auch heutzutage die NFL verfolgen.

SPORT1: Bei diesem Trip hat es sicher eine Rolle gespielt, dass Sie haben sieben Jahre ihrer Kindheit in Deutschland verbracht haben. Wie verbunden fühlen Sie sich Deutschland noch?

Luck: Sehr verbunden! Ich habe hier schöne Jahre verbracht und durch meine deutschen Wurzeln habe ich hier auch noch eine ganze Reihe Onkel und Tanten. Auch deswegen habe ich mich auf die Reise gefreut.

SPORT1: Die NFL ist in Deutschland sehr populär, aber die einzigen Saisonspiele auf europäischem Boden fanden bisher in London statt. Können Sie den deutschen Fans Hoffnung machen?

Luck (lacht): Da bin ich wohl der falsche Ansprechpartner, aber ich wäre natürlich absolut für ein Spiel in Deutschland.

SPORT1: Glauben Sie, ein europäisches NFL-Team ist langfristig denkbar? Die meisten Spieler kommen ja nicht einmal gern nach London?

Luck: Das ist eine sehr gute Frage. Es ist nicht meine Entscheidung, aber ich kann es mir schon vorstellen. Wenn es mein Team beträfe, wäre ich dabei.

SPORT1: Kommen wir zu den Colts. Ihr Teamkollege Björn Werner hat mir verraten, dass Sie sehr oft deutsch miteinander sprechen. Wie gut sprechen Sie nach so langer Zeit noch?

Luck: Ich habe fast alles vergessen (auf Deutsch). Nein, wir sprechen oft. Als Rookie habe ich ihn als meinen persönlichen Tutor zwangsverpflichtet, hauptsächlich damit er mir Flüche beibringt (lacht).

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SPORT1: Als Top-Draftpick von 2013 steht Werner in Deutschland im Mittelpunkt des Interesses. Wie würden Sie seine Rookie-Saison einschätzen?

Luck: Sie war sehr gut, er ist ein großartiger Teamkollege und wird immer besser. Björns Potenzial ist gigantisch.

SPORT1: Wie hat er sich im Team eingelebt? Können Sie uns ein paar Hintergrundinfos verraten?

Luck: Björn hat eine tolle Persönlichkeit. Er lacht sehr viel und macht ständig Späße. Ich denke, er genießt jede Sekunde mit dem Team.

SPORT1: Die Colts sind ein junges Team auf dem Weg nach oben. Björn Werner schwärmt von den älteren Spielern, die ihre Rolle als Mentoren genießen. Ist das ein Erfolgsrezept?

Luck: Absolut! Die älteren Spieler geben jeden Tag die Richtung vor. Das macht es uns Jungen viel leichter.

SPORT1: Sie haben in Ihren ersten beiden NFL-Jahren jeweils die Playoffs erreicht. Ist das Team schon reif für den Super Bowl?

Luck: Hoffentlich, aber bis dahin liegt noch sehr viel Arbeit vor uns. Der Super Bowl ist immer das Ziel. Wir sind in jedem Fall auf dem richtigen Weg.

SPORT1: Receiver Hakeem Nicks war die einzige namhafte Neuverpflichtung. Kann er den Unterschied ausmachen?

Luck: Ich glaube schon. Er ist ein große Verstärkung, die Spiele entscheiden kann. Mit T.Y. Hilton wird er eines der besseren Duos der Liga bilden. Als Quarterback kannst du nie genug Anspielstationen haben.

SPORT1: Der Draft steht vor der Tür. Ein großes Thema ist das Coming-Out des jungen Linebackers Michael Sam. Wie denken Sie darüber?

Luck: Ich finde es großartig. Es ist ein gutes Zeichen, dass er den Mut für diesen Schritt gefunden hat und sich mit dem Gang in die Öffentlichkeit wohlfühlt. Ich glaube, es wird für ihn, das Team, das ihn holt, und die NFL nur gut sein.

SPORT1: In Europa ist Doping immer ein großes Thema. In der vergangenen Saison begann die NFL mit Bluttests - zunächst als Teil einer Studie. Was halten Sie davon?

Luck: Ich halte es für eine sehr gute Idee. Wenn sich jemand einen unfairen Vorteil verschafft, sollte er bestraft werden und nicht spielen dürfen. Das wird dem Football auf lange Sicht helfen.

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