US-Präsident Barack Obama hat die verhärteten Fronten im Streit um den neuen Arbeitsvertrag in der National Football League (NFL) kritisiert und Schlichtungsversuche von seiner Seite ausgeschlossen.

"Es gibt die Teambesitzer, von denen die meisten fast eine Milliarde Dollar besitzen. Und es gibt die Spieler, die Millionen von Dollar verdienen. In einer Zeit, in der sich viele Menschen einschränken müssen, sollten sich die beiden Parteien einigen können, ohne dass der Präsident der Vereinigten Staaten intervenieren muss", sagte Obama: "Ich habe viele andere Dinge zu tun."

Der bisherige NFL-Arbeitsvertrag lief in der Nacht zum Freitag aus. Die 32 Klubbesitzer und die Spielergewerkschaft NFLPA einigten sich jedoch darauf, die Frist für den Abschluss der Verhandlungen um 24 Stunden zu verlängern.

Sollte auch dann keine Einigung erfolgen, würden die Teams ihre Profis bis auf weiteres mit einem "Lockout" belegen. Bei dieser Aussperrung kämen Transferaktivitäten und Training zum Erliegen. Die Austragung der im kommenden September beginnenden Saison wäre gefährdet.

Hauptstreitpunkt zwischen den beiden Parteien ist die Verteilung der NFL-Einnahmen in Höhe von jährlich rund neun Milliarden Dollar. Bisher streichen die Klubbesitzer eine Milliarde sofort und 40 Prozent des übrigen Geldes ein. Die verbliebenen 60 Prozent gehen an die Spieler.

Während die Profis mit dem bisherigen Modell zufrieden sind, wollen die Teameigentümer künftig eine zweite Milliarde vor der Aufteilung für sich verbuchen. Dies sei nötig, um die Entwicklung der Liga weiter voranzutreiben und die Infrastruktur zu verbessern.

Im Falle eines Lockouts dürfte die Spielergewerkschaft eine Klage gegen die Teambesitzer einreichen, die langwierige Verhandlungen zur Folge hätte. Das letzte Mal hatte ein Arbeitskampf in der NFL vor knapp 24 Jahren zu Spielausfällen geführt.

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