Sie wollte die erste Frau in der US-Football-Liga NFL werden, doch schon nach wenigen Minuten war der Traum ausgeträumt: Laura Silberman scheiterte beim Sichtungslehrgang mit zwei völlig verunglückten Kicks kläglich. Und nicht wenige fragten sich anschließend, ob der von viel Medienwirbel begleitete Auftritt der 28-Jährigen nicht nur ein PR-Gag war.

Dass die New Yorkerin mehr als 20 Sekunden brauchte, um den Ball auf dem "Tee", der Halterung, zu positionieren, machte schon die ersten stutzig. Als der Schuss von der 35-Yards-Linie nur ganz knapp über die Mittellinie reichte, wuchsen die Zweifel. Beim zweiten Versuch landete der Ball sogar noch früher.

Silberman, die früher Fußball in einem Uni-Team spielte, humpelte zur Seitenlinie und ließ sich von einem Physiotherapeuten behandeln. Dann brach sie ihre Versuche ab. Eine alte Oberschenkelverletzung sei wieder aufgebrochen, sagte sie: "Es war das Beste, aufzuhören."

Silberman hatte in diversen Interviews in der vergangenen Woche erklärt, als erste Frau in der NFL spielen zu wollen. Wie weit sie im Training kickte, wollte sie allerdings nicht verraten. "Es ist schwer, das genau zu sagen. Aber es wurde immer besser", sagte sie nach ihrem missglückten Try-out am Sonntag in Florham Park/New Jersey.

Ihre beiden Versuche unter den Augen der NFL-Scouts beurteilte sie indes besser als alle Beobachter. "Sie gingen nicht so weit wie im Training, die Weite war nicht da. Aber hoffentlich haben die Scouts meine Technik gesehen, es geht nicht immer nur um Weite", sagte sie.

Einige der 37 teilnehmenden männlichen Kicker berichteten, Silberman habe sie gefragt, wie sie den Ball treffen müsse, damit er weit fliege.

An den regionalen Sichtungslehrgängen können NFL-Aspiranten teilnehmen, die nicht zum sogenannten Scouting Combine in Indianapolis eingeladen waren. Bei dem Spektakel dort mussten sich die größten Talente, die im NFL-Draft in den ersten Runden gezogen werden, beweisen.

Die Besten der regionalen Try-outs werden zur nächsten Runde im April in Dallas eingeladen - in der Hoffnung auf einen NFL-Vertrag.

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