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Dominik Bielke spielt seit 2005 bei den Eisbären Berlin © getty

Die San Jose Sharks wählen Eisbären-Verteidiger Dominik Bielke beim Draft aus. Der 18-Jährige nimmt den Trubel gelassen hin.

Von Rainer Nachtwey

München - Dominik Bielke saß nicht daheim und verfolgte den NHL-Draft im Internet (DRAFT: Islanders holen Tor-Maschine).

Der 18-jährige Verteidiger der Eisbären Berlin war einer von 468 Spielern, die für die Talentauswahl in der besten Eishockey-Liga der Welt gemeldet waren (Ducks: Niedermayer bleibt, Pronger geht).

Statt zu warten verbrachte Bielke den Abend bei einem Rockkonzert. Dort erhielt er auch die Nachricht, dass die San Jose Sharks ihn an 207. Stelle gedraftet hatten.

"Danach habe ich das Konzert noch mehr genossen", sagt der U-20-Nationalspieler im Sport1.de-Interview. Zudem spricht er über seine Stärken und Schwächen sowie die Ziele für die Zukunft.

Sport1.de: Herr Bielke, Sie haben während eines Rockkonzerts vom Draft erfahren. Sind Sie noch bis zum Ende geblieben?

Dominik Bielke: Ja, klar. Für mich war das kein Grund, vorzeitig zu gehen. Es war ja nur eine Mitteilung. Aber ich habe das Konzert noch mehr genossen.

Sport1.de: Es gab keine kleine Feier?

Bielke: Ich sehe das alles relativ relaxed. Klar freue ich mich darüber, aber noch ist das kein großer Grund zu feiern.

Sport1.de: Daniel Weiß war mit Ihnen auf dem Konzert. Er war auch ein Kandidat beim Draft. Wie hat er auf Ihre Auswahl und seine Nichtnominierung reagiert?

Bielke: Er hat sich für mich gefreut, war aber auch ein bisschen enttäuscht. Aber das hat nichts zu heißen. Wenn er so weiter macht, bin ich mir sicher, dass er seinen Weg gehen wird und dass der ihn nach Amerika führt.

Sport1.de: Sie haben letzte Saison meistens bei den Eisbären Juniors in der Oberliga gespielt, sind sieben Mal in der DEL eingesetzt worden. Wie sehen Ihre Planungen für die neue Saison aus?

Bielke: In der kommenden Saison werde ich mit Förderlizenz für Dresden (2. Bundesliga, Anm. d. Red.) spielen. Die Vorbereitung bestreite ich noch bei den Eisbären, werde dann ab September aber für die Eislöwen auflaufen.

Sport1.de: War die U-20-WM in Ottawa das Sprungbrett zum Draft?

Bielke: Jein, sicherlich sind bei solchen Turnieren sind natürlich viele Scouts vor Ort und man kann sich empfehlen. Aber unsere Leistung war nicht so berauschend, dass wir uns groß empfohlen haben. Sicherlich haben wir alles gegeben, aber wir sind nun mal abgestiegen. Und um sich zu empfehlen, reicht ein Turnier nicht. Da muss man schon über die gesamte Saison gute Leistungen bringen.

Sport1.de: Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Bielke: Das sind sicherlich meine Größe und meine physischen Voraussetzungen. Da bin ich vielen in meinem Alter gegenüber klar im Vorteil. Ansonsten kann ich das schwer beurteilen.

Sport1.de: Woran müssen Sie noch arbeiten?

Bielke: Überall. Aber ich denke vor allem an der Beweglichkeit und beim Schlittschuhlaufen.

Sport1.de: Die San Jose Sharks haben mit Marco Sturm, Marcel Goc, Christian Ehrhoff und etlichen anderen eine "deutsche Geschichte". (123172DIASHOW: Die Deutschen in der NHL) Wie erklären Sie sich, dass die Sharks immer wieder auf Deutsche setzen?

Bielke: So richtig erklären kann ich mir das auch nicht. Ich denke, dass sie mit den deutschen Spielern, die sie gezogen haben, ganz gut gelegen haben. Die haben ihren Weg gemacht. Nicht nur in San Jose, generell in der NHL.

Sport1.de: Werden Sie mit Christian Ehrhoff und Marcel Goc, die bei den Sharks spielen, oder Thomas Greiss, der für das Farmteam der Sharks aufläuft, Kontakt aufnehmen?

Bielke: Ich lasse das erst einmal auf mich zukommen. Ich weiß auch nicht genau, was jetzt passieren wird. Fürs Erste werde ich wohl abwarten.

Sport1.de: Haben sich denn die Sharks schon bei Ihnen gemeldet?

Bielke: Bis jetzt noch nicht. Ich denke, dass sie in den nächsten Tagen Kontakt mit mir aufnehmen werden.

Sport1.de: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Bielke: Mein erstes Ziel ist es, mich in der DEL zu etablieren, dort Stammspieler zu werden. Und dann mit viel Glück geht es hoffentlich weiter. Es ist natürlich ein Traum von jedem Eishockeyspieler in der NHL zu spielen.

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