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Marcel Goc (l., mit Rob Blake) wechselte 2003 von Mannheim zu den San Jose Sharks © getty

Nach seinem Aus bei den San Jose Sharks spricht Marcel Goc im Sport1.de-Interview über seine Zukunft in der NHL.

Von Rainer Nachtwey

München - Es kam für ihn ein wenig überraschend.

Als Marcel Goc San Jose nach Saisonende Richtung Deutschland verließ, hatte er im Hinterkopf, in ein paar Monaten wieder nach Kalifornien zurückzukehren und für die Sharks aufs Eis zu gehen.

Doch am Dienstag gaben die Sharks bekannt, sich von ihm zu trennen (Sharks trennen sich von Goc). Die Kalifornier verzichteten darauf, Goc ein Qualifying Offer zu unterbreiten.

Im Sport1.de-Interview spricht der deutsche Nationalstürmer über seine Zukunft in der NHL und erteilt der Rückkehr in die DEL eine Absage.

Sport1.de: Herr Goc, wie haben Sie davon erfahren, dass die Sharks und Sie von nun an getrennte Wege gehen?

Marcel Goc: Ich wusste es schon seit ein paar Tagen. Die Sharks teilten mir mit, dass sie mir kein Qualifying Offer anbieten werden. Das hätten sie machen müssen, damit sie die Rechte an mir behalten und ich nicht Free Agent werde. Jetzt bin ich Free Agent und muss abwarten.

Sport1.de: Sind Sie von der Entscheidung der Sharks enttäuscht?

Goc: Sie sagten nach der Saison, dass es Veränderung geben wird. Denn es war eine Enttäuschung, dass wir als bestes Team der Regular Season in der ersten Runde der Playoffs ausgeschieden sind. Ich bin allerdings aus San Jose weggegangen mit der Meinung, nächstes Jahr dort wieder zu spielen.

Sport1.de: Wären Sie gerne in San Jose geblieben?

Goc: Eigentlich schon. Die letzte Saison war für mich sehr gut. Ich habe mehr Spielzeit erhalten wie in den Jahren zuvor. Und auch in den Abschlussbesprechungen hat es sich so angehört, als wären die Sharks mit mir zufrieden. Klar, hatte ich von mir mehr Punkte erwartet, aber es war ein Schritt nach vorne.

Sport1.de: Wie geht es nun weiter?

Goc: Meistens ist es so, dass die hohen Verträge zu Beginn der Free-Agent-Phase abgeschlossen werden. Damit die Klubs sehen, wie viel Platz sie noch unter dem Salary Cap haben. Deshalb denke ich, wird es noch ungefähr eine Woche, zehn Tage dauern, bis mir konkrete Angebote vorgelegt werden.

Sport1.de: Wie sehen Sie Ihre Chancen auf dem Free-Agent-Markt?

Goc: Es haben sich ein paar Mannschaften überrascht gezeigt, dass ich kein Qualifying Offer erhalten habe. Aber jetzt muss ich abwarten, wer sich dann bei mir meldet.

Sport1.de: Haben andere Klubs schon ihr Interesse signalisiert?

Goc: Ein konkretes Angebot kam bisher noch nicht. Das dürfen die Klubs ja auch erst am 1. Juli ab 12 Uhr Eastern Time - also in Deutschland 18 Uhr - abgeben. Ein paar Vereine haben bereits Interesse anklingen lassen.

Sport1.de: Können Sie verraten, welche?

Goc: Das weiß ich nicht. Deshalb sage ich lieber nichts. Es gab auf jeden Fall den einen oder anderen Verein, der überrascht war und wohl auch Interesse hat.

Sport1.de: Welche Klubs würden Ihnen liegen? Gibt es welche, wo Sie gerne hingehen würden?

Goc: Uns hat es an der Westküste sehr gut gefallen. Aber der Marco Sturm hat mir auch erzählt, als er nach Boston getradet wurde, dass es mit dem Fliegen jetzt angenehmer ist. Wenn sein Vater ihn besuchen will, sind es nur noch sieben oder acht Stunden und nicht mehr 13. Ich bin für alles offen. Es ist nicht so, dass ich jetzt nur bei zwei, drei bestimmten Klub unterschreiben will und beim Rest nicht (123172DIASHOW: Die Deutschen in der NHL).

Sport1.de: Also ist eine Rückkehr in die DEL überhaupt kein Thema?

Goc: Nein. Damit beschäftige ich mich nicht. Es ist ja nicht so, dass ich jetzt keinen Klub mehr finde. Es kann ja auch sein, dass San Jose noch einmal auf mich zukommt. Vielleicht war ich Ihnen auch nur zu teuer...

Sport1.de: Das Qualifying Offer bedeutet, dass Ihr Gehalt automatisch um fünf Prozent steigt...

Goc: Genau. Auf dem Free-Agent-Markt müssen sie mir kein Mindestangebot machen. Deshalb ist es durchaus möglich, dass sie mir einen Vertrag mit reduzierten Bezügen vorlegen werden.

Sport1.de: San Joses General Manager Doug Wilson sprach von einem Umbruch bei den Sharks. Jetzt haben die Sharks allerdings den Vertrag mit dem 39 Jahre alten Rob Blake verlängert. Ist das Ihrer Meinung nach ein Widerspruch? (124366DIASHOW: Die NHL-Wechselbörse)

Goc: Also wenn der Umbruch bei den Stammspielern darin besteht, dass der Tomas Plihal und ich keine Qualifying Offer erhalten, dann ist das kein Umbruch. Aber Rob Blake zu halten, ist in meinen Augen kein Fehler. Der Rob tut der Mannschaft sehr gut. Er gehört zwar schon zum älteren Eisen, aber er ist noch fit und bringt den Klub auf jeden Fall weiter.

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