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Christian Ehrhoff (.) wechselte 2003 von den Krefeld Pinguinen zu den San Jose Sharks © imago

Vor dem Saisonstart spricht Christian Ehrhoff bei Sport1.de über seinen Wechsel von San Jose nach Vancouver und Olympia.

Von Rainer Nachtwey

München/Vancouver - Als der Wechsel von Christian Ehrhoff von den San Jose Sharks zu den Vancouver Canucks bekannt gegeben wurde, waren viele überrascht.

Auch der deutsche Nationalspieler.

Vielmehr rechneten die Experten damit, dass der Verteidiger in einen Deal um Senators-Starstürmer Dany Heatley die Kalifornier Richtung Ottawa verlassen würde 124366(DIASHOW: DIe NHL-Wechselbörse).

Dass es ihn nun nach Vancouver verschlagen hat, gefällt Ehrhoff. "Das war eine positive Überraschung", sagt der Blueliner bei Sport1.de.

Im Interview spricht Ehrhoff über seinen Wechsel, seine Ambitionen mit den Canucks und die Olympischen Winterspiele in seiner neuen Heimatstadt Vancouver. (DATENCENTER: Alles zur NHL)

Sport1.de: Herr Ehrhoff, kam der Trade von San Jose nach Vancouver für Sie überraschend?

Christian Ehrhoff: Nicht wirklich. Es gab ja bereits den ganzen Sommer über Gerüchte, dass die Sharks Dany Heatley nach San Jose holen wollten. Dabei wurde auch immer mein Name in den ganzen Trade-Szenarien genannt. Dabei spielte auch der Salary Cap eine große Rolle, daher wusste ich, dass etwas passieren könnte.

Sport1.de: Dass es Sie jetzt nach Vancouver zu den Canucks verschlagen hat, kam dann aber doch überraschend?

Ehrhoff: Ja, aber das war eine positive Überraschung. Ich hatte gehofft, wenn es mich trifft, dass ich dann zu einer guten Mannschaft getradet werde. Das ist in Vancouver der Fall. Daher bin ich sehr zufrieden.

Sport1.de: Wie sind Sie bei den Canucks aufgenommen worden?

Ehrhoff: Die Jungs sind super. Da habe ich mich gleich wohl gefühlt. Der Klub gefällt mir auch sehr gut.

Sport1.de: Und die Stadt Vancouver? Es heißt ja immer, dass kanadische Städte eine größere Affinität zum Eishockey haben...

Ehrhoff: Die Stadt ist toll. Vergleichbar mit San Francisco. Aber was mir besonders gefällt, ist, dass Eishockey hier die Sportart Nummer eins ist. Jeden Tag ist Eishockey auf den Titelseiten der Zeitungen. Das Medieninteresse ist enorm. Das ist mit San Jose nicht vergleichbar. Das sieht man auch jeden Tag beim Training.

Sport1.de: Was bedeutet der Wechsel für Sie sportlich gesehen?

Ehrhoff: Das ist im Moment schwer zu sagen. Das kristallisiert sich zurzeit noch heraus. Die Mannschaft ist noch in der Findungsphase.

Sport1.de: Wie kommen Sie mit Ihrem neuen Trainer Alain Vigneault zu Recht?

Ehrhoff: Wir verstehen uns sehr gut. Ich habe einen sehr positiven Eindruck von ihm.

Sport1.de: Sie haben gegen San Jose Ihr erstes Spiel im Trikot der Canucks bestritten. Wie haben Sie das Wiedersehen mit den Sharks empfunden?

Ehrhoff: Das war ein komisches Gefühl, in San Jose gegen die Sharks zu spielen. Aber ich glaube, ich habe das ganz gut gemeistert.

Sport1.de: Sie haben sogar ein Tor erzielt- (Neu-Canuck Ehrhoff schießt Ex-Klub ab)

Ehrhoff: Ja, das stimmt. Aber schöner war, dort zu gewinnen.

Sport1.de: Haben Sie denn noch Kontakt zu den Spielern in San Jose?

Ehrhoff: Sicherlich. Ich habe dort auch Freundschaften geschlossen. Von daher reißt der Kontakt nicht ab.

Sport1.de: Was vermissen Sie noch aus San Jose?

Ehrhoff: Eigentlich nur die Freunde. Hier ist zwar ein anderes Umfeld, aber so ein Wechsel kann auch mal ganz gut tun.

Sport1.de: Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung? Für die Canucks ist es mit sechs Siegen in den ersten sechs Spielen sehr gut gelaufen.

Ehrhoff: Das war natürlich überragend. Ich habe zwar nicht alle Spiele bestritten, aber in den ersten beiden Spielen, die ich für die Canucks bestritten habe, ist es recht gut gelaufen. Da kann ich nur zufrieden sein.

Sport1.de: Wie sehen Sie die Titelchancen dieses Jahr?

Ehrhoff: Wir stehen sicherlich sehr gut. Wir haben eine sehr ausgeglichene Mannschaft mit Roberto Luongo den wahrscheinlich besten Torwart der Liga. Mit der Truppe ist Einiges möglich.

Sport1.de: Wen sehen Sie als die größten Konkurrenten?

Ehrhoff: Das sind im Westen Detroit, Chicago und San Jose. Im Osten, denke ich, werden Titelverteidiger Pittsburgh, Boston und Washington wieder ganz vorne mit dabei sein. Und auch mit Toronto ist wieder zu rechnen. Die haben sich sehr gut verstärkt.

Sport1.de: Es steht nicht nur eine neue NHL-Saison in den Startlöchern, sondern es ist ja auch der Beginn in den Olympia-Winter. Die Spiele werden in Ihrer neuen Heimatstadt ausgetragen. Bedeutet das für Sie noch mehr als die Olympischen Spiele allein?

Ehrhoff: Die Olympischen Spiele allein sind eine besondere Herausforderung für jeden Spieler. Dass Sie nun in meiner neuen Heimat ausgetragen werden, ist das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen. Darauf freue ich mich natürlich riesig.

Sport1.de: Haben Sie denn mit Bundestrainer Uwe Krupp über Ihren Wechsel nach Vancouver gesprochen?

Ehrhoff: Ja, natürlich. Wir haben aber auch schon davor regen Kontakt gehabt, als das Sommer Camp anstand. Da durfte ich aus versicherungstechnischen Gründen leider nicht teilnehmen. Und als ich transferiert wurde, haben wir uns ausgetauscht. Und spätestens vor der Kadernominierung werden wir bestimmt wieder telefonieren.

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