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Mats Sundin wurde als erster Pick des Drafts 1989 von den Quebec Nordiques verpflichtet © getty

Mats Sundin tritt nach fast 20 Jahren NHL ab: Er holte nie den Stanley Cup, hält aber Rekorde für Schweden und für Europäer.

Von Robert Gherda

München/Stockholm - Mats Sundin hat alle Gerüchte um ein weiteres Comeback endgültig beendet. (DATENCENTER: Alles zur NHL)

Der Schwede verkündete auf einer Pressekonferenz in Stockholm sein Karriereende - nach fast 20 Jahren in der NHL.

"Es war einfach an der Zeit aufzuhören, denke ich", so Sundin. "Es war natürlich keine einfache Entscheidung, aber mein Körper und mein Verstand sagen mir, dass es an der Zeit ist, meine Profi-Karriere zu beenden."

Vertag erst im Dezember

In der vergangenen Saison war bereits über einen Rücktritt Sundins spekuliert worden, nachdem sich der Center mit der Wahl seines Vereins lange Zeit ließ und erst im Dezember bei den Vancouver Canucks unterschrieb. 124366(DIASHOW: DIe NHL-Wechselbörse)

Seine Karriere begann Sundin bei den Quebec Nordiques, die den Center im Jahr 1989 als ersten Europäer überhaupt an Position eins des Drafts zogen. Die meiste Zeit verbrachte er jedoch bei den Toronto Maple Leafs.

"Es war mir eine Ehre das Trikot der Quebec Nordiques, Toronto Maple Leafs und der Vancouver Canucks tragen zu dürfen", sagte der 38-Jährige, der aber deutlich machte, an welchem Verein sein Herz besonders hängt: "Toronto wird immer mein zweites zu Hause bleiben."

Neun Jahre mit dem C

Sundin lief dreizehn Jahre für die Ahornblätter auf und trug die letzten neun Jahre auch das C auf der Brust. Kein Europäer war je länger als Kapitän bei einem NHL-Verein angestellt. (Saisonvorschau: Eastern Conference)

Mit 564 Toren, 785 Vorlagen und 1349 Punkten in 1346 Spielen ist der achtmalige All-Star der beste Scorer in der Geschichte der ruhmreichen Maple Leafs zugleich auch der beste schwedische Punktesammler aller Zeiten.

"Er war ein großer Leaf, und hatte eine großartige Karriere. Er wird wahrscheinlich als der beste Maple-Leaf-Spieler in die Geschichte eingehen", sagte der ehemalige General Manager Cliff Fletcher über Sundin.

"Ein Gentleman, ein wunderbarer Athlet"

Auch sein ehemaliger Trainer Pat Quinn, der derzeit die Edmonton Oilers trainiert, hat nur Positives über Sundin zu berichten:

"Für mich war es eine großartige Erfahrung, ihn als Spieler zu haben. Er ist ein Gentleman, ein wunderbarer Athlet, ein herausragender Kapitän und ein sehr zuverlässiger Spieler, der jeden Tag alles gab", so Quinn. (Saisonvorschau: Western Conference)

Einziger Makel in Sundins Karriere ist der fehlende Ring. Der Center ist einer von nur fünf Spielern in der Geschichte der NHL, die zwar 500 Tore erzielten, aber niemals den Stanley Cup gewinnen konnten.

Sundin bekommt, was er will

Sundin ist das jedoch egal: "Nein, nicht wirklich", antwortet der Center auf die Frage, ob es ihn stört, die wichtigste Trophäe nie gewonnen zu haben. "Ich hatte soviel Spaß, in der NHL und habe soviel erlebt. Ich denke, ich habe bekommen, was ich von der Liga wollte."

Mehr Glück hatte Sundin in der Nationalmannschaft. Mit der "Tre Kronor" gewann Sundin drei WM-Titel (1991,1992 und 1998) und Olympisches Gold 2006 in Turin.

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