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Jonathan Toews holte bei der WM 2008 die Silbermedaille mit Kanada © getty

Die jungen Blackhawks wollen in der neuen Saison mehr als nur ins Halbfinale, verrät Kapitän Jonathan Toews Sport1.de.

Von Robert Gherda

München - Für die Fans der Chicago Blackhawks endete im vergangenen April eine sieben Jahre andauernde Durststrecke. Ihre Mannschaft erreichte zum ersten Mal seit der Spielzeit 2001/2002 wieder die Playoffs und stieß dabei sogar bis in die Conference Finals vor.

Dort war zwar gegen die Detroit Red Wings in fünf Spielen Endstation, aber das junge Team sorgte mit begeisternden Spielen für eine riesengroße Euphorie in der "Windy City".

Einer der Hauptverantwortlichen für den Aufschwung ist Jonathan Toews, der seit der vergangenen Saison das C auf der Brust trägt und damit der jüngste Kapitän in der Geschichte der Blackhawks ist.

Der 21-Jährige gilt schon jetzt als einer der besten Center der Liga, und bildet mit dem 20-jährigen Patrick Kane eines der gefährlichsten Duos der NHL. Am Freitag (ab 18 Uhr LIVESCORES) bestreiten die Blackhawks in Helsinki ihr erstes Saisonspiel gegen die Florida Panthers.

"Das Team ist bereit für den nächsten Schritt", erklärt Toews im Interview mit Sport1.de.

Zudem spricht der Spielmacher über die hohe Erwartungshaltung, die bisherige Vorbereitung und die Konkurrenz in der Western Conference. (DATENCENTER: Alles zur NHL)

Sport1.de: Herr Toews, wie würden Sie den Stand des Teams nach der Vorbereitung beschreiben?

Jonathan Toews: Es ist schwer zu sagen. In einigen Vorbereitungsspielen wie z.B. beim 1:2 in Zürich haben wir einfach schlecht gespielt. Wir haben den Sieg nicht genug gewollt. Der Aufwand, wir haben uns teilweise nicht genug reingehängt. Wir müssen uns sehr schnell als Team verbessern und aufhören, Zeit zu verplempern. Im Moment rufen wir unser Potenzial noch zu selten ab.

Sport1.de: Die Erwartungshaltung in Chicago ist immer sehr hoch. Was ist diese Saison möglich?

Toews: Alles. Es ist aber noch früh, und wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Wir wollen in Finnland einen guten Saisonstart hinlegen. Dann muss man weitersehen. Wichtig ist, dass wir von Spiel zu Spiel denken müssen, auch wenn sich das sehr abgedroschen anhört.

Sport1.de: Viele Experten trauen dem Team den Titel zu. Verspüren Sie dadurch einen besonderen Druck?

Toews: Nein, noch nicht, aber der Druck wird zweifelsohne kommen, und die Erwartungen sind definitiv höher als vergangene Saison. Auch wir selbst erwarten von uns mehr. Wir wissen, dass wir uns verbessert haben. Wir müssen jetzt noch einen Gang hochschalten. Ich denke, wir haben genug Talent, um noch eine Schippe draufzulegen und das ist unser Ziel. Was wir letzte Saison erreicht haben, ist gut, aber nicht gut genug für uns. Wir wollen mehr.

Sport1.de: Die Paradereihe der letzten beiden Jahre ist Geschichte. In der Vorbereitung durfte Troy Brouwer zusammen mit Ihnen und Patrick Kane spielen: Was ist er für ein Typ und konnten Sie schon eine gewisse Chemie herstellen?

Toews: Ich habe schon letzte Saison hin und wieder mit ihm in einer Reihe gespielt. Er agiert sehr körperbetont und ist vor dem Tor immer brandgefährlich. Zudem verfügt er über einen hervorragenden Schuss.

Ich sag ihm immer, er soll einfach den Puck halten, was er auch immer besser umsetzt. Damit zieht er Verteidiger auf sich, und somit ergeben sich zwangsläufig Räume für Patrick und mich. In der Vorbereitung hat das Zusammenspiel schon sehr gut funktioniert und im Laufe der Saison wird das sicherlich noch besser klappen.

Sport1.de: Wer sind Ihrer Meinung nach die Hauptkonkurrenten im Westen?

Toews: An erster Stelle muss man natürlich Detroit nennen. Unabhängig davon, wen sie alles verloren haben, sind sie ein sehr kluges und routiniertes Team und sind sehr schwer zu schlagen. Aber wir freuen uns schon auf heiße Duelle mit den Red Wings. Zudem muss man natürlich die Sharks nennen.

Sport1.de: Letzte Saison haben vier Teams aus ihrer Division die Playoffs erreicht. Ist die Central Division die stärkste?

Toews: Das kann man so sagen, denn einige Teams sind noch einmal besser geworden. Ich denke hier z.B. an Nashville und St. Louis. Aber es ist eine lange Saison und wir wollen nicht zu weit in die Zukunft blicken.

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