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Kapitän Zdeno Chara (r.) gratuliert Marco Sturm zum 2:1-Siegtreffer über Philadelphia © getty

Mit seinem Siegtor beim Winter Classic gelingt Marco Sturm ein guter Start ins neue Jahr. Bei Sport1.de spricht er über das Open-Air-Event.

Von Rainer Nachtwey

München/Boston - Er sprang gegen die Bande, der Mund weit aufgerissen, die Freude herausschreiend.

Seine Mitspieler Patrice Bergeron und Zdeno Chara stürmten auf ihn zu und begruben ihn in der Jubeltraube.

Für Marco Sturm war es der perfekte Start ins neue Jahr. Mit seinem 2:1-Siegtreffer in der Verlängerung beim Winter Classic zwischen seinen Boston Bruins und den Philadelphia Flyers versetzte er nicht nur sich selbst, sondern ganz Boston in Jubelstürme 189724(DIASHOW: Die Bilder vom Winter Classic).

"Für mich persönlich war es ein unglaubliches Erlebnis", sagt Sturm bei Sport1.de. "Das Tor ist mit Sicherheit ganz weit oben auf meiner Liste."

Dank an die Zuschauer

Dabei fiel den Bruins der Start in die Partie und damit ins neue Jahr sichtlich schwer. "Wir haben uns 50 Minuten lang schwer getan, in das Spiel richtig rein zu kommen", bestätigt Sturm.

Dies tat der Unterstützung der Fans, die ihre Mannschaft trotz der Schwierigkeiten lautstark nach vorne schrieen, keinen Abbruch. "Die Unterstützung der 40.000 Zuschauer war genial, dadurch haben wir kurz vor Schluss den Ausgleich erzielen können", sagt der 31 Jahre alte linke Flügelstürmer.

Jeder träumt davon

Bostons gefeierter Held dachte nach dem Erfolg aber sofort an die Mannschaft, und hakte das eigene Highlight schnell ab.

"Ich glaube, jeder Spieler träumt davon bei so einem besonderen Spiel in der Verlängerung das Siegestor zu schießen", sagt Sturm, dankte aber gleich seinem Team: "In der Verlängerung war erst Tim Thomas derjenige, der eine Niederlage mit seinen Paraden verhindert hat, und Patrice Bergeron hat mir den Puck super aufgelegt und das Siegestor ermöglicht."

Olympia in Kanada ein Highlight

Mit dem Erfolgserlebnis dürfte Sturm der Start in eine der wichtigsten Phasen seiner Karriere leichter fallen. Am 16. Februar beginnt das olympische Eishockey-Turnier in Vancouver.

"Olympia ist immer ein Karrierehighlight. Ich habe das ja bereits zweimal hinter mir und es ist immer wieder schön, dabei zu sein", sagt Sturm. "Vancouver in diesem Jahr ist natürlich besonders toll. Für mich eine der schönsten Städte, und in Kanada ist Eishockey einfach die Nummer eins."

Den Titel als Ziel

Nach Olympia stehen in der NHL der Endspurt der Regular Season und die Playoffs auf dem Programm (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nach dem überraschenden Scheitern in der zweiten Playoff-Runde an Carolina in sieben Spielen zählen diesmal nur die Stanley Cup Finals. "Der Titel ist unser Ziel", sagt Sturm.

Sollten die Bruins die K.o.-Runde verpassen, wonach es derzeit als Tabellen-5. im Osten nicht aussieht, würde auf Sturm die WM im eigenen Land warten, auch wenn er sich damit noch nicht befassen will.

"Druck habe ich immer"

Den Druck, der auf ihm als Deutschlands Vorzeige-Eishockeyspieler und Führungsspieler lastet, nimmt Sturm gerne auf sich. "Druck habe ich immer. Und der Druck in der Nationalmannschaft ist wesentlich angenehmer als hier in der NHL, der hier doch deutlich größer ist", sagt er.

"Ich weiß, dass ich bei der Nationalmannschaft ein Vorbild sein muss und das versuche ich auch umzusetzen", führt Sturm weiter aus. Bei den Olympischen Spielen bietet sich ihm hierzu erneut die Möglichkeit.

Die deutschen Eishockey-Fans werden wieder ihre Hoffnungen in ihn setzen. In Boston hat er bewiesen, dass er die Anhänger nicht enttäuscht.

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