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Christian Ehrhoff spielte vor seinem Wechsel in der DEL für Krefeld © getty

Christian Ehrhoff spricht im Sport1.de-Interview über seine Vertragsverlängerung, die Chancen eines dritten Deutschen bei den Sharks und seine Titelambitionen für die kommende Saison.

Christian Ehrhoff ist ein vielbeschäftigter Mann. Wenn der 26-Jährige nicht gerade in der NHL für die San Jose Sharks spielt, ist er für die Spielergewerkschaft unterwegs.

Zuletzt war er deshalb bei einem Treffen in Rom, wo über die Darstellung der NHL und über neue Regeln diskutiert wurde.

"Grundlegende Regeländerungen wurden allerdings nicht beschlossen. Aber: Bei Strafzeiten wird das Bully in Zukunft im Drittel der Mannschaft ausgeführt, die das Foul begangen hat", sagte er gegenüber Sport1.de nach seiner Rückkehr.

Sport1:Sie haben ihren Vertrag in San Jose um drei Jahre verlängert. Was hat den Ausschlag dafür gegeben?

Christian Ehrhoff:Ich fühle mich in San Jose einfach wohl. Mir gefällt es dort. Und wir haben eine großartige Mannschaft, die Chancen auf den Titel hat.

Sport1: Mit Todd McLellan haben Sie einen neuen Trainer hinter Bande. Wie schätzen Sie ihn ein?

Ehrhoff: Ich kenne ihn nur aus den Spielen gegen Detroit aus der vergangenen Saison. Persönlichen Kontakt hatte ich bisher noch nicht.

Sport1: Das heißt, er war bei den Vertragsverhandlungen nicht involviert?

Ehrhoff: Nein, das ist nur eine Sache unseres General Managers. Der Trainer muss mit den Spielern leben, den der GM ihm zur Verfügung stellt.

Sport1: Die Sharks haben mit Rob Blake und Dan Boyle zwei offensivstarke Verteidiger geholt. Ist ihr Standing - Sie waren im Powerplay eine fixe Größe - gesunken?

Ehrhoff: Nein, das denke ich nicht. Schließlich habe ich meinen Vertrag verlängert und die Sharks wollten mich auch unbedingt halten. Sicherlich habe ich durch die beiden neue Konkurrenz erhalten, aber mit Craig Rivet und Matt Carle haben auch zwei Verteidiger den Klub verlassen.

Sport1: Wie gehen Sie mit dem Konkurrenzkampf um?

Ehrhoff:Das ist ein Ansporn. Es hilft mir, mich zu motivieren.

Sport1: Wie sehen Sie die Situation bei Marcel Goc? Er hat seinen Vertrag ebenfalls verlängert und große Konkurrenz in der Offensive.

Ehrhoff: Marcel hat letzte Saison nicht immer gespielt. Für ihn sollte es durch den Trainerwechsel leichter werden. Denn jeder muss bei Null anfangen. Er kann sich wieder neu empfehlen.

Sport1: Wie schätzen Sie die Chancen des dritten Deutschen im Bunde, Thomas Greiss, kommende Saison ein? Bekommt er Eiszeit?

Ehrhoff: Ich glaube nicht, dass Thomas in der NHL groß zum Spielen kommt. Mit Jewgeni Nabokow haben wir eine klare Nummer Eins. Brian Boucher haben wir zum Ende der Saison als Backup geholt, und er hat einen neuen Vertrag unterschrieben. Deshalb wird Thomas wohl eher in den Minor Leagues Einsatzzeit erhalten.

Sport1: Wie ist Ihr Verhältnis zu den beiden? Kommt es zu einer Blockbildung der Deutschen?

Ehrhoff: Eine Blockbildung gibt es nicht. Mit Marcel spiele ich ja jetzt schon ein paar Jahre in San Jose. Wir unternehmen des Öfteren etwas zusammen.

Sport1: Sind Sie von dem Abschied von Dmitri Pätzold, der in der KHL sein Glück versucht, überrascht?

Ehrhoff: Nein. Dmitri hat in der NHL keine Spielzeit erhalten. Deshalb konnte man damit rechnen, dass er den Verein verlässt.

Sport1: Wie sehen Sie die Entwicklung zwischen NHL und der neuen Konkurrenz-Liga aus Russland?

Ehrhoff: Das Verhältnis ist sicherlich noch nicht das beste. Mehr kann ich dazu eigentlich auch nicht sagen. Für mich war klar, dass ich meinen Vertrag in San Jose verlängern wollte, weil es mir dort gefällt.

Sport1: Wann geht es für Sie zurück in die Staaten?

Ehrhoff: Einen genauen Termin habe ich mir noch nicht gesetzt. Mitte September geht es ins Training Camp. So ungefähr zwei Wochen vorher fliege ich dann nach San Jose. Vorher trainiere ich noch bei meinem ehemaligen Klub, den Krefeld Pinguinen.

Sport1:Wie weit sind Sie mit der Saisonvorbereitung?

Ehrhoff: Bisher habe ich mich mit Grundlagenausdauer und Krafttraining fit gehalten. Mit den Pinguinen geht es dann erstmals wieder auf das Eis. Aber ich fühle mich in guter Verfassung.

Sport1: In so guter Verfassung kann das Ziel 2009 nur der Titel sein. Gelingt Ihnen dieses Jahr der große Wurf, den die Experten den Sharks schon so lange in Aussicht stellen?

Ehrhoff: Ich hoffe es. Wir haben eine starke Mannschaft und uns sehr gut verstärkt. Der Titel ist natürlich unser Ziel.

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