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Im Viertelfinale der Playoffs verletzte sich Marco Sturm (r.) am Kreuzband © getty

Deja-Vu für den Nationalspieler: Wie letztes Jahr beendet eine schwere Verletzung die Saison vorzeitig. Auch die WM ist passe.

Boston - Eigentlich sah alles ganz harmlos aus.

21 Sekunden waren gespielt, als Marco Sturm nach einem misslungenen Check gegen die Bande krachte. Doch danach kauerte der Stürmer der Boston Bruins aus der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL hilflos auf dem Eis.

Gestützt von seinen Teamkollegen Patrice Bergeron und David Krejci wurde der deutsche Nationalspieler in die Kabine geführt, einen Tag später folgte die bittere Diagnose: Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie.

Die Geschichte wiederholt sich

Erneut wirft eine schwere Verletzung den 31-Jährigen aus der Bahn und beendet vorzeitig eine vielversprechende Saison. Damit ist auch die Heim-WM vom 7. bis 23. Mai für Sturm gelaufen.

Mit 22 Treffern war Sturm bester Torschütze der Bruins in der Vorrunde und Hoffnungsträger im Kampf um den Stanley Cup. Doch im ersten Spiel des Viertelfinal-Duells mit den Philadelphia Flyers kam für den Dingolfinger das Aus.

Wieder fehlt Sturm seinem Team in den Playoffs, wieder ist es ein Kreuzbandriss. Im Vorjahr hatte Sturm die gleiche Verletzung erlitten und nur 19 Saisonspiele absolvieren können.

Damals war es allerdings das linke Knie.

Rückkehr im Dezember erwartet

Dass das umkämpfte Spiel gegen die Flyers am Ende mit 5:4 nach Verlängerung an Boston ging, dürfte Sturm wenig getröstet haben. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der 2. Playoff-Runde)

Seine persönlichen Aussichten sind trübe. Innerhalb der kommenden vier bis sechs Wochen soll der Olympia-Teilnehmer von Vancouver operiert werden, danach fällt er weitere sechs Monate aus.

Erst Anfang Dezember wird bei den Bruins, denen in Dennis Seidenberg ein weiterer deutscher Nationalspieler wegen einer Verletzung längerfristig fehlt, mit Sturms Rückkehr gerechnet.

Endstation Runde zwei

Siebenmal hat es Sturm in seinen mittlerweile zwölf NHL-Jahren bis in die Playoffs geschafft, in 52 Ausscheidungsspielen gelangen dem All-Star von 1999 acht Tore und elf Assists.

Weiter als in die zweite Runde kam Sturm in den entscheidenden Wochen der Saison aber nie.

Weder mit den San Jose Sharks, die von 1997 bis 2006 seine erste NHL-Station waren, noch mit den Bruins.

Jetzt wurde der nächste Anlauf im Auftaktspiel gegen die Flyers jäh gestoppt.

Vom gefeierten zum tragischen Held

Überhaupt hat Sturms Schicksal in der laufenden Saison viel mit Philadelphia zu tun.

Am Neujahrstag erzielte er im Bostoner Baseball-Stadion Fenway Park unter freiem Himmel gegen die Flyers den Siegtreffer im Winter Classic und war der gefeierte Held, jetzt beendete er die Spielzeit im neuerlichen Aufeinandertreffen mit Philadelphia als tragische Figur.

"Es ist bedauernswert für unser Team"

Nicht nur für Sturm ist die Verletzung ein schwerer Schlag.

"Es ist bedauernswert für unser Team und für ihn. Er hat sich im letzten Jahr nach einer schweren Verletzung zurückgekämpft und sich sehr auf diese Playoffs gefreut", sagte Bruins-Coach Claude Julien.

Immerhin hat sich Center Marc Savard nach einer Verletzungspause zurückgemeldet, am Samstag sorgte er mit seinem Overtime-Tor für die 1:0-Führung der Bruins in der Serie "best of seven".

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