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Phillys Goalie Leighton stellt sich Blackhawks-Kapitän Toews in den Weg © getty

Nach Jahrzehnten ohne Titel geht Philly als Aschenputtel, Chicago forsch in die Finals. Der Hawks-Captain kann Legende werden.

Chicago - Die Philadelphia Flyers hoffen auf ein Happy End für ihre Aschenputtel-Story, die Chicago Blackhawks wollen ein dunkles Kapitel beenden: Am Samstag steigt in Chicago das erste Finalspiel um den Stanley Cup der NHL mit zwei Teams voller Gegensätze.

Nur die große Sehnsucht nach der prestigeträchtigen Trophäe aus Silber eint die Klubs.

Underdog Philadelphia gewann zuletzt 1975 den Titel, Favorit Chicago wartet sogar seit 49 Jahren und damit so lange wie kein anderer Klub der "Original Six" auf die Meisterehre.

"Das Finale ist eine großartige Chance für uns. Wir wollen Geschichte schreiben", sagte Blackhawks-Kapitän Jonathan Toews vor dem Showdown in der Serie Best of Seven.

Vergleich mit den 1961er-Idolen

Der Durchmarsch des Klubs in den Play-offs mit 12:4 Siegen und dem beeindruckenden Sweep (4:0) im Finale der Western Conference gegen die San Jose Sharks hat das Team selbstbewusst gemacht. (DATENCENTER: Dritte Playoff-Runde)

"Es gibt keinen Grund, warum wir nicht noch einmal mit vier Siegen gewinnen sollten", sagte Toews.

Schon jetzt werden in der "Windy City" Parallelen zu der ruhmreichen Mannschaft gezogen, die 1961 den Stanley Cup gewann. So werden der 22-Jährige Toews und sein Sturmpartner Patrick Kane mit den Hawks-Idolen Bobby Hull und Stan Mikita verglichen.

Der kleine Pokal ist tabu

Vor allem auf Toews ruhen die Hoffnungen: Mit 26 Punkten (7 Tore/19 Assists) ist der Kanadier der Playoff-Topscorer und in der Form seines Lebens.

Beim Gewinn des Stanley Cups würde der Olympiasieger und Weltmeister von 2007 in den erlauchten Kreis des "Triple-Gold-Club" aufsteigen.

Als Zeichen der Konzentration verzichtete Toews darauf, den Pokal für den Gewinn der Western Conference zu berühren. "Damit wollte ich allen zeigen, dass wir hier sind, um etwas Größeres zu erreichen", sagte der Stürmer.

Geschichtsträchtiges Viertelfinale

Flyers-Kapitän Mike Richards dagegen stemmte die Trophäe für den Sieg im Osten demonstrativ in die Höhe. "Mein Instinkt hat mir gesagt, dass ich zugreifen muss", erklärte Richards.

Für die "Broad Street Bullies", die als zweitschwächstes der qualifizierten Teams in die Playoffs gingen, ist der Finaleinzug schon ein Riesenerfolg.

Das Viertelfinale gegen die Boston Bruins ging in die Geschichte ein, nachdem das Team aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania erstmals seit 35 Jahren wieder eine Serie im Modus Best of Seven nach einem 0:3-Rückstand gewonnen hatte.

Dieses Kunststück war zuletzt den New York Islanders 1975 gegen die Pittsburgh Penguins gelungen.

"Wir sind wieder dran"

Im selben Jahr gewannen die Flyers letztmals den Stanley Cup, als sie ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigten.

"Wir sind wieder dran. Der schwere Weg ins Finale hat die Jungs zusammengeschweißt", sagte Coach Peter Laviolette, der im Dezember 2009 den glücklosen John Stevens ablöste.

Schon mit dem Endspieleinzug haben die Kufencracks Philadelphia endgültig zur Sportstadt Nummer eins in den USA gemacht.

Seit dem Jahr 2000 stellte das früher als "Stadt der Verlierer" verspottete Philadelphia in den vier großen Ligen NHL, NBA (Basketball), MLB (Baseball) und NFL (American Football) jeweils einen Finalisten.

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