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Die Nummer eins und die Nummer zwei des Drafts: Taylor Hall (l.) und Tyler Seguin © getty

Taylor Hall und Tyler Seguin sind Kanadas heißeste Eishockey-Jungstars. Nun wurden sie wie erwartet an eins und zwei gedraftet.

Von Martin Hoffmann

München - Taylor und Tyler: Es könnte der Titel eines Jugendbuchs sein: Zwei kindliche Detektive auf der Jagd nach Verbrechen.

Und die beiden sehen mit ihren bubenhaften Gesichtern auch so aus, als könnte sie die Helden einer solchen Geschichte sein.

Stattdessen sind Taylor Hall und Tyler Seguin auserkoren als die neuen Eis-Helden: Die beiden 18-Jährigen sind die Stars der diesjährigen NHL-Rookie-Klasse - und wurden im Draft zu niemandes Überraschung als Erste gewählt255194 (DIASHOW: Der NHL Draft 2010).

Hall, der linke Flügelstürmer von den Windsor Spitfires, wurde an Position eins von den Edmonton Oilers verpflichtet. Seguin, der Center der Plymouth Whalers, direkt darauf von den Boston Bruins. Er wird dort Teamkollege von Marco Sturm und Dennis Seidenberg (DATENCENTER: Die NHL-Finals).

Heiße Jungstar-Rivalität

Es ist das vorläufige Ende der Taylor-oder-Tyler-Debatte, an der sich das eishockeyverrückte Kanada und die interessierten Kreise im Rest der Welt zuvor wunddiskutiert hatte.

Und eine heiße Rivalität zweier Jungstars entert damit nun die große Bühne.

Bislang konkurrierten Hall und Seguin in der Ontario Hockey League (OHL), einer der der drei großen kanadischen Jugendligen.

"Ein eindrucksvoller junger Mann"

Hall gewann dort mit den Spifires zweimal in Folge den Memorial Cup der Canadian Hockey League - beim zweiten Mal mit dem deutschen Goalie Philipp Grubauer. Beide Male wurde Hall auch als MVP des Turniers geehrt.

Aber auch Seguin machte auf sich aufmerksam: In der vergangenen Saison toppte er gemeinsam mit Hall die Scorer-Liste der OHL (106 Punkte), wurde als bester Spieler der Liga ausgezeichnet - und wurde vom Scouting-Büro der NHL daher als Nummer-eins-Pick erwartet.

Die Oilers aber bevorzugten Hall: "Er ist so ein eindrucksvoller junger Mann", schwärmt General Manager Steve Tambellini: "Ich glaube ich habe nie einen fokussierteren, ehrgeizigeren Athleten erlebt."

Hall gibt die Komplimente an die Oilers zurück: "Sie sind ein toller Franchise mit so viel Geschichte. Es bedeutet mir viel, bei einem Team mit fünf Stanley Cups anzuheuern - und hoffentlich werde ich noch einen dorthin bringen."

Ein Handschlag-Versprechen

Die Diskussionen, ob der körperbetonte Hall oder der elegantere Seguin der bessere ist, wird aber nicht aufhören.

Ein Hass-Duell ist die Rivalität dabei nicht: Hall und Seguin kennen und schätzen einander abseits des Eisfelds.

Die Bekanntschaft wurde vertieft durch den PR-Marathon vor dem Draft, als die beiden unter anderem auch die Premiere des neuen Twilight-Films besuchten.

Die beiden sollen sich auch per Handschlag versprochen haben, nichts Böses übereinander in den Medien zu verbreiten.

"Wir sind gute Kumpel"

Entsprechend brav und freundlich redet Seguin auch über seine Rivalität mit Hall.

"Da hat jeder seine Meinung", meint er: "Ich glaube nicht, dass wichtig ist, wer als Nummer eins gewählt wurde."

Er ist zugleich sicher: "Die Rivalität wird weitergehen. Aber wir respektieren uns und sind gute Kumpel. Das wird sich nicht ändern."

Schweizer Küken an Position fünf

Aus europäischer Sicht ist der Schweizer Nino Niederreiter der Hauptdarsteller des Drafts.

Der 17-Jährige wurde an Position fünf von den New York Islanders gewählt. Der Flügelstürmer hatte sich schon bei den Portland Winterhawks in der kanadischen Western Hockey League auf eine NHL-Karriere vorbereitet.

Er war im All-Star-Team der U-20-WM und war von Nati-Coach Don Simpson auch in den Kader für die WM in Deutschland berufen worden.

Niederreiter ist der bestplatzierte Schweizer Draft Pick aller Zeiten. Er wird bei den Islanders auf seinen Landsmann Mark Streit treffen.

Ex-Eiskunstläufer für Carolina

Einen kuriosen Pick machten die Carolina Hurricanes. Sie sicherten sich die Dienste von Jeff Skinner, einem früheren Eiskunstlauf-Talent.

2004 hatte er eine Bronzemedaille bei den kanadischen Jugendmeisterschaften geholt.

US-Amerikaner schafften es nicht unter die Top 10 des Draft, erst an elf kommt der Goalie Jack Campbell, der sich den Dallas Stars anschließt. Ihm folgen in der ersten Draft-Runde zehn weitere US-Landsmänner - was wiederum ein Rekordwert ist.

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