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Thomas Greiss absolvierte bislang 19 NHL-Spiele für die Sharks © getty

Der deutsche Nationaltorhüter darf beim Sieg der Sharks in Mannheim nur zuschauen. Zwei neue Finnen werden Greiss vorgezogen.

Mannheim - Bei der Rückkehr in seine Heimat saß Thomas Greiss nur auf der Tribüne, und schon bald könnte der Nationaltorwart den San Jose Sharks in der NHL den Rücken kehren.

"Man muss sehen, was passiert", sagte der 24-Jährige nach dem 3:2 der Kalifornier im Testspiel beim DEL-Rekordmeister Adler Mannheim: "Es kann sein, dass ich schon in Stockholm nicht mehr dabei bin."

In Schweden starten die "Haie" am kommenden Freitag gegen die Columbus Blue Jackets in die NHL-Saison, Olympia-Goalie Greiss könnte dann schon bei einem anderen Klub im Tor stehen.

Denn San Jose hat dem Bayern die beiden Finnen Antti Niemi und Antero Niittymäki vor die Nase gesetzt.

Wie auf der Playstation

In Mannheim war Greiss bereits der überzählige Torwart. "Klar hätte ich gerne auf dem Eis gestanden", sagte der Ex-Kölner und fügte schulterzuckend an: "Aber so konnte ich bei meiner Familie sitzen und die Atmosphäre genießen."

Das außergewöhnliche Erlebnis auf dem Eis genossen indes andere.

Als das Kräftemessen mit den Sharks beendet war, kam sich Lukas Lang noch immer wie im falschen Film vor.

"Es ist eigenartig, gegen so eine Mannschaft nicht auf der Playstation, sondern auf dem Eis zu spielen", sagte der Mannheimer Torhüter nach dem gelungenen Testspiel.

Adler verkaufen sich gut

Erst nach Penaltyschießen unterlag der DEL-Rekordmeister dem Starensemble aus Kalifornien und bot den 13.600 Zuschauern in der ausverkauften Mannheimer Arena beste Unterhaltung.

"Ich bin stolz auf die Mannschaft und auf die Fans. Das war das absolute Highlight. Es war ein sehr enges Spiel, auch weil wir die Führung so lange verteidigt haben", zeigte sich Adler-Manager Teal Fowler begeistert.

Für das erste Ausrufezeichen in Mannheim hatte Nationalspieler Manuel Klinge (5.) mit dem frühen Führungstreffer für die stark aufspielenden Adler gesorgt, denen nicht anzumerken war, dass sie 24 Stunden zuvor noch in der DEL gegen die Iserlohn Roosters (3:0) auf dem Eis gestanden hatten.

Sharks kommen spät auf

Ab dem zweiten Drittel übernahm San Jose das Kommando.

Das Team aus der nordamerikanischen Profiliga übte mehr und mehr Druck auf das Tor der Gastgeber aus, zunächst allerdings ohne Erfolg.

Erst in den Schlussminuten drehten Jamie McGinn (54.) und Devin Setoguchi (56.) mit späten Toren das Spiel, doch die Mannheimer fanden eine schnelle Antwort. Jame Pollock (57.) traf zum 2:2 und sorgte für fünf zusätzliche Spielminuten, in denen kein weiterer Treffer fiel.

Den entscheidenden Penalty für die Sharks, die insgesamt 60 Schüsse auf das von Lang und Fred Brathwaite gehütete Tor der Adler abgaben, verwandelte Dan Boyle. Sharks-Headcoach Todd McLellan zollte den Gastgebern Respekt.

Heatley lobt die Torhüter

"Ihre Leistung verdient Anerkennung. Sie waren sehr gut vorbereitet und haben ein sehr gutes System gespielt. Sie haben es uns den ganzen Abend sehr schwer gemacht."

Auch der in Freiburg geborenene Deutsch-Kanadier Dany Heatley lobte den Auftritt der Mannheimer.

"Wir wussten, dass sie seit Jahren eines der Topteams ihrer Liga sind und viele gute Spieler haben", sagte der NHL-Superstar: "Sie haben sehr gut gespielt, vor allem die Torhüter."

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