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Marcel Goc führte als Kapitän die deutsche Mannschaft bei der WM auf Platz 4 © getty

Marcel Goc entwickelt sich in Nashville zum Leistungsträger. Der Coach hält große Stücke auf dessen Vielseitigkeit.

Von Rainer Nachtwey

München/Nashville - Goc-Ya, Game-Winning-Goc, Mr. Everything: Die Zeitungen in Nashville geizen nicht mit Lob für Marcel Goc.

Der deutsche Nationalspieler hat sich in der Saison zum absoluten Leistungsträger bei den Predators entwickelt.

Mit 12 Punkten (6 Treffer, 6 Assists) in 19 Saisonspielen belegt er in der internen Scorer-Rangliste Platz vier. Bei den Toren rangiert er sogar auf dem zweiten Platz.

"Mit der Ausbeute kann ich sehr zufrieden sein", sagt Goc bei SPORT1. "Ich erhalte viel Eiszeit, mehr wie in der vergangenen Saison. Und ich spiele in der ersten Sturmreihe. Da kommen die Punkte fast von alleine."

Trotz lobt Goc' Entwicklung

Für Goc eine ungewohnte Situation. Denn zu Beginn seiner NHL-Karriere in San Jose wurde er zumeist als Defensiv-Stürmer eingesetzt. Scorerpunkte waren eine Seltenheit.

Nach seinem Wechsel blühte er in Nashville bereits in der vergangenen Saison auf, hatte mit 30 Zählern seine punktbeste Spielzeit. 296146(DIASHOW: Deutsche Spieler in der NHL)

"Sein Spiel hat sich jedes Jahr entwickelt, und er spielt im Moment mit viel Selbstvertrauen", lobt Trainer Barry Trotz seinen "Mr. Everything" und hat für Goc' Aufblühen eine Begründung parat. "Er hat in San Jose nie die Chance erhalten, nie eine entscheidende Rolle spielen dürfen."

Gute Harmonie in der Reihe

Bei Nashville ist dies nun anders. Mit Martin Erat und Sergej Kostitsyn bildet er die erste Sturmreihe. "Wir harmonieren recht gut. Wir haben eine ähnliche Spielweise, das kommt uns entgegen", sagt Goc, "aber man kann sich immer verbessern."

Zudem spürt er das Vertrauen des Trainers.

"Ich kann ihn in Unterzahl gebrauchen, ich kann ihn in Überzahl gebrauchen. Er ist unglaublich vielseitig und daher sehr wichtig für mich", meint Trotz.

Vielseitigkeit hat nicht nur Vorteile

Goc empfindet es als großes Lob, weiß aber auch, dass dies aber nicht nur Positives mitbringt. "Es kann auch ein Nachteil sein. Wenn dem Trainer im dritten oder vierten Sturm einer fehlt, ist er vielleicht der Meinung, dass ich die Rolle am besten ausfülle."

Zumal Goc auch von der Verletzung Matt Lombardis profitierte. "Dadurch habe ich noch mehr Eiszeit erhalten. Es ist schön zu wissen, dass der Trainer dann auf dich baut, dich noch mehr in die Verantwortung nimmt."

Schulter ausgekugelt

Dabei musste auch Goc zu Saisonbeginn einen Rückschlag überwinden. Nach zwei Toren und einem Assist in den ersten drei Spielen verletzte er sich und fiel sechs Spiele aus. Nach einem Bandencheck von Nicklas Bäckström kugelte er sich die Schulter aus. (DATENCENTER: Der NHL-Spielplan)

Zwar meldete er sich mit einem Assist im ersten Spiel nach seiner Verletzung zurück, allerdings war er noch nicht ganz der alte.

"Er hatte nach der Verletzung ein wenig nachgelassen", erinnert sich der Coach. "Aber er musste zulegen, weil uns Spieler verletzungsbedingt weggebrochen sind. Diesen Job hat er richtig gut erledigt."

Doppelpack gegen Montreal

Denn Goc zahlte dem Coach das Vertrauen zurück.

Gegen Montreal erzielte er den ersten Doppelpack seiner NHL-Karriere, gegen St. Louis im Shootout den entscheidenden Treffer.

"In den entscheidenden Situationen willst du auf dem Eis stehen - am Ende eines Spiels, im Powerplay oder in Unterzahl - und willst deinem Team auf jede nur mögliche Art und Weise helfen."

Jedes Jahr mehr

Helfen, um vor allem die Playoffs zu erreichen. Denn die K.o.-Runde ist das erklärte Saisonziel, und wenn es geht, noch ein bisschen weiter.

"Letzte Saison sind wir in der ersten Runde ausgeschieden. Dieses Jahr sollte es schon die zweite Runde sein, denn man will ja jedes Jahr mehr erreichen", sagt Goc.

Ausscheiden als Lehrbeispiel

Aus dem Playoff-Aus gegen den späteren Champion Chicago haben die Predators gelernt. "Spiel 5 war der Knackpunkt. Das hatten wir eigentlich schon gewonnen", erinnert sich der Nationalspieler (17 Tage im Mai: Die DVD zur Eishockey-WM im SPORT1-Shop).

"Wir haben 4:3 geführt, in Überzahl gespielt und dann kassieren wir in Unterzahl den Ausgleich. In der Verlängerung kommt Marian Hossa nach seiner Fünf-Minuten-Strafe aus der Penalty Box und macht das Siegtor."

Goc saß damals auf der Bank, erhielt zum Ende der Partie und in der Verlängerung keine Eiszeit. Diesmal dürfte Coach Trotz anders entscheiden.

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