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2005 gewann Sturm den DEB-Pokal mit dem ERC Ingolstadt © getty

Der Wechsel des Deutschen von Boston nach L.A. klappte im zweiten Versuch. Jetzt will "The German Rocket" durchstarten.

Los Angeles - Das Verletzungspech nagte am Selbstvertrauen, die Hängepartie um seine Zukunft zerrte an den Nerven.

Eishockey-Nationalspieler Marco Sturm hat schwierige Monate hinter sich.

Jetzt wurde der Dingolfinger auch noch aus Kostengründen innerhalb der NHL von den Boston Bruins zu den Los Angeles Kings abgeschoben.

Doch Sturm sieht in der Rückkehr nach Kalifornien, wo er vor 13 Jahren seine imposante NHL-Karriere begann, eine große Chance. "The German Rocket" will wieder durchstarten.

"Es waren zwei lange Wochen"

"Ich weiß, dass es schwer wird, aber ich will so schnell wie möglich zu meiner Bestform zurückfinden", sagte der 32-Jährige, dem der von Bostoner Vereinsseite aus Kostengründen forcierte Trade keine Probleme bereitet: "Es fühlt sich großartig an. Ich glaube, das Team passt sehr gut zu mir."

Das glauben auch die Klub-Verantwortlichen, dennoch zögerten sie den Wechsel immer wieder hinaus und bestanden auf zahlreiche medizinische Tests.

Keine einfach Zeit für Sturm: "Es waren zwei lange Wochen für mich mit sehr vielen Tests. Alles war in der Schwebe, es ging hin und her", sagte der Deutsche.

Die Zweifel sind nicht unbegründet. Nach seinem Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie am 1. Mai im ersten Spiel im Play-off-Viertelfinale gegen die Philadelphia Flyers hat der Angreifer kein Spiel mehr bestritten (DATENCENTER: Der NHL-Spielplan)..

Krupp ist von Sturm überzeugt

Schon Anfang 2009 war der Stürmer wegen eines Kreuzbandrisses im linken Knie monatelang außer Gefecht gesetzt.

In der kommenden Woche will der Olympia-Teilnehmer sein Comeback und gleichzeit sein Debüt für die "kalifornischen Könige" feiern.

Sollte der Bayer gesund bleiben, dann hätten die Kings einen hervorragenden Fang gemacht, ist sich Bundestrainer Uwe Krupp sicher. "Dann ist er für jede Mannschaft in der NHL ein Gewinn", sagte der künftige Teamchef der Kölner Haie 296146(DIASHOW: Deutsche Spieler in der NHL).

Krupp weiter: "Marco ist extrem gut ausgebildet und ein sehr vielseitiger Spieler, den man in jeder Situation bringen kann."

Das Ziel heißt Stanley Cup

Die Zahlen belegen Krupps Einschätzung: Sturm gilt mit über 900 Spielen auf dem Buckel als NHL-Veteran, siebenmal gelangen ihm 20 oder mehr Saisontore.

Vor seiner Verletzung im Mai war der All-Star von 1999 der beste Vorrundentorschütze der Bruins und der Hoffnungsträger im Kampf um den Stanley Cup.

Dieses Ziel will er auch mit seinem neuen Klub nicht aufgeben: "Deswegen spiele ich Eishockey." Allerdings erreichten die Kings erst einmal in der Saison 1992/1993 das Finale, als sie Rekordchampion Montreal Canadiens unterlagen.

Kings-Boss Dean Lombardi sieht Sturm als echte Verstärkung im Kampf um einen Play-off-Platz: "Er ist eine starke Option für uns. Er erhöht unsere Flexibilität."

Durch Lombardi begann Sturms Karriere

Lombardi war es auch, der Sturms NHL-Karriere überhaupt erst ermöglichte. Er hatte 1996 als Manager der San Jose Sharks den damals 18-Jährigen gedraftet.

Jetzt kehrt Sturm zurück nach Kalifornien - und das freiwillig. Er besaß im Vertrag ein Mitspracherecht bei Trades und erlaubte Boston, mit den Kings zu verhandeln.

Durch Sturms Wechsel sparen die Bruins das Gehalt von 3,5 Millionen Dollar und bleiben unter der Gehaltsobergrenze, dem so genannten Salary Cap.

Bis zum Saisonende läuft sein Vertrag, bis dahin kann sich Sturm bei LA oder einem anderen Vereine für einen neuen Kontrakt empfehlen. "So lange ich Spaß habe, will ich mich in der NHL durchbeißen", sagte der Nationalstürmer.

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