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Mario Lemieux spielte insgesamt 17 Jahre für die Pittsburgh Penguins © imago

Boxkämpfe gehören in der NHL zum guten Ton. Aber nach den jüngsten Massenschlägereien droht Legende Mario Lemieux mit Rücktritt.

München/New York - Die NHL hat mit der Verrohung der Sitten zu kämpfen, und die Legenden wenden sich angewidert ab.

Zwei Tage nach dem Skandalspiel zwischen seinen Pittsburgh Penguins und den New York Islanders hat Mario Lemieux öffentlich mit seinem Rückzug gedroht. 349435(DIASHOW: Prügel-Irrsinn Reloaded)

"Wenn es so weiter geht, muss ich ernsthaft überlegen, ob ich noch Teil dieses Geschäfts sein will", sagte "Super Mario", Miteigentümer der Pens.

Der 2006 als Spieler zurückgetretene Lemieux ging vor allem mit den Verantwortlichen der nordamerikanischen Profiliga hart ins Gericht: "Die NHL hatte die Chance, ein eindeutiges Zeichen zu setzen, dass ein solches Auftreten nicht akzeptabel ist. Sie ist gescheitert." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

"Hockey wird zum Zirkus"

Zuletzt war das Duell zwischen den Islanders und den Penguins in Long Island (9:3) völlig außer Kontrolle geraten: 346 Strafminuten und 21 Spielausschlüsse hatten die Unparteischen verhängt.

"Eishockey ist ein hartes, körperbetontes Spiel, und das sollte es auch immer bleiben. Aber das war kein Eishockey mehr. Es tut einfach weh zu sehen, wie das Spiel, das ich liebe, zu einer Zirkusveranstaltung wird", sagte der zweimalige Stanley-Cup-Sieger und siebenmalige All-Star Lemieux.

Sein Ziehsohn Sidney Crosby und dessen ebenso genialer Sturmpartner Jewgeni Malkin fehlen derzeit, die Penguins kämpfen handfest gegen ihre sportliche Seuche an.(DATENCENTER: Der NHL-Spielplan)

Lemieux fordert härtere Strafen

Die NHL hatte nach der Prügelorgie Penguins-Stürmer Eric Godard für zehn Partien gesperrt, die Islanders-Profis Trevor Gillies und Matt Martin müssen neun beziehungsweise vier Spiele zuschauen.

Strafen, die Lemieux bei weitem nicht ausreichen.

"Wir müssen die Integrität des Spiels und die Sicherheit der Spieler besser schützen. Wir müssen zeigen, dass solche Aktionen nicht toleriert und mit empfindlichen Maßnahmen geahndet werden", fordert der 45 Jahre alte Ex-Star der Penguins, als Spieler einst der Inbegriff des Gentlemans.

Penguins ohne Disziplin

Bei Pittsburgh zieht sich das Disziplin-Problem wie ein Roter Faden durch die laufende Saison.

Der dreimalige Meister, der mit den zurzeit nicht einsatzfähigen Ausnahmekönnern Crosby und Malkin eigentlich für Spielkultur steht, führt mit 1113 Strafminuten das "Knüppel-Ranking" der NHL an.

Auf Platz zwei liegen die Islanders (1022), die zudem den unumstrittenen Strafbankkönig in ihren Reihen haben.

Stürmer Zenon Konopka erhöhte gegen die Penguins sein Penalty-Konto der laufenden Saison um zwölf Minuten auf 193 - und das bei gerade einmal zehn Minuten Spielzeit pro Partie.

Spieler verharmlosen Problem

Die überharte Gangart liegt im Trend: Bereits das Match zwischen den Boston Bruins mit dem deutschen Verteidiger Dennis Seidenberg und Rekordmeister Montreal Canadiens war einige Tage vorher ausgeufert.

Das 8:6 der Bruins überschatteten sechs Keilereien auf dem Eis und 187 Strafminuten.

"Es ist eben einfach eine emotionale Angelegenheit", sagte Montreals Angreifer Brian Gionta lapidar. Aussagen wie diese sind es, die Mario Lemieux an seinem Sport zweifeln lassen.

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