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Marco Sturm wechselte 1997 aus Landshut in die NHL © getty

Der Nationalspieler wechselt erneut quer über den Kontinent. In Washington wird er nun Teamkollege des russischen Superstars.

München/Washington - Eishockey ist die schnellste Mannschaftssportart der Welt. Doch die NHL-Cracks müssen nicht nur auf dem Eis äußerst wendig, sondern jederzeit flexibel sein.

Marco Sturm musste diese Erfahrung nun erneut machen. Denn er wurde am Wochenende von den Los Angeles Kings zu den Washington Capitals um Superstar Alexander Owetschkin getraded.

"Das ist nicht unbedingt das, was ich wollte", stellte der 32-Jährige klar. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

Schließlich trat er innerhalb von knapp drei Monaten nun schon zum zweiten Mal den langen Weg "Coast to Coast" (von Küste zu Küste) an.

Sturm freut sich Caps

Nach gut vier Jahren bei den Boston Bruins ging es nach LA, nun wieder von der West- an die Ostküste. Insgesamt rund 8000 km Luftlinie - grundsätzlich kein Problem im Flugzeitalter.

"Bislang hatte ich eine gute Karriere in der NHL. Aus welchen Gründen auch immer hat es in LA nicht so ganz funktioniert, aber ich bin begeistert, zukünftig ein Capital zu sein", meinte der Nationalstürmer.

Der Vertrag Sturms ist bis zum Saisonende befristet, danach ist er als sogenannter Free Agent wieder auf dem Markt.

Debüt gegen die Islanders

Sturm erzielte in 17 Spielen vier Tore und neun Scorerpunkte für die Kalifornier. Aufgrund einer Bänderverletzung im Knie musste er allerdings teilweise auch pausieren.

Der Angreifer befindet sich in der letzten Saison eines ursprünglichen Vierjahresvertrages, der ihm rund 2,6 Millionen Euro pro Jahr sichert.

Sturm wird am Montag bei den Caps erstmals trainieren und dann am Dienstag sein Debüt im Heimspiel gegen die New York Islanders (ab 1 Uhr LIVESCORES) geben.

Rückschläge werfen ihn nicht um

Soviel zum Prozedere in der stärksten Liga der Welt. Die jüngere Vergangenheit hatte es mit dem deutschen Spitzenstürmer nicht so gut gemeint. Schwere Verletzungen wie zwei Kreuzbandrisse innerhalb kurzer Zeit hatten ihn zurückgeworfen.

Auch schon bei seinem ersten Klub San Jose Sharks hatte er wegen eines Schienbeinbruchs Monate aussetzen müssen. Doch sowohl in Kalifornien als auch in "Beantown" kämpfte er sich immer wieder zurück.

In sieben der nun schon fast 13 Spielzeiten erzielte Sturm 20 oder mehr Tore.

"Es war ein Schock"

Beim Winter Classic 2010 im legendären Fenway Park stand Sturm mit dem Siegtor zum 2:1 in der Verlängerung gegen die Philadelphia Flyers im Rampenlicht.

Aber Boston musste im Spieleretat Platz schaffen - und es traf somit Sturm - wie nun auch in Los Angeles.

"Ich weiß, dass es eine undankbare Entscheidung war", sagte Sturm, gestand aber auch: "Es hat mich schon auf dem falschen Fuß erwischt, es war ein kleiner Schock."

Familie bleibt in Boston

Natürlich ist diese Situation auch belastend für die Familie. Ehefrau Astrid und die Kinder Mason und Kaydie saßen bereits auf gepackten Koffern.

"Der Umzug war Gott sei Dank erst für Mitte März geplant. Deswegen wird die Familie erstmal in Boston bleiben", sagt Sturm.

Denn im Sommer geht die Reise möglicherweise wieder woanders hin. Um das zu vermeiden, will Marco Sturm mit "Ovie" und Co. Fahrt aufnehmen und dem Team mit seinen Qualitäten weiterhelfen.

Die Schnelligkeit, sein Torriecher und seine Qualitäten in den Special Teams - also Über- und Unterzahlspiel - stechen dabei heraus.

Kein Gedanke an Europa

Als 32-Jähriger wird man in Nordamerika gemeinhin bereits als Veteran bezeichnet.

Gedanken an eine Rückkehr nach Europa verschwendet Marco Sturm aber nicht eine Sekunde: "Ich weiß, dass es ein paar harte Jahre für mich waren. Aber ich muss gesund bleiben. Ich liebe es, in der NHL zu spielen. Ich will hier meine Karriere beenden."

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