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Christian Ehrhoff erzielte diese Saison 14 Tore und legte 36 Mal auf © getty

Die Playoffs stehen bevor und die Deutschen haben sehr gute Chancen auf den Titel. Allen voran das Team von Christian Ehrhoff.

Von Dustin Werk

München - Die NHL geht in die entscheidende Phase. Die Playoffs stehen an. Mit dabei sind vier deutsche Nationalspieler.

Der unbestrittene Favorit auf den Stanley Cup sind die Vancouver Canucks mit Christian Ehrhoff.

Die Canucks sind so gut, dass sie selbst in der so ausgeglichen Liga, in der jeder jeden schlagen kann, dem Druck des Titelfavoriten und President's-Trophy-Gewinners gewachsen sein sollten.

Aber seit 2003 hat es nur ein Team geschafft, nach dem Gewinn der President's Trophy überhaupt ins Finale einzuziehen - die Detroit Red Wings im Jahr 2008.

Beeindruckende Saison

Mit zehn Punkten Vorsprung waren die Canucks das bestes Team der regulären Saison - mit 20 Zählern mehr als ihr Erstrunden-Gegner gesammelt hat (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zum Schrecken Vancouvers ist das Titelverteidiger Chicago. In den letzten zwei Jahren verloren die Kanadier jeweils gegen die Blackhawks in der zweiten Runde.

Doch diesmal soll alles anders kommen, wie Christian Ehrhoff gegenüber SPORT1 sagte:

"Natürlich wollen wir beweisen, dass wir Chicago schlagen können. Und wenn wir den Stanley Cup gewinnen wollen, müssen wir denjenigen schlagen, der kommt."

Ein anderer Meister

Der Titelverteidiger hat allerdings ein ganz anderes Gesicht als im vergangenen Jahr.

Zehn Spieler der Meistermannschaft haben den Klub verlassen. Mit Ach und Krach machten die Blackhawks erst am letzten Spieltag ihren Playoff-Platz fix.

Traum von Ehrhoff

Für Ehrhoff ginge mit dem Titel ein Traum in Erfüllung.

"Uwe Krupp ist sicherlich ein Vorbild, schließlich hat er das geschafft, was auch ich schaffen will. Natürlich wäre ich gerne der zweite Deutsche, der den Cup hoch hält."

Die Canucks erzielten die meisten Tore, kassierten die wenigsten und waren das beste Powerplay-Team. Klare Markenzeichen eines ganz heißen Titelkandidaten.

Gute Chancen für Sturm

Ebenfalls auf der Rechnung haben sollte man das Team um Deutschlands Nationalspieler Marco Sturm.

Die Washington Capitals sicherten sich Platz eins im Osten. Und das trotz der schwächsten Saison von Superstar Alexander Owetschkin.

Das Erfolgsrezept der Capitals war das Umstellen des Systems vor der Saison. So kamen sie von ihrer Strategie der risikoreichen Offensive ab und setzten dafür vermehrt auf eher konservative Defensive.

Hecht hat seinen Favoriten

Mit Erfolg. Für Jochen Hecht sind die Capitals der Favorit auf den Titel:

"Die Capitals mit ihrem Superstar Alexander Owetschkin haben viel gutzumachen. Im vergangenen Jahr sind sie doch ein wenig früh aus den Playoffs ausgeschieden."

In der ersten Runde treffen die Hauptstädter auf die New York Rangers. Alles andere als ein klares Ergebnis für die Caps in der Best-Of-Seven-Serie wäre eine Überraschung.

Alle Augen auf den Torwart

Hechts eigenen Chancen in den Playoffs sind wohl eng mit seinem Torwart verbunden.

Auch wenn Ryan Miller nicht mehr in der Form der vergangenen Saison ist, als er zum besten Torwart der Liga gekürt wurde, so hat er das Potenzial, die Philadelphia Flyers mächtig zu ärgern.

Gegen den Vorjahresfinalisten müssen die Buffalo Sabres an ihre Leistungsgrenze gehen.

Hoffnungsschimmer für Hecht

Gerade im athletischen Bereich sind die Flyers dem Hecht-Team überlegen.

Ein weiterer Hoffnungsschimmer für Hecht ist die direkte Bilanz. Zweimal besiegten die Sabres die Flyers in der regulären Saison.

Original-Six-Duell für Seidenberg

Gute Aussichten im Osten haben auch die Boston Bruins um Dennis Seidenberg. Die Bruins zogen als Divisionssieger der Northeast als Dritter in die K.o.-Runde ein.

Dort treffen sie auf den Rekordmeister Montreal Canadiens. Mit den Kanadiern verbindet die Bruins eine jahrzehntelange Rivalität. Beide gehören neben den Detroit Red WIngs, Toronto Maple Leafs, New York Rangers und Chicago Blackhawks zu den Original Six - den sechs Gründungsmitgliedern der NHL.

Allerdings gewannen die Canadiens vier der sechs Duelle mit den Bruins.

Immerhin macht das letzte Playoff-Duell mit den Canadiens Boston Mut: Damals noch mit Marco Sturm fegten die Braunbären die Canadiens 4:0 vom Eis.

Potenzial voll ausschöpfen

Eine Null steht auch bei den Nashville Predators. Denn fünfmal qualifizierte sich das Team von Center Marcel Goc für die Playoffs, fünfmal scheiterten sie in Runde Eins.

Letztes Jahr unterlag es mit viel Pech dem späteren Meister Chicago. Die Predators haben vielleicht nicht das talentierteste Team, aber sie schöpfen ihr volles Potenzial aus.

Gegen Anaheim müssen sie vor allem offensiv Druck ausüben, denn die Ducks haben mit ihren Goalies viel Verletzungspech und zudem ist keiner wirklich in Topform.

Auf Goc muss Coach Barry Trotz dabei verzichten. Der Center fällt nach einer Schulter-Operation noch rund drei Monate aus.

Dennoch: Die Chance auf ein deutsch-deutsches Finale ist allein durch ein mögliches Duell Vancouver gegen Washington durchaus realistisch einzuschätzen.

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